Migräne vorbeugen: Maßnahmen zur Migräneprophylaxe

Einer Migräne vorbeugen: Das ist für viele Betroffene der sehnlichste Wunsch, um die Schmerzen und Beschwerden der nächsten Migräneattacke zu vermeiden. Sicherlich werden nicht alle Mittel oder Maßnahmen bei jedem Migräniker gleich gut funktionieren. Dennoch ist es einen Versuch wert, unsere Tipps, zum Beispiel zur Ernährung bei Migräne, auszuprobieren. 

Migräne vorbeugen – sieben Tipps gegen Migräneattacken

Um die Häufigkeit der Migräneattacken zu reduzieren oder ihren Verlauf und die begleitenden Symptome positiv zu beeinflussen, können Sie Folgendes tun:

  1. Tagebuch führen und Trigger vermeiden
    Das Ausfüllen eines Migränetagebuchs hilft, herauszufinden, wie oft die Migräneattacken auftreten und wie stark diese sind. Außerdem können Sie eventuelle Auslöser dingfest machen und dadurch einer Migräne vorbeugen. Haben Sie beispielsweise unregelmäßig gegessen, Stress gehabt oder auf den gewohnten Kaffee verzichtet? Das können alles Ursachen einer Migräneattacke sein. Wer seine persönlichen Migräneauslöser kennt, sollte sie anschließend nach Möglichkeit so gut es geht vermeiden.

  2. Ernährung bei Migräne beobachten
    Als Betroffener kann es sich lohnen, einen genaueren Blick auf die Ernährung bei Migräne zu werfen. Viele Lebensmittel sind dafür bekannt, eine Migräneattacke zu begünstigen. Das muss aber nicht bei jedem Betroffenen so sein. Lebensmittel, die häufig im Zusammenhang mit einer Migräne genannt werden, sind: Milchprodukte, Konservierungsstoffe (zum Beispiel Nitrate), Geschmacksverstärker (zum Beispiel Glutamat), Zitrusfrüchte und Obst (beispielsweise reife Bananen) sowie Trockenfrüchte, Nüsse und Nussprodukte. Alkohol kann bei manchen Menschen ebenfalls eine Migräne heraufbeschwören. So kommt es vor, dass ein Glas Wein bereits ausreicht, um einen Anfall auszulösen.

  3. für Entspannung sorgen
    Da Stress und innere Anspannung mögliche Ursachen für Migräneattacken sind, kann das Erlernen von Entspannungsverfahren helfen, übermäßige psychische Belastungen abzubauen. Zum Vorbeugen der Migräne kommen dabei verschiedene Verfahren infrage. Möglich sind progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenes Training, Yoga oder Qi Gong. Zum Erlernen bieten sich Kurse an, die Sie beispielsweise bei Ihrer Krankenkasse oder Volkshochschule belegen können.    

  4.  Akupunktur ausprobieren
    Bei der Akupunktur handelt es sich um ein Verfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) – vor allem zur Migräneprophylaxe bei chronischer Migräne ist sie einen Versuch wert. Sie können sich beispielsweise von einem Allgemeinmediziner behandeln lassen, der eine Zusatzausbildung in Akupunktur aufweist.
    Die Lehre der Akupunktur geht davon aus, dass es bei Migräne zu einer Blockade der positiven Lebensenergie kommt, die über sogenannte Leitbahnen (Meridiane) unseren Körper durchströmt. Der Akupunkteur setzt daher Nadeln auf bestimmte Körperpunkte, damit sich die Blockade löst und die Beschwerden nachlassen. Um einer Migräne vorbeugen zu können, wird die Akupunktur zweimal in der Woche für die Dauer von 20 bis 30 Minuten durchgeführt. Im Durchschnitt veranschlagt der Therapeut etwa 15 Akupunktur-Sitzungen. Wenn die Akupunktur wirkt, können sich erste spürbare Erfolge ungefähr nach der Hälfte der Behandlungen einstellen.

  5.  regelmäßig Ausdauersport betreiben
    Mit Ausdauersport lässt sich nicht nur der Migräne vorbeugen, sondern auch Stress abbauen und die Kondition sowie die Muskelkraft verbessern. Muskelanspannungen werden ebenfalls reduziert, die den Kopfschmerz bei einer Migräneattacke verschlimmern können. Wichtig bei der Migräneprophylaxe ist, dass der Ausdauersport regelmäßig (mindestens dreimal wöchentlich) durchgeführt wird und nicht zu anstrengend ist. Geeignete Sportarten sind zum Beispiel: Walking, Wassergymnastik, Radfahren, Schwimmen oder Langlaufen.

  6.  über Medikamente zur Prävention informieren
    Wer häufiger als dreimal im Monat an Migräne leidet, deren Attacken über 72 Stunden anhalten, dem raten Ärzte, vorbeugend Medikamente einzunehmen. Zum einen soll damit ein Schmerzmittelübergebrauch verhindert werden, zum anderen lässt sich die Anzahl der Migränetage unter Umständen um die Hälfte reduzieren.1 Die Medikamente zur Prophylaxe wurden meist für andere Krankheitsbilder entwickelt, sind aber auch dabei behilflich, der Migräne vorzubeugen. Unter anderem kommen Antidepressiva (gegen Depressionen), Betarezeptorenblocker (bei Herzerkrankungen oder Bluthochdruck) und Antikonvulsiva (gegen Epilepsie) zum Einsatz. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und welche Prophylaktika für Sie infrage kommen. 

  7.  sich einer Selbsthilfegruppe anschließen
    Suchen Sie sich eine Selbsthilfegruppe und treten Sie ihr bei. Dort können Sie sich nicht nur über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten informieren, sondern auch Unterstützung von anderen erfahren. Wer sich mit anderen Betroffenen austauschen kann, fühlt sich mit seiner Erkrankung weniger allein und besser verstanden. Die Deutsche Migräneliga ist zum Beispiel bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe behilflich.

Wer neben diesen Tipps noch für eine gesunde Lebensweise sorgt, tut sein bestmögliches, um der Migräne vorzubeugen. Ernähren Sie sich gesund und abwechslungsreich mit wenig Fett, Salz und Fertiggerichten. Da das Auslassen von Mahlzeiten zu Migräneattacken führen kann, versuchen Sie regelmäßig zu essen und für unterwegs immer einen kleinen Snack parat zu haben. Gleiches gilt für das Trinken: Damit der Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist, sind zwei bis drei Liter kalorienarme Getränke, die über den Tag verteilt getrunken werden, ideal.

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1 Totzeck, A. & Diener, H.C. (2016): Migräne. In: Gaul, C. & Diener H.C. (Hrsg.): Kopfschmerzen. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 80.