Kehlkopfentzündung: Symptome, Ursachen und Behandlung im Überblick

Wenn die Kehlkopfschleimhaut von Krankheitserregern angegriffen wird und sich entzündet, sprechen Experten von einer Kehlkopfentzündung (Laryngitis). Oft wird sie durch Viren verursacht und tritt im Rahmen einer Erkältung auf. In solchen Fällen handelt es sich um eine akute Kehlkopfentzündung. Diese heilt meistens nach spätestens zehn Tagen wieder komplikationslos ab. Hält die Entzündung allerdings seit mindestens drei Wochen an, sind die Kehlkopfschmerzen chronisch. Doch woran ist eine Kehlkopfentzündung zu erkennen? Was sind die Ursachen? Und welche Behandlung verspricht Hilfe bei Kehlkopfschmerzen? Hier finden Sie die Antworten.

Die Funktion des Kehlkopfes

Um Entstehung, Symptome und Behandlung einer Kehlkopfentzündung zu verstehen, ist es wichtig, vorher einen Blick auf die Funktion des Kehlkopfes zu werfen. In der Infobox haben wir alles Relevante zusammengefasst.

Die wichtigsten Fakten rund um den Kehlkopf auf einen Blick:

Was macht eigentlich der Kehlkopf?

Er ist für unsere Lautbildung verantwortlich: Ohne ihn könnten wir also weder sprechen noch singen.

Wo findet man den Kehlkopf?

Der Kehlkopf liegt zwischen Rachen und Luftröhre.

Wie ist der Kehlkopf aufgebaut?

Der Kehlkopf besteht aus Knorpelteilen, Muskeln sowie Bändern, die den Knorpel zusammenhalten. Der oberste Knorpel nennt sich Kehldeckel (Epiglottis). Mittig sind die Stimmbänder zu finden. Der Schildknorpel und der darunterliegende Ringknorpel bilden das Gerüst des Kehlkopfes und gehen direkt in die Luftröhre über. Der Schildknorpel zeichnet sich bei vielen Männern außen am Hals ab, bekannt als Adamsapfel.

Welche sind die wichtigsten Funktionen?

Das oberste Glied des Kehlkopfes – der Kehldeckel – verschließt den Eingang der Luftröhre beim Schlucken. So dringt keine Nahrung in die Lunge. Die mittig angelegten Stimmlippen erzeugen unsere Stimme. Durch die Luft, die beim Atmen aus der Lunge strömt, werden sie unter Spannung gesetzt. So entsteht der Ton.

Der Kehlkopf wird, bis auf den Kehldeckel und die Stimmbänder, von einer Schleimhaut geschützt. Gelangen Bakterien oder Viren auf diese Schleimhäute, können sie sich entzünden. Dann spricht man von einer Kehlkopfentzündung.

Typische Symptome einer Kehlkopfentzündung

Bellender Husten raubt Ihnen die Nerven? Sie haben ständig einen Kloß im Hals und Sprechen ist kaum noch möglich? Dann haben Sie sich wohl eine Kehlkopfentzündung eingefangen. Sie äußert sich vor allem durch Heiserkeit und Husten. Dadurch, dass eine Entzündung der Kehlkopfschleimhäute die Stimmbänder anschwellen lässt, wird die Stimme beeinträchtigt. Das lässt sie rau und heiser klingen. Teilweise haben Betroffene bis zu 40 Grad Fieber und leiden unter weiteren allgemeinen Symptomen eines Infekts wie starken Schluckbeschwerden oder einem Fremdkörpergefühl im Hals. Symptome wie diese sind Zeichen für eine akute Kehlkopfentzündung.

Wer über mehrere Wochen hinweg anhaltende Kehlkopfschmerzen hat, ist wahrscheinlich von einer chronischen Kehlkopfentzündung betroffen. Typische Symptome sind hier ebenfalls Reizhusten und Heiserkeit. Hinzu kommen der Zwang, sich ständig räuspern zu müssen, ein starkes Trockenheitsgefühl im Hals sowie eine geringe Belastbarkeit der Stimme. Oft besitzen Menschen, die chronische Kehlkopfschmerzen haben, eine relativ tiefe Tonlage.

Kehlkopfschmerzen? Das können die Ursachen sein

Auslöser einer Kehlkopfentzündung sind in den meisten Fällen Viren, seltener Bakterien, die die schützenden Schleimhäute um den Kehlkopf angreifen. Folgende Erreger sind häufig die Auslöser:

  • Grippeviren (Influenzaviren)
  • Erkältungsviren (Rhino- oder Adenoviren)
  • Bakterien der Gattungen Moraxella oder Haemophilus sowie Pneumokokken

In der Regel ist die Kehlkopfentzündung ansteckend: Die viralen oder bakteriellen Erreger sind auch im Nasen-Rachenraum angesiedelt und können per Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen oder Sprechen übertragen werden. Genauso wie bei der chronischen Rachenentzündung sind die Ursachen für eine chronische Kehlkopfentzündung oft mechanische oder chemische Reize: Zu diesen können die starke Belastung der Stimme durch Schreien sowie trockene Luft oder schädliche Reizstoffe wie Zigarettenrauch zählen.

Sonderformen der Kehlkopfentzündung

Kehlkopfentzündung ist nicht gleich Kehlkopfentzündung. Je nach Symptomen, Ursache und Verlauf können neben akuter und chronischer Art noch weitere Sonderformen unterschieden werden. Hier ein Überblick:

  • Epiglottitis: Die Epiglottitis oder auch Kehldeckelentzündung ist ein lebensbedrohlicher Typ der Kehlkopfentzündung. Bemerkbar macht sie sich durch hohes Fieber, starke Schmerzen beim Schlucken und verengte Luftwege, die das Atmen erschweren. Oft tritt die Krankheit bei Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren auf. Wenn Sie typische Symptome einer Kehlkopfdeckelentzündung bei Ihrem Kind erkennen, handeln Sie umgehend: Der Kehlkopfeingang kann bei Fortschreiten der Erkrankung gänzlich zu schwellen. Im schlimmsten Fall können Betroffene daran ersticken.
  • Pseudokrupp: Pseudokrupp ist ebenfalls eine vor allem bei Kindern auftretende Form der Kehlkopfentzündung. Sie zeichnet sich durch krampfartige und bellende Hustenanfälle aus, den sogenannten Krupphusten. Dieser tritt zumeist nachts auf und kann aufgrund seiner Stärke zu Atemnot führen. Die Symptome lösen bei einigen Kindern Panikanfälle aus, was zu einer Erstickung führen kann.
  • Reinke-Ödem: Das Reinke-Ödem ist eine organische Veränderung der Stimmlippen. Bei Betroffenen sind die Stimmlippen dauerhaft angeschwollen. Das Ödem tritt insbesondere bei Rauchern und Personen mit dauerhafter Stimmüberlastung auf, wie bei Sängern oder Rednern. Charakteristische Symptome sind Heiserkeit, ständiges Räuspern, schnelles Ermüden der Stimme sowie eine raue, nicht belastbare Stimme.
  • refluxbedingte Kehlkopfentzündung: Bei Sodbrennen läuft der saure Mageninhalt zurück in die Speiseröhre und den Rachen. Dadurch wird die Schutzschicht des Kehlkopfes – die Schleimhaut – angegriffen. Das führt zu einer dauerhaften Reizung, die sich durch Heiserkeit und ein Fremdkörpergefühl bemerkbar macht. Betroffene verspüren diese Symptome vor allem in einer liegenden Position.

Die Sonderformen der Kehlkopfentzündung sind ernstzunehmende Erkrankungen. Besteht keine Atemnot, lassen sich Epiglottitis sowie Pseudokrupp mit Antibiotika in den Griff bekommen. Sicherheitshalber sollte jedoch eine dauerhafte ärztliche Betreuung oder ein Krankenhausaufenthalt vorgezogen werden, vor allem bei Kindern. Bei einem Reinke-Ödem ist eine logopädische Behandlung oder eine operative Beseitigung der Schwellung zu empfehlen.

Kehlkopfschmerzen – die richtige Behandlung

Es ist wichtig, dass eine Kehlkopfentzündung immer behandelt wird, denn ohne die richtige Therapie können sich akute Kehlkopfschmerzen zu chronischen entwickeln. Da die Entzündung der Kehlkopfschleimhaut meist viralen Ursprungs ist, ist eine spezifische Behandlung nicht möglich. Es gibt jedoch einige Hausmittel, die Linderung versprechen. Empfehlenswert ist vor allem: viel trinken! Das hilft, die Schleimhäute feucht zu halten. Auch Inhalieren hat sich als bewährtes Mittel gegen Kehlkopfschmerzen erwiesen.

Für den wesentlichen Part der Behandlung bei Kehlkopfschmerzen ist der Betroffene selbst zuständig. Folgende Maßnahmen sollten auf jeden Fall eingehalten werden:

  • Stimme schonen
  • striktes Rauch- und Alkoholverbot
  • Verzicht auf scharfe Gewürze im Essen

Hausmittel und allgemeine Maßnahmen können jedoch nicht immer einen Arztbesuch ersetzen. Wenn die Kehlkopfentzündung bakteriell bedingt ist, müssen Antibiotika eingenommen werden. Auch kann es passieren, dass die Schleimhäute soweit anschwellen, dass Sie schlecht Luft bekommen. Suchen Sie in diesem Fall umgehend einen Arzt auf. Meistens ist dann die Einnahme von Kortison notwendig.

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