Gliederschmerzen: Symptome, Ursachen und Hilfe

13. November 2017
22 Min.
Symptome bei Gliederschmerzen: Eine Frau hält sich den schmerzenden Oberarm.

Gliederschmerzen äußern sich durch schmerzende Arme oder Beine. Die Beschwerden können sowohl ein- oder beidseitig auftreten als auch nur die oberen beziehungsweise unteren Gliedmaßen betreffen. Gliederschmerzen kommen häufig im Rahmen einer Erkältung oder Grippe vor, können jedoch noch andere Ursachen haben. In der Therapie sind vor allem schmerzstillende sowie entzündungshemmende Mittel gefragt.


Überblick:


Gliederschmerzen – häufige Fragen im Überblick:

Was sind Gliederschmerzen?

Gliederschmerzen äußern sich durch ziehende bis beißende Schmerzen in Muskeln und Gelenken von Armen und Beinen. Die Symptome können sowohl akut als auch chronisch auftreten.

Was sind die Ursachen von Gliederschmerzen?

Vor allem während einer Erkältung oder Grippe sind Gliederschmerzen typisch. Doch andere Ursachen wie rheumatische Erkrankungen oder Probleme mit der Wirbelsäule kommen ebenfalls für die Beschwerden infrage.

Wie werden Gliederschmerzen behandelt?

Zur Therapie von erkältungsbedingten Gliederschmerzen werden häufig schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente angewandt. Zudem können Hausmittel wie Wadenwickel oder ein Erkältungsbad Linderung verschaffen.

Wann sollten Betroffene mit Gliederschmerzen zum Arzt?

Sollten die Beschwerden im Rahmen einer Erkältung auftreten, ist in der Regel kein Arztbesuch nötig. Ist die Ursache der Gliederschmerzen jedoch unklar, sind die Symptome recht stark oder halten diese über einen längeren Zeitraum an, empfiehlt es sich, einen Mediziner aufzusuchen.

Was sind Gliederschmerzen? Wie äußern sie sich?

Unter Gliederschmerzen verstehen sich aus medizinischer Sicht Gelenk- und Muskelschmerzen an den Gliedmaßen (Extremitäten), sprich:

  • Arme (Schultern, Oberarme, Ellenbogen, Unterarme und Hände)
  • Beine (Hüfte, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Füße)

Die Gliederschmerzen werden meist als unangenehmes Gefühl wahrgenommen, wobei sich die Schmerzen entweder nur bei Bewegung oder auch in Ruhe bemerkbar machen können. In vielen Fällen treten die Gliederschmerzen sowohl an beiden Armen wie an beiden Beinen auf.

Häufige Ursachen von Gliederschmerzen

Zahlreiche Erkrankungen und körperliche Beschwerden können für die Entstehung von Gliederschmerzen verantwortlich sein, unter anderem folgende:

Erkältung und andere Infektionen

Ursachen für Gliederschmerzen: Frau mit einer Erkältung leidet unter Gliederschmerzen

Wenn Arme sowie Beine gleichzeitig schmerzen, und die Gliederschmerzen mit Fieber einhergehen, ist die Ursache meist eine starke Erkältung oder Grippe. Weitere typische Symptome sind dann unter anderem:

Der Grund für die Gliederschmerzen ist die Reaktion des Immunsystems auf die Viren. Breiten sich diese im Körper des Erkrankten aus, reagiert die körpereigene Abwehr mit der Ausschüttung bestimmter Botenstoffe (Prostaglandine), um sich gegen die Eindringlinge zu wehren. Die Prostaglandine interagieren aber nicht nur mit der Immunabwehr, sondern auch mit Rezeptoren der Nervenzellen. In der Folge wird die Schmerzempfindlichkeit des Körpers erhöht und es kommt zu Gliederschmerzen.1 An sich sind die Beschwerden also ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass das Immunsystem auf Hochtouren läuft.

