Hinterkopfschmerzen: Ursachen im Überblick


Hinterkopfschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die von harmlosen Verspannungen bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen reichen. Zu den häufigeren Ursachen gehören:

Darüber hinaus können auch Halswirbelsäulenprobleme wie Bandscheibenvorfälle oder Fehlhaltungen, Bluthochdruck, sowie Clusterkopfschmerzen zu Hinterkopfschmerzen führen.

Wenn Sie häufiger unter Kopfschmerzen leiden, kann dies nicht nur zu lokalen Schmerzen führen, sondern auch die Art und Weise verändern, wie Ihr Gehirn Schmerz wahrnimmt. Durch wiederholte Kopfschmerz-Episoden sinkt die Schmerzschwelle, was bedeutet, dass Sie Schmerzen schneller und intensiver spüren als Menschen, die weniger oder keine Kopfschmerzen haben. Dieser Prozess kann bei allen Kopfschmerzarten zu einem Teufelskreis führen, in dem die Schmerzempfindlichkeit im Gehirn verstärkt wird. Es wird zunehmend schwieriger, den Schmerz zu kontrollieren, und die Schmerzen können intensiver und häufiger auftreten.

Dieser Mechanismus macht es besonders wichtig, frühzeitig präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören unter anderem:

  • Trinken Sie circa mindestens 1,5 Liter pro Tag.2 Am besten eignen sich Wasser, Fruchtschorlen oder Kräutertees.
  • Essen Sie gesund: Verzichten Sie auf zu viel Fett und Süßigkeiten und greifen Sie stattdessen lieber beherzt zu frischem Obst und Gemüse.
  • Bewegen Sie sich ausreichend an der frischen Luft.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin.
  • Schlafen Sie ausreichend: Ein Erwachsener braucht täglich durchschnittlich 7 bis 9 Stunden Schlaf.3

Schmerzen im Hinterkopf — wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?

Nicht jeder Kopfschmerz ist ein Grund zur Sorge, doch in bestimmten Situationen sind sie ein Warnsignal. Ärztliche Abklärung ist wichtig, wenn die Kopfschmerzen:1

  • plötzlich und ungewöhnlich heftig auftreten („Donnerschlagkopfschmerz“)

  • von neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen begleitet werden

  • mit weiteren Beschwerden wie Nackensteifigkeit, Fieber oder Bewusstseinsveränderungen einhergehen

  • die Kopfschmerzen erstmalig sehr stark auftreten (vor allem bei Personen ab dem 60. Lebensjahr)

Solche Beschwerden können auf ernsthafte Erkrankungen wie einen Schlaganfall oder eine Hirnblutung hindeuten und sollten sofort medizinisch abgeklärt werden. Erster Ansprechpartner ist der Hausarzt, der Sie bei Bedarf an einen Neurologen überweist.

Kopfschmerzen im Hinterkopf durch Nackenverspannungen


Verspannungen der Nackenmuskulatur sind eine häufige Ursache für Kopfschmerzen im Hinterkopf. Besonders wer täglich viele Stunden am Laptop verbringt und dabei den Kopf nach vorn neigt, riskiert, die Muskulatur im Nackenbereich zu überlasten, was zu schmerzhaften Verspannungen führen kann. Diese Verspannungen zählen zu den häufigsten Auslösern für Spannungskopfschmerzen, die oft bis in den Hinterkopf ziehen.

Zur Vorbeugung und Linderung von Nackenverspannung empfehlen sich beispielsweise folgende Maßnahmen:

  • Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Achten Sie darauf, dass der Bildschirm auf Augenhöhe ist und Ihre Haltung neutral bleibt, um eine Überlastung der Nackenmuskulatur zu vermeiden.
  • Regelmäßige Pausen: Stehen Sie regelmäßig auf, dehnen Sie sich und gehen Sie ein paar Schritte, um die Muskulatur zu entspannen.
  • Korrekte Sitzhaltung: Sitzen Sie aufrecht mit beiden Füßen flach auf dem Boden und vermeiden Sie es, den Kopf nach vorne zu neigen.
  • Nackenübungen: Führen Sie regelmäßig Dehn- und Mobilisationsübungen für den Nackenbereich durch, um die Muskulatur geschmeidig zu halten.
  • Richtige Matratze und Kissen: Achten Sie darauf, dass Ihre Matratze und Ihr Kissen eine gute Unterstützung bieten, um die Nackenmuskulatur während des Schlafs zu entlasten.
  • Stressmanagement: Probieren Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Tai Chi oder Meditation aus, um Stress abzubauen und Verspannungen vorzubeugen.

Kopfschmerzen im Hinterkopf beim Liegen

Muskuläre Verspannungen können auch dann erst ihre negativen Auswirkungen zeigen, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Tagsüber bewegt man sich und ist abgelenkt – bei manchen Menschen treten die Schmerzen im Hinterkopf daher erst beim Liegen auf. Häufig ist eine dauerhafte Fehlhaltung schuld an den muskulären Verspannungen. Um die Kopfschmerzen im Nacken und Hinterkopf zu lindern, ist ausreichend Bewegung ebenso wichtig wie eine korrekte Körperhaltung beim Sitzen sowie eine an den Körper angepasste Matratze und gute Kissen, um Hinterkopfschmerzen vorzubeugen.

Migräne als Ursache für Hinterkopfschmerzen


Schmerzen im Hinterkopf können auch durch Migräne verursacht werden. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen treten diese in der Regel einseitig auf und werden von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Geräuschempfindlichkeit begleitet.

Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, jedoch spielen wohl genetische Faktoren eine Rolle.4 Zudem gibt es bestimmte Trigger (Auslöser), die eine Migräneattacke hervorrufen können. Diese sind individuell verschieden und reichen von Wetterveränderungen über bestimmte Nahrungsmittel bis hin zu Stress. Um herauszufinden, ob es sich bei den Hinterkopfschmerzen um eine Migräne handelt, empfiehlt sich der Besuch beim Arzt. Das Führen eines Kopfschmerzkalenders kann helfen, die persönlichen Trigger herauszufinden.

Hinterkopfschmerzen im Rahmen einer Erkältung


Kopfschmerzen, die in den Hinterkopf ausstrahlen, können bei einer Erkältung auf eine entzündete Keilbeinhöhle hinweisen. Die Keilbeinhöhle gehört zu den Nasennebenhöhlen und ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die unter anderem zur Verstärkung der Stimme dient. Bei einer Erkältung kann eine Entzündung auf die Schleimhäute der Nasennebenhöhlen übergreifen, was zu veränderten Druckverhältnissen im Schädelbereich und schlussendlich zu starken Kopfschmerzen im Hinterkopf führen kann.

Besteht der Verdacht einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn: Eine verschleppte Nasennebenhöhlenentzündung kann Komplikationen nach sich ziehen, zum Beispiel chronische Entzündungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Eine starke Nackensteife im Zuge einer Nasennebenhöhlenentzündung kann auf ernsthafte neurologische Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung (Meningitis) hinweisen. Auch das sollte von einem Arzt abgeklärt werden.

Neuralgien als Ursache für einen schmerzenden Hinterkopf


Auch Nervenschmerzen (Neuralgie) am Kopf können Kopfschmerzen im Hinterkopf auslösen. Die Symptome einer Neuralgie hängen stark davon ab, welcher Nerv betroffen ist.

Ursachen für eine Neuralgie können sein:

  • Entzündung von Nerven
  • eingeklemmte Nerven
  • äußerer Druck, zum Beispiel kann ein enger Hut oder eine Schwimmbrille Hautnerven reizen und die Kopfschmerzen auslösen
  • Kälte, zum Beispiel beim Schwimmen in sehr kaltem Wasser
  • Quetschung der Nervenwurzel, möglicher Auslöser für eine Reizung des fünften Hirnnervs Nervus trigeminus; die Reizung führt typischerweise zu einseitigen, plötzlich auftretenden und heftigen Nervenschmerzen am Kopf
  • Trauma nach Unfall: starke Verspannungen und Verhärtungen im Bereich der Nackenmuskeln lösen starke Kopfschmerzen im Hinterkopf aus, die sich dann bis zum Scheitel erstrecken können

Ein weiteres Krankheitsbild — die Occipitalneuralgie (chronische Nervenschmerzen)


Die Nerven Nervus occipitalis major und Nervus occipitalis minor verlaufen an der Rückseite des Kopfes hin zur Stirn, den Schläfen und der Schädelseite. Sind die Nerven gereizt, folgt der Schmerz ihrem Verlauf und kann auch nach vorne in Richtung Augen ausstrahlen. Bei manchen Patienten verschlimmert sich der Schmerz, wenn sie den Kopf bewegen.

Ursachen für eine Occipitalneuralgie können sein:

  • Infektionen und Entzündungen,
  • verletzte oder eingeengte Occipitalis-Nerven,
  • Gelenkarthrose im oberen Halswirbelbereich sowie
  • Muskelverspannungen im Nacken

Die Behandlung der Occipitalneuralgie umfasst mehrere Ansätze, die oft miteinander kombiniert werden:

  1. Systemische Schmerztherapie: Lang wirksame, entzündungshemmende Schmerzmittel werden verschrieben, um die Schmerzen zu lindern.
  2. Lokale Nervenblockade: Durch Injektionen mit betäubenden Medikamenten werden die gereizten Nervenstränge blockiert. Eine Kombination mit Steroid-Injektionen kann zur Reduktion der Entzündung beitragen.
  3. Mikrochirurgische Neurolyse: Ein minimal-invasiver chirurgischer Eingriff behebt Einengungen, die auf den Nerv drücken.

Zusätzlich empfinden viele Patienten physikalische Therapien wie Wärme- oder Kältetherapien als hilfreich.

Häufig gestellte Fragen zu Hinterkopfschmerzen


Was können Schmerzen im Hinterkopf bedeuten?

Hinterkopfschmerzen entstehen häufig durch Muskelverspannungen im Nacken- und Schulterbereich, ausgelöst durch Stress, Fehlhaltungen oder Bewegungsmangel. Auch Migräne kann eine Ursache sein. In seltenen Fällen weisen die Beschwerden auf ernsthafte Erkrankungen wie Tumore oder Gefäßprobleme hin.​

Was tun bei Schmerzen im Hinterkopf?

Wärmeanwendungen, gezielte Dehnübungen und Entspannungstechniken können die Schmerzen im Hinterkopf lindern. Eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und regelmäßige Bewegung helfen zudem, Verspannungen vorzubeugen. Bei anhaltenden oder starken Schmerzen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.​

Wann zum Arzt mit Hinterkopfschmerzen?

Eine medizinische Abklärung sollte unter anderem dann erfolgen, wenn die Kopfschmerzen häufig und stark auftreten, oder von Symptomen wie Schwindel, Seh- oder Sprachstörungen, Verwirrtheit sowie einem Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen begleitet werden. Ein Arztbesuch ist auch dann ratsam, wenn die Kopfschmerzen erstmalig sehr stark sind; dies gilt vor allem für Personen über 60 Jahren.1 In seltenen Fällen kann hinter Kopfschmerzen eine ernsthafte Erkrankung wie ein Schlaganfall oder eine Gehirnblutung stecken.

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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