Schmerzanalyse mit dem Migräne-Tagebuch

Der Kopf pulsiert vor Schmerz, die Augen werden lichtempfindlich und ein normaler Alltag ist für viele Betroffene kaum noch möglich: eine Migräneattacke schlägt zu. Viele Menschen ziehen sich dann an einen dunklen und stillen Ort zurück und versuchen, die qualvollen Stunden mit Schmerzmitteln zu überstehen. Da jede Migräne individuell verläuft, muss auch die Therapie auf jede einzelne Person angepasst werden. Um die Suche nach der passenden Behandlungsmethode zu erleichtern, kann jede Information rund um den Schmerzanfall helfen. Ein wichtiges Hilfsmittel dafür ist das Migräne-Tagebuch (oder der Migräne-Kalender), welches jeder Patient sorgfältig führen sollte.

Ein Überblick mit dem Migräne-Kalender unterstützt die Behandlung

Damit der behandelnde Arzt dem Migränepatienten besser helfen kann, benötigt er so viele sachliche Informationen über den Verlauf der Schmerzattacken, wie möglich. Je klarer das Bild der Erkrankung ist, desto genauer kann eine Therapie mit Schmerzmitteln und Entspannungstechniken entwickelt werden.

Dafür muss aber jeder Patient mit viel Geduld, Mühe und Aufmerksamkeit die Regelmäßigkeiten, Schmerzintensität und mögliche Trigger (Auslöser) identifizieren und notieren. Ein wichtiges Hilfsmittel dafür ist der Migräne-Kalender, in den diese Informationen eingetragen werden.

Damit die Ergebnisse bestmöglich genutzt werden können, sind also folgende Punkte wichtig:

  • der Patient sammelt zuverlässig Daten über den Schmerzverlauf
  • die Informationen werden an den behandelnden Arzt weitergegeben
  • der Arzt passt die Therapie auf die individuellen Werte an
  • die Daten werden ständig weiter gesammelt und mit den vorherigen Informationen abgeglichen – so ist eine Verbesserung oder Verschlechterung schnell sichtbar

Migräne-Tagebuch downloaden

Ein Migräne-Tagebuch sollte immer geführt werden – egal ob zuhause oder unterwegs. Der Monatskalender lässt sich ganz einfach hier runterladen und ausdrucken.

Zusammen gegen die Schmerzen

Eine Migräne gehört unbedingt in ärztliche Behandlung, damit die Schmerzen schnell gelindert werden und ein möglichst schmerzfreies Leben geführt werden kann. Viele Patienten scheuen sich davor, die Daten über die eigene Migräneerkrankung dem behandelnden Arzt zu übergeben, da sie sich nicht aufdrängen wollen. Doch eine Behandlung kann nur so gut sein, wie das Fundament, auf dem sie gebaut wird. Für Diabetiker ist das Führen eines Blutzucker Kalenders auch eine vollkommen alltägliche Aufgabe. Ein Arzt, der sich mit Migräne gut auskennt, wird die gesammelten Informationen aus dem Migräne-Kalender für eine individuell angepasste Therapie nutzen. Also keine Angst! Gemeinsam mit dem Arzt können Sie einen Plan gegen die Migräne schmieden.

Diese Informationen gehören in das Migräne-Tagebuch

Wer ein Migräne-Tagebuch führt, hat es bei der Erhebung der Daten meist sehr leicht. Alle möglichen Informationen rund um den Schmerz können in die vorgedruckten Felder für jeden Tag eines Monats eingefügt werden.

Besonders wichtig sind vor allem folgende Daten:

  • Schmerzauslöser
  • Stärke der Schmerzattacke
  • Dauer des Migräneanfalls
  • Art des Schmerzes (pulsierend, stechend, drückend, einseitig, beidseitig)
  • Begleitsymptome (Erbrechen, Übelkeit, Lärm-, Licht- und Geruchsempfindlichkeit)
  • eingenommene Medikamente

Anhand dieser Informationen kann schon innerhalb eines Monats ein Schmerzverlauf analysiert werden. Je länger die Beobachtung andauert, desto mehr Daten stehen natürlich zum Vergleich und erleichtern die Arbeit des Arztes deutlich. So lassen sich auch die Auslöser für die Attacke besser erkennen.

Mögliche Auslöser für eine Migräne Attacke

Die Trigger für eine Attacke können sehr unterschiedlich sein. Häufig verursachen Stress, Störungen im Schlaf-/Wachrhythmus, Menstruation, Wetterfühligkeit, Flüssigkeitsmangel oder die Ernährung einen Migräneanfall. Um ein klares Bild von den Auslösern zu bekommen und den Alltag damit möglichst reizarm zu gestalten, müssen die Trigger stets sehr sorgfältig in den Migräne-Kalender eingetragen werden. Besonders die Ernährung kann bei einer Migräneerkrankung eine wichtige Rolle spielen. Auch wenn Sie also stark auf ein bestimmtes Lebensmittel reagieren, sollten Sie das unbedingt im Migräne-Tagebuch vermerken.

Folgende Nahrungsmittel können beispielsweise eine Schmerzattacke auslösen:

  • Alkohol
  • Koffein
  • sehr reife Bananen
  • lange gelagerte Speisen
  • Trockenfrüchte

Da jeder Betroffene individuell auf Auslöser reagiert, ist es wichtig, den eigenen Körper genau zu beobachten und nicht grundsätzlich auf gewisse Nahrungsmittel zu verzichten.

Stärkere Migräne während der Menstruation

Circa ein Drittel aller Frauen im gebärfähigen Alter leiden vor oder während der Menstruation an Migräneattacken. Die hormonell bedingten Migräneanfälle dauern meist länger als eine gewöhnliche Migräne. Beide Formen werden jedoch mit den gleichen Schmerzmitteln behandelt. Nur wer sich für eine Migräneprophylaxe entscheidet, muss während der Menstruation aufpassen: Viele herkömmliche Prophylaxe-Medikamente wirken in dieser Zeit nicht. Nach den Wechseljahren nimmt die Häufigkeit der Migräneanfälle dann deutlich ab.1

Migräne-Tagebuch to go: Die Migräne-App

Um den Migräne-Kalender leicht und praktisch zur Hand zu haben, gibt es auch die Möglichkeit, eine Migräne-App zu verwenden. Dort können die jeweiligen Daten praktisch in das Smartphone eingegeben werden, gehen nicht so einfach verloren und stehen jederzeit zur Verfügung. Zudem bietet sich die Möglichkeit, direkt eine Statistik zum Schmerzverlauf anzuzeigen. So lassen sich Regelmäßigkeiten, Auslöser und Schmerzstärke einfacher auslesen. Bei manchen Apps können die Nutzer, die unter einer Migräne mit Aura leiden, diese sogar in Form einer Live-Simulation nachverfolgen. So kann die Stärke des Anfalls direkt nachvollzogen werden.

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1Ärztezeitung: Migräne zur Menstruation – oft sind fallende Östrogenspiegel die Ursache. URL: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/kopfschmerzen/article/529995/migraene-menstruation-oft-fallende-oestrogenspiegel-ursache.html (15.10.2018).