Zusammenhang von Kopf- und Gliederschmerzen

Vor allem im Rahmen einer Erkältung kommen Gliederschmerzen selten allein: Häufiger Begleiter ist Kopfschmerz. Was die Beschwerden-Kombination allerdings auslöst, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine mögliche Begründung ist die erkältungsbedingte Entzündung der Nase oder Nasennebenhöhlen. In der Folge kommt es zu einer Schwellung der Schleimhaut und Mehrproduktion von Sekret. Kann der Schleim nicht richtig abfließen, staut er sich und es baut sich Druck auf – Kopfschmerzen entstehen.

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Gliederschmerzen treten aber nicht nur bei einer Erkältung oder Grippe auf, sondern auch bei anderen Infektionskrankheiten, beispielsweise

  • Mumps,
  • Masern,
  • HIV-Infektionen oder
  • Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Sollten Sie den Verdacht haben, an einer der genannten Erkrankungen zu leiden, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Er kann der genauen Ursache für Ihre Beschwerden auf den Grund gehen und die geeignete Behandlung einleiten.

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die durch den Abbau von Knochensubstanz und eine verschlechterte Knochenstruktur charakterisiert ist – die Knochen werden brüchig. Anfangs bleibt die Erkrankung meist unbemerkt, da sich keine Symptome zeigen. Schreitet die Osteoporose allerdings weiter voran, treten leichter Knochenbrüche auf und es kommt zu anhaltenden Beschwerden wie Rücken- und/oder Gliederschmerzen.

Die Ursachen einer Osteoporose sind vielfältig, mögliche Risikofaktoren sind eine

  • familiäre Veranlagung,
  • das Alter,
  • Bewegungsmangel sowie
  • Mangelernährung (beispielsweise Kalziummangel).

Bei Frauen kann zudem ein Mangel an weiblichen Sexualhormonen (Östrogenen) für die Entwicklung einer Osteoporose nach der Menopause eine Rolle spielen.

Degenerative und entzündliche Erkrankungen der Gelenke

Besonders häufig leiden Patienten einer entzündlichen und durch Verschleiß bedingten (degenerativen) Erkrankung unter Gliederschmerzen. Vielen fällt hierzu der Begriff „Rheuma“ ein. Rheuma ist jedoch nicht gleich Rheuma – hinter dem Begriff verbergen sich circa 300 unterschiedliche Erkrankungen mit diversen Ursachen und Ausprägungen.2

Folgende Rheuma-Erkrankungen können unter anderem Ursachen von Gliederschmerzen sein:

  • Arthrose: Diese vor allem bei älteren Patienten sehr häufige Gelenkerkrankung ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Zerstörung der Knorpelschicht der Gelenke, wobei auch angrenzende Strukturen wie Knochen, Muskeln und Bänder geschädigt werden können. All das kann Gliederschmerzen an den betroffenen Extremitäten verursachen. Als Risikofaktoren gelten höheres Alter, genetische Veranlagung oder Über- und Fehlbelastung der Gelenke, zum Beispiel nach Verletzungen und Unfällen, durch Übergewicht ober bei angeborenen Fehlstellungen.
  • Rheumatoide Arthritis: Unter dem Begriff Arthritis versteht man Entzündungen eines oder mehrerer Gelenke, die Folge einer Autoimmunerkrankung sind, bei welcher das Immunsystem nicht mehr zwischen körpereigenen und -fremden Zellen unterscheiden kann. Die Arthritis verläuft meist schubweise und verursacht mitunter chronische Gliederschmerzen. Risikofaktoren sind unter anderem eine genetische Veranlagung und Rauchen.
  • Spondylarthropathien: Unter diesen Überbegriff fallen Entzündungen der Wirbelsäule, beispielsweise die chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung Morbus Bechterew, bei der die Fortsätze der Wirbelkörper verknöchern. In der Folge kommt es zu gravierenden Verkrümmungen und Schmerzen in der Wirbelsäule, was auch mit Gliederschmerzen einhergehen kann.
  • Tendomyopathien: Dabei handelt es sich um eine häufige rheumatische Erkrankung, die mit Schmerzen der Muskulatur und des Bindegewebes verbunden ist. Typisch sind kleine Verhärtungen der Muskulatur mit Gliederschmerzen.

Gliederschmerzen, die im Rahmen der genannten rheumatischen Erkrankungen entstehen, werden in der Regel schleichend über Wochen und Monate stärker. Daher sollten Sie chronische Beschwerden immer ernst nehmen und so bald wie möglich einen Arzt konsultieren, damit dieser eine geeignete Behandlung verordnet.

Rücken- und Wirbelsäulenbeschwerden

Eine Frau hält sich den Rücken weil sie Gliederschmerzen durch Wirbelsäulenprobleme hat.

Auch Rücken- und Wirbelsäulenprobleme können zu Gliederschmerzen führen. Je nachdem in welcher Höhe der Wirbelsäule das Problem liegt, sind die Schmerzen entweder in den Armen oder Beinen lokalisiert. Die Schmerzen machen sich ein- oder beidseitig bemerkbar.

Ursache für solche Gliederschmerzen ist, dass die Nerven, die aus dem Rückenmark austreten, zum Beispiel durch mechanischen Druck der Bandscheiben oder Verspannungen der Rückenmuskulatur gequetscht oder gereizt werden. Dadurch entstehen Empfindungsstörungen, die von leichten Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl bis zu unerträglichen Schmerzen und Lähmungserscheinungen reichen können.

Aha!

Treten die Gliederschmerzen ausschließlich in den Beinen und vor allem in den Oberschenkeln auf, könnte eine der folgenden drei Strukturen der Auslöser sein:

  • Ischiasnerv (Nervus ischiadicus)
  • vorderer Oberschenkelnerv (Nervus femoralis)
  • Nervengeflecht im Bereich der Wirbelsäule (Plexus lumbalis)

Demgegenüber kommen bei länger andauernden Schmerzen in den Händen und Armen vor allem zwei neurologische Erkrankungen in Betracht:

  • Verletzung oder Entzündung des Plexus brachialis, ein Nervengeflecht, das die Schultern und Arme versorgt
  • Karpaltunnelsyndrom, bei dem ein bestimmter Armnerv (Nervus medianus) durch Druck geschädigt wird

Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung

Vor allem nach einseitigen Belastungen oder bei orthopädischen Fehlstellungen treten Entzündungen

  • der Sehnen und/oder
  • der Sehnenscheiden (Hüllen um die Sehnen) auf.

Diese können sehr starke Schmerzen in den Gliedern hervorrufen und bei andauernder Belastung chronisch werden. Häufig betroffen sind vor allem die Sehnen des Unterarms, des äußeren Oberschenkels, des Knies (Kniebeugesehnen) oder des Unterschenkels (Achillessehne).

Muskelverletzungen

Ebenso können Muskelverletzungen durch Überbeanspruchung oder Sportunfälle akute Gliederschmerzen hervorrufen, beispielsweise:

Wer sich eine Muskelverletzung zugezogen hat, sollte dem betroffenen Körperbereich zunächst Ruhe gönnen und auf sportliche Aktivitäten verzichten. Hören Sie dabei auf Ihren Körper: Lässt der Muskel nach einigen Tagen wieder leichtes Traben oder Dehnen zu, spricht in der Regel auch nichts gegen sanfte sportliche Betätigung.

Muskelverspannung oder Gliederschmerz?

Während sich Gliederschmerzen vorrangig als beißende bis ziehende Schmerzen in den Armen und/oder Beinen äußern, können verspannte Muskeln theoretisch am ganzen Körper auftreten. Häufig sind jedoch Nacken, Rücken oder der Schulterbereich betroffen. Durch die Schmerzen kommt es nicht selten zu einer Einschränkung der Beweglichkeit, beispielsweise kann der Kopf nicht mehr gänzlich zur Seite gedreht werden. Typisch sind zudem Druckschmerzen sowie eine knotige Verhärtung der Muskulatur.

Nervenschmerzen (Neuralgien)

Unter Neuralgien versteht man Schmerzen, die durch Schädigungen von peripheren Nerven (außerhalb von Gehirn und Rückenmark) entstehen. Sind viele Nerven betroffen, spricht man von einer Polyneuropathie, die generalisierte, also den ganzen Körper betreffende Gliederschmerzen auslösen kann. Nervenschädigungen werden beispielsweise durch folgende Krankheiten oder Beschwerden verursacht:

  • Stoffwechselerkrankungen (beispielsweise Diabetes mellitus, schwere Schädigung der Nierenfunktion)
  • Entzündungen (zum Beispiel Herpes-Zoster-Infektion)
  • mechanische Beschädigung des Nerven (wie beim Bandscheibenvorfall)

Typisch für Neuralgien sind heftige, ziehend-reißende Gliederschmerzen in Armen und Beinen.

Interessant:

Schmerzende Glieder können – wenn auch selten – ein Symptom von Krebserkrankungen sein. Entweder verdrängt der Tumor umliegendes Gewebe, was die Schmerzen verursacht, oder er drückt auf Nerven.

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen, sogenannte Ischämien in den Extremitäten, sind mitunter ebenfalls mit starken Gliederschmerzen verbunden. Dabei verursachen

  • entweder Embolien (in Arterien) oder
  • Thrombosen (in Venen) den Verschluss der Blutgefäße.

Die dadurch verminderte oder ganz zum Erliegen kommende Durchblutung führt zu plötzlich auftretenden, sehr intensiven Schmerzen im betroffenen Arm oder Bein, die über Minuten, Stunden oder Tage immer stärker und quälender werden. Normalerweise schwillt das betroffene Körperteil an, verfärbt sich bläulich und reagiert empfindlich auf Druck. Suchen Sie beim Verdacht auf eine Durchblutungsstörung sofort ärztliche Hilfe auf.

Prämenstruelles Syndrom

Einige Frauen leiden in den Tagen vor der Regelblutung unter körperlichen sowie emotionalen Beschwerden. Das sogenannte prämenstruelle Syndrom (PMS) äußert sich beispielsweise durch Stimmungsschwankungen oder Reizbarkeit, aber auch Bauchschmerzen, Verstopfung oder Kopf- und Gliederschmerzen sind mögliche Symptome. Vermutlich ist das PMS mit einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zu erklären. Die genauen Mechanismen sind jedoch noch unbekannt.

Gliederschmerzen: Akut und chronisch

Gliederschmerzen lassen sich einteilen in akute und chronische Gliederschmerzen. Wie sie sich definieren und welche Erkrankungen in der Regel für akute beziehungsweise chronische Beschwerden sprechen, lesen Sie nachstehend.

Akute Gliederschmerzen

Akute Gliederschmerzen treten plötzlich auf, halten nur Stunden bis Tage an und können vom Betroffenen meist recht genau lokalisiert werden. Zu den Auslösern von akuten Gliederschmerzen zählen:

  • Infektionen durch Bakterien oder Viren (Erkältung, Grippe, Masern)
  • Durchblutungsstörungen (Thrombosen und Embolien)
  • Verletzungen und Überbelastungen (bei Arbeit und Sport) oder langfristige Fehlhaltungen des Körpers (zum Beispiel zu langes oder ungesundes Sitzen)

Chronische Gliederschmerzen

Chronische Gliederschmerzen halten über mehrere Monate – zum Teil auch jahrelang – an und können vom Betroffenen in der Regel nicht mehr genau lokalisiert werden. Die Schmerzen haben die Tendenz, sich auf Dauer zu verschlechtern und zu verselbstständigen. So entsteht mit der Zeit eine eigenständige Erkrankung, die körperliche, psychische und soziale Komponenten miteinschließt.

Chronische Gliederschmerzen können das Symptom für etliche, schwerwiegende Erkrankungen sein, zum Beispiel:

  • rheumatische Erkrankungen
  • Durchblutungsstörungen (zum Beispiel bei Arteriosklerose)
  • Bandscheibenprobleme

Auch eine dauerhafte Überlastung von Sehnen (Sehnenscheidenentzündung) oder Osteoporose (Knochenschwund) sind mögliche Auslöser für andauernde Schmerzen in den Gliedern. Deshalb sollten Betroffene, die über einen längeren Zeitraum an Beschwerden leiden, einen Arzt aufsuchen. Nach eindeutiger Diagnose kann er die passende Therapie in die Wege leiten.

Mittel gegen Gliederschmerzen bei Erkältung

Gliederschmerzen sind eine häufige, unangenehme, aber harmlose Begleiterscheinung von Erkältungen. Was kann man gegen Gliederschmerzen bei einem grippalen Infekt tun?

Schmerzmittel und Co. bei erkältungsbedingten Gliederschmerzen

Gegen Schmerzen in den Gliedern können rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke helfen. Die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Paracetamol wirken bei einer Erkältung zugleich schmerzstillend und fiebersenkend. Die beiden erstgenannten Wirkstoffe besitzen zudem entzündungshemmende Eigenschaften. Alle Schmerzmittel gegen Gliederschmerzen – auch rezeptfreie – sollten Sie jedoch ohne ärztliche Verordnung nicht länger als 3 Tage hintereinander und öfter als zehn Tage pro Monat einnehmen.3

In der Regel lassen die erkältungsbedingten Beschwerden nach etwa einer Woche nach.4 Sollte sich keine Besserung einstellen oder verschlimmern sich die Symptome gar, suchen Sie Ihren Hausarzt auf.

Gut zu wissen: Gliederschmerzen bei Grippe

Die Genesung einer echten Grippe (Influenza) – nicht zu verwechseln mit der Erkältung (grippaler Infekt) – kann bis zu 14 Tage dauern.5 Damit einhergehende Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber lassen sich ebenfalls meist gut mit Schmerztabletten behandeln. Zudem empfiehlt sich ausreichend Ruhe.

Ein Arztbesuch ist bei einem normalen Verlauf nicht nötig, außer Sie gehören zur Risikogruppe (beispielsweise ältere Personen, Schwangere, immungeschwächte Menschen). In diesem Fall ist eine ärztliche Behandlung angebracht, damit es nicht zu Komplikationen wie einer Lungenentzündung kommt.

Hausmittel gegen Gliederschmerzen bei Erkältung

Ein Erkältungsbad hilft einer Frau bei der Behandlung ihrer Gliederschmerzen

Neben schmerzstillenden Medikamenten lassen sich erkältungsbedingte Gliederschmerzen zudem mit diesen Maßnahmen gut in den Griff bekommen:

  • Wadenwickel: Bei Gliederschmerzen im Rahmen einer Erkältung hilft es oft auch, die Schmerzen in den Extremitäten durch kalte Wickel zu lindern. Dazu befeuchten Sie Handtücher mit kaltem Wasser (Wasserhahn-Temperatur), wringen sie aus und wickeln sie um beide Waden beziehungsweise Unterarme. Darüber legen Sie jeweils ein trockenes Handtuch zur Fixierung. Die kühlen Wickel führen zu einer besseren Durchblutung, lindern die Schmerzen und senken – womöglich vorhandenes – Fieber. Die Wickel bleiben etwa 10 Minuten an Ort und Stelle.6
  • Viel trinken: Gesund und besonders wohltuend sind Kräutertees, wie Kamillen-, Lindenblüten-, Weidenrinden- oder Holunder- und Ingwertee. Nicht nur die Wärme fördert das Wohlbefinden bei grippalen Infekten, die Inhaltsstoffe haben oftmals zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung. Die einzelnen Teesorten oder fertige Teemischungen können Sie im Teehandel, der Drogerie oder Apotheke kaufen.
  • Bettruhe: Bei einer Erkältung mit bleiernen, schmerzenden Gliedern und Kopfschmerzen ist es am besten, Sie bleiben im Bett. Wer sich schont und ausreichend schläft, unterstützt seine Immunabwehr im Kampf gegen die Erreger.
  • Heißes Bad: Bei Gliederschmerzen ohne Fieber kann ein heißes Bad helfen. Die Wärme lindert die Beschwerden, fördert die Durchblutung und erhöht die Körpertemperatur. Verstärken können Sie den Effekt, wenn Sie Badezusätze mit schmerzlindernden ätherischen Ölen ins Badewasser geben, zum Beispiel Fichtennadel-, Menthol-, Eukalyptus-, oder Thymianöl. Für das Bad füllen Sie die Wanne mit warmem Wasser (32 bis 39 Grad Celsius) und baden maximal 20 Minuten lang.7

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Wenn all das allerdings nicht anschlägt und die Schmerzen mit hohem Fieber (ab 39,1 Grad Celsius) oder häufigen Schweißausbrüchen verbunden sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.8

Was tun gegen Gliederschmerzen anderer Ursache?

