Erkältung — Symptome, Entstehung, Verlauf & Behandlung

3. Dezember 2020
14 Min.

In der kalten Jahreszeit hat sie Saison: die Erkältung. Husten oder Schnupfen erwischen dann fast jeden einmal. Erfahren Sie hier, durch welche Symptome sich die Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) noch äußert, wodurch sie übertragen wird und wie Sie sie möglichst schnell wieder loswerden.

Übersicht:

Die Symptome der Erkältung erkennen

Eine Frau liegt mit typischen Erkältungssymptomen wie Kopfschmerzen und Fieber im Bett

Die Viren, die eine Erkältung verursachen, dringen in die oberen Atemwege ein. Die Symptome eines grippalen Infekts beschränken sich daher meist auf diese Körperregion. Ein erstes Anzeichen einer Erkältung sind häufig Halsschmerzen. Im weiteren Verlauf folgen in der Regel Schnupfen, Kopfschmerzen, Fieber und Husten. Die Beschwerden bei einer Erkältung können in ihrer Intensität variieren — sie treten jedoch für gewöhnlich schleichend auf. Nach etwa einer Woche (oder höchstens zehn Tagen) klingen die Beschwerden normalerweise langsam ab. Der Husten kann sich mehrere Tage bis Wochen halten.

Die Symptome einer Erkältung auf einen Blick



Der Vorbote einer Erkältung: Halsschmerzen

Da die Erkältungsviren per Tröpfcheninfektion in die oberen Atemwege gelangen, zeigen sich hier auch die ersten Symptome. Bei dieser Infektionsart werden Bakterien oder Viren durch winzige Tröpfchen übertragen, die beim Niesen oder Husten über die Atemwege an die Luft abgegeben werden und so zu anderen Menschen gelangen. Ein leichtes Kratzen im Hals und Schluckbeschwerden sind meist erste Anzeichen dafür, dass sich eine Erkältung anbahnt. Die Viren setzen an den empfindlichen Schleimhäuten an und verursachen die typischen Symptome. Die Halsschmerzen bei einer Erkältung halten in der Regel nur wenige Tage an. Sollten die Beschwerden länger bestehen oder stärker werden, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen. Denn: Möglicherweise liegt eine Entzündung der Rachenmandeln (Tonsillitis) vor. Im Verlauf einer Erkältung kann es zudem zu Heiserkeit kommen. Durch die Schwellung der Stimmbänder wird die Stimme dabei rauer beziehungsweise leiser als sonst und kann vorübergehend gänzlich verloren gehen.

Kommt eine Erkältung von Kälte?

Zwar steckt der Begriff im Namen, jedoch kann Kälte allein nicht zur Erkältung führen. Es bedarf stets einer Infektion mit sogenannten Erkältungsviren (etwa Rhinoviren), die die typischen Symptome verursacht.

Schnupfen: Entzündung der Nasenschleimhaut

Im Verlauf der Erkältung prägen sich weitere Symptome aus. So kommt es mitunter zu einer Entzündung der Nasenschleimhäute, dem Schnupfen (Rhinitis). Die Schleimhäute schwellen an, die Nase verstopft und das Atmen ist für die Betroffenen deutlich erschwert. Durch die Schwellung sammelt sich vermehrt Schleim in der Nase an, welcher ein guter Nährboden für die Keime ist. Demnach ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Entzündung aus der Nase auch bis in die angrenzenden Nasennebenhöhlen ausbreitet. Die Folge: Ein Druckgefühl in Gesicht und Stirn. Bahnen sich die Viren hingegen einen Weg in Richtung der unteren Atemwege, entsteht eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis) und im schlimmsten Fall eine Lungenentzündung.Darüber hinaus kann es außerdem zu Nasenbluten kommen, wenn zum Beispiel beim Naseputzen kleine Blutgefäße in der Schleimhaut platzen. Das ist prinzipiell ungefährlich — lediglich wenn Nasenbluten vermehrt auftritt, sollte ein Arzt kontaktiert werden.


Husten während der Erkältung: Trocken und produktiv

Husten an sich ist ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers: Durch das Abhusten werden Staub, kleinste Fremdkörper oder Krankheitserreger aus dem Organismus befördert. Im Rahmen einer Erkältung handelt es sich für gewöhnlich zunächst um einen trockenen und unproduktiven Reizhusten (ohne Schleimauswurf). Dieser entsteht durch die entzündlich bedingte Reizung der Atemwege. Stellt sich im Verlauf der Erkältung dann eine vermehrte Schleimproduktion ein, verändert sich der Reizhusten in einen produktiven Husten mit Auswurf. Dieser ist meist farblos und klar. Sollte er eine andere Farbe aufweisen (etwa gelblich bis grün), kann dies auf eine zusätzliche bakterielle Infektion hindeuten. Mediziner sprechen dann von einer Super- oder Sekundärinfektion.

Der grippale Infekt sorgt für Schmerzen

Durch die verschleimten Atemwege und die geschwollenen Schleimhäute entsteht möglicherweise erhöhter Druck im Kopfbereich (genauer: in den Nasennebenhöhlen). Dies kann zu Erkältungsschmerzen wie beispielsweise Kopfschmerzen führen. Bei einem grippalen Infekt sind diese in der Regel eher dumpf und nicht übermäßig stark ausgeprägt. Auch Gliederschmerzen sind bei einer Erkältung normal. Betroffene beschreiben sie oft als ziehende oder reißende Missempfindungen in den Muskeln der Arme und Beine. Darüber hinaus fühlen sich die Gliedmaßen in vielen Fällen so an, als wären sie schwer wie Blei. Durch eine Schonhaltung aufgrund der Beschwerden und die folgende Verspannung der Muskulatur, können auch Rücken- und Nackenschmerzen auftreten.

Fieber bei einer Erkältung?

Fieber während der Erkältung ist ein Anzeichen für die Immunreaktion des Körpers. Die Temperatur ist bei einer Erkältung, wenn überhaupt, meist nur leicht erhöht — zwischen 38,1 bis 38,5 Grad Celsius — und sinkt mit dem Auskurieren der Infektion üblicherweise von selbst wieder.2 Die leicht erhöhte Körpertemperatur kann zusätzlich von einem gestörten Temperaturempfinden begleitet sein. Es kommt dann abwechselnd zu Schwitzen und Schüttelfrost. Während dieser Phase der Erkältung fühlen sich Betroffene abgeschlagen sowie müde und brauchen Ruhe.

Verschleppte Erkältung: Symptome bleiben bestehen

Die Gesamtdauer einer Erkältung überschreitet nur selten sieben bis zehn Tage.1 Die Symptome des grippalen Infekts klingen in der Folge nach und nach ab. Sind die Krankheitsanzeichen jedoch über mehrere Wochen hinweg vorhanden, besteht die Gefahr, die Erkältung verschleppt zu haben. Der Körper konnte dann die Krankheitserreger nicht vollständig eliminieren und bleibt geschwächt. Somit bietet er auch anderen Erregern eine Angriffsfläche und erkrankt immer wieder aufs Neue. Damit das nicht passiert, sind die richtige Behandlung und ausreichend Ruhe sowie körperliche Schonung wichtig.

Gut zu wissen: Erkältung im Sommer

In den warmen Sommermonaten kann die Luft von Klimaanlagen beispielsweise einen grippalen Infekt begünstigen. Nicht nur trocknet diese die Schleimhäute aus und macht sie dadurch anfälliger für Keime — über das Gebläse der Klimaanlagen verteilen sich die Erreger zudem besser in der Umgebung. Auch beim Baden besteht ein Risiko: Beispielsweise verengen sich bei zu langem Aufenthalt im kalten Wasser die Blutgefäße in den Schleimhäuten, wodurch diese sich schlechter gegen Erreger zur Wehr setzen können.

So entsteht ein grippaler Infekt: Viren dringen in den Körper ein

Eine erkältete Frau putzt sich die Nase

Bei einer Erkältung gelangen Viren in erster Linie über die oberen Atemwege in den Organismus. