Was Sie zum Thema Hautentzündung wissen sollten

Eine Hautentzündung (Dermatitis) kann aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen. Zu Entzündungen unter der Haut kann es vor allem daher leicht kommen, weil die Haut die direkte Verbindung unseres Körpers zur Außenwelt ist. Schon eine kleine Verletzung beim Rasieren kann genügen, um zum Beispiel Viren oder Bakterien die Möglichkeit zu geben, einzudringen und eine Entzündungsreaktion mit Hautschmerzen zu verursachen. Wir erklären, welche weiteren Ursachen es für eine Hautentzündung gibt, wie sich die Symptome äußern und was Sie dagegen tun können.  

Hautentzündung – was genau ist das?

Dermatitis ist der medizinische Begriff für eine Hautentzündung, bei der es zu einer Entzündung der Dermis (Lederhaut) beziehungsweise der Epidermis (Oberhaut) kommt. Wenn ein Betroffener über Hautschmerzen klagt, sind diese in der Regel das Ergebnis einer Entzündung unter der Haut. Sollte es sich dabei um eine Entzündung der Epidermis handeln, ist im Normalfall auch die Dermis betroffen. Umgekehrt wird bei einer Entzündungsreaktion der Dermis für gewöhnlich auch die Epidermis in Mitleidenschaft gezogen.

Die Schichten unserer Haut

Unsere Haut besteht aus mehreren Schichten:

  • Cutis: Sie bildet den oberen Abschnitt der Haut und besteht aus der Epidermis (Oberhaut) und der Dermis (Lederhaut).
  • Subcutis: Sie bildet den unteren Abschnitt der Haut und besteht aus Binde- und Fettgewebe.  

Besondere Hautentzündungen

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, die mit dem Begriff „Hautentzündung“ in Verbindung stehen. Dazu zählen:

  • Atopische Dermatitis: Diese ist langandauernd und auch unter dem Namen Neurodermitis bekannt. Typisch für diese Krankheit ist, dass in regelmäßigen Abständen eine Besserung eintritt; sie jedoch oft wiederkehrt. Die Krankheit, deren Ursache noch nicht vollständig geklärt ist, äußert sich unter anderem durch Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder Trockenheit.
  • Windeldermatitis: Sie entsteht in vielen Fällen aufgrund eines häufigen Kontakts der Haut mit Urin oder Stuhl. Betroffene haben oft, besonders im Bereich der Leisten, eine mit dem bloßen Auge erkennbare Hautrötung (Erythem). Zudem nässen die betroffenen Stellen der Haut.
  • Seborrhoische Dermatitis: Die Ursache dieses Krankheitsbildes ist noch nicht vollständig geklärt. Allerdings wird davon ausgegangen, dass der Hefepilz Malassezia furfur ein möglicher Auslöser sein könnte. Betroffene leiden oft an entzündlichen Veränderungen der Haut, wie beispielsweise fettige/gelbliche Schuppungen, die meist in der Nähe von Talgdrüsen in Erscheinung treten.
  • Morbus Duhring: Betroffene dieser Krankheit, deren genauer Ursprung noch unbekannt ist, leiden an einer chronisch verlaufenden Hauterkrankung, die dafür bekannt ist, dass sich bei ihr Blasen unter der Epidermis bilden. Oft treten diese an den Armen und Beinen auf.  
  • Periorale Dermatitis (Mundrose): Diese Form der Akne betrifft meist Frauen, die um die 30 Jahre alt sind. Als möglicher Auslöser wird unter anderem eine übermäßige Hautpflege vermutet. Betroffene leiden mitunter an schuppigen Hautrötungen und Papeln (ovale Knötchen) an der Mundregion. Normalerweise bleibt meist ein dünner Bereich um die Lippen frei.
  • Sonnenbrand: Hierbei handelt es sich um eine akute Hautentzündung nach zu viel Sonnenstrahlung. Die Haut reagiert auf diese überwiegend mit Rötungen, Schwellung, Juckreiz und Schmerz. Zudem kann es zur Bildung von Blasen kommen.   
  • Dermatitis ulcerosa: Die Hautschädigung, die durch diese Krankheit verursacht wird, bezeichnen Ärzte als „Gangrän“ der Haut. Eine Gangrän ist meist ein schlecht heilender und begrenzter Gewebsschaden, dessen Folgen offene Wunden und Nekrosen (tote Zellen) sein können. Als mögliche Auslöser werden unter anderem Autoimmunerkrankungen wie Morbus Crohn vermutet.

Entzündungen unter der Haut haben viele Gesichter. Manche Hautentzündungen sind sehr schnell wieder verschwunden, andere können sogar chronisch sein. Lassen Sie die betroffene Stelle von einem Arzt untersuchen, wenn Sie sich aufgrund einer Hautirritation Sorgen machen.

Hautentzündung an der Epidermis

Zu einer Hautentzündung mit Hautschmerzen an der Epidermis kann es aufgrund von mehreren inneren und äußeren Einflüssen kommen. Schäden von außen können durch allergieauslösende Reize (Allergene), zum Beispiel Pollen, oder durch giftige Stoffe (Toxine) wie Wespengift entstehen.

Bei einer Hautentzündung, die durch einen äußeren Entzündungsreiz entstanden ist, bildet sich meist ein Ekzem. Bei dem Begriff „Ekzem“ handelt es sich um einen Überbegriff für Hautveränderungen, die durch eine Entzündung entstanden sind, für gewöhnlich:   

  • Rötungen
  • Papeln
  • Bläschen
  • Nässen
  • Juckreiz
  • Schuppung
  • Krustenbildungen

Es ist sehr schwer, nur durch das Aussehen eines Ekzems festzustellen, durch welchen Einfluss es entstanden ist. Das liegt vor allem daran, dass die Haut immer auf ähnliche Art und Weise auf alle möglichen Entzündungsauslöser reagiert.

Doch nicht nur außerhalb des Organismus lauern Gefahren für die Epidermis. Eine Hautentzündung kann ebenso durch Entzündungsauslöser verursacht werden, die von der Blutbahn aus in die Haut gelangen können. Dabei spielen Allergene und Toxine auch hier die Hauptrolle, allerdings stammen sie in diesem Fall aus dem Körperinneren. Denn sie haben mitunter einen Einfluss auf Entzündungszellen, die an der Entstehung einer Hautentzündung mit Hautschmerzen beteiligt sind.

Hautreaktionen, die durch innere Einflüsse verursacht werden können, sind zum Beispiel:

  • Rötungen
  • Verdickungen
  • Blasenbildung
  • Schuppenbildung

Manche von innen kommenden Verursacher von Hautentzündungen ziehen ganz charakteristische Veränderungen der Epidermis nach sich. Zum Beispiel kann eine Schuppenflechte (Psoriasis) oft aufgrund einer zu hohen Anzahl an T-Lymphozyten, einer spezialisierten Untergruppe der weißen Blutkörperchen, im Blutkreislauf entstehen. Der Ursprung der Hautentzündung lässt sich hier leichter feststellen: Ein Arzt wird bei einer Schuppenflechte schnell auf die Idee kommen, dass höchstwahrscheinlich eine vermehrte T-Lymphozyten-Anzahl die Ursache für die Flechte sein muss.

Hautentzündung an der Dermis

Neben Hautentzündungen an der Epidermis kann es auch zu Entzündungen an der Dermis, also der Unterhaut, kommen. Diese entstehen dann, wenn die dortigen Gefäße oder Leitungsbahnen direkt von einem Entzündungsverursacher angegriffen werden. Dabei können äußere Entzündungsreize ebenso verantwortlich sein wie innere. Konsequenzen, die dadurch entstehen können, sind oft:

  • Erytheme: Das sind mit dem Auge erkennbare Hautrötungen, die bei einer Hautentzündung durch eine verstärkte Durchblutung entstehen.  
  • Quaddeln: Diese weißen bis rötlichen Verdickungen der Haut werden auch Urtica genannt. Sie stehen häufig mit Juckreiz und Nässen in Verbindung. Quaddeln entstehen beispielsweise durch Insektenstiche, Pflanzengifte oder Sonnenlicht.

Wenn die Gefäßwände der Haut sehr heftig entzündet sind, kann es unter Umständen zu Einblutungen im Gewebe kommen und im Extremfall zum Absterben der Gefäße.

Behandlung einer Hautentzündung

Die Behandlung einer Entzündung unter der Haut richtet sich im Normalfall nach der Ursache der Hautentzündung. Wenn Hautschmerzen beispielsweise durch bestimmte Bakterien ausgelöst wurden, könnte es empfehlenswert sein, ein Antibiotikum dagegen einzunehmen. Sollte der Hautschaden jedoch aufgrund einer Allergie ausgelöst worden sein, ist es womöglich sinnvoll, das betreffende Lebensmittel in Zukunft zu meiden. In jedem Fall wird Sie Ihr Arzt bei der Suche des Entzündungsverursachers unterstützen und mit Ihnen zusammen eine geeignete Behandlungsmethode wählen.

Gegen den Juckreiz und die Hautschmerzen haben sich in der Behandlung Salben und Cremes bewährt. Jedoch muss bei der Anwendung darauf geachtet werden, dass die Inhaltsstoffe keine Kontaktallergien an der Haut auslösen. Hautschutzsalben können mehrmals täglich verwendet werden und dienen der Vorbeugung von Hautschäden. Gut geeignet sind zum Beispiel Salben und Cremes, die Harnstoff und freie Fettsäuren enthalten. Harnstoff weicht Hornhaut auf, wodurch die Haut einen höheren Feuchtigkeitsgehalt bekommt und sich schneller erneuern kann. Freie Fettsäuren haben die Fähigkeit, bestimmte Bakterienarten abtöten zu können.

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