Sind die Gliederschmerzen nicht durch eine einfache Erkältung bedingt, sondern stattdessen Begleitsymptom einer Grunderkrankung, sollte ein Arzt eine fundierte Diagnose stellen sowie eine gezielte Therapie einleiten. Ist die Ursache der Gliederschmerzen beispielsweise eine Nervenentzündung, können

  • entzündungshemmende Medikamente (Antiphlogistika) oder
  • Schmerzmittel (Analgetika)

die Muskel- oder Gelenkschmerzen in den Extremitäten lindern.
Nur in seltenen Fällen – zum Beispiel bei einem nicht abheilenden Karpaltunnelsyndrom (Nerv im Handbereich wird durch anhaltende Kompression geschädigt) – kann zur Behandlung von Gliederschmerzen eine Operation nötig sein.

Gliederschmerzen können ebenso aufgrund von Fehlstellungen oder Überbelastungen der Knochen und Gelenke entstehen. Hier können folgende Tipps helfen:

  • Vermeiden Sie einseitige Überbelastungen in Beruf oder Freizeit (Sport). Lernen Sie schonende Arbeits- und Bewegungstechniken.
  • Wenn Sie übergewichtig sind, reduzieren Sie Ihr Gewicht, das entlastet die Gelenke.
  • Müssen Sie lange vor dem Computer sitzen, legen Sie regelmäßig Pausen ein, laufen Sie ein paar Schritte und machen Sie Lockerungsübungen für Arme und Schultern.
  • Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und halten Sie vor allem Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur durch entsprechende Übungen fit.

Was tun, wenn die Gliederschmerzen bereits chronisch geworden sind?

Bei chronischen Gliederschmerzen eignen sich gezielte Maßnahmen, zum Beispiel:

  • Eine Massagetherapie kann dazu beitragen, die verkrampfte und verspannte Muskulatur zu lockern.
  • Je nach Ursache bietet sich auch Krankengymnastik an, um durch gezielte Bewegungsübungen die Gliederschmerzen zu lindern.
  • Bei Akupunktur beziehungsweise Akupressur werden bestimmte Punkte am Körper durch das Einstechen von Akupunktur-Nadeln oder durch Druck mit den Fingern stimuliert. Beide Techniken können Schmerzen in den Gliedern reduzieren.

Wann sollten Sie wegen Gliederschmerzen zum Arzt?

Wenn Sie nicht wissen, woher Ihre Gliederschmerzen kommen, sollten Sie nicht versuchen, sie selbst zu therapieren, sondern Ihren Hausarzt konsultieren. Er kann die Ursache der Beschwerden klären und damit eine individuell angepasste Therapie verordnen. Gerade wenn eine ernste Grunderkrankung vorliegt, wie eine schwere Infektion oder eine Nervenentzündung, wären Versuche der Selbsthilfe bestenfalls wirkungslos oder sie würden die Erkrankung sogar noch verschlimmern.

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Einen Arzt sollten Sie zudem aufsuchen, wenn die Gliederschmerzen

  • über einen längeren Zeitraum anhalten,
  • stärker werden,
  • nur in einer Extremität (Bein oder Arm) zu spüren sind und/oder
  • mit Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in der Extremität auftreten.

Diese Symptome könnten Anzeichen eines geschädigten Knochens, Gelenks oder Nervens sein oder von ernst zu nehmenden Grunderkrankungen wie Rheuma, Arthritis, Tumorerkrankungen oder Durchblutungsstörungen, und müssen von einem Arzt behandelt werden.

Tanja Albert
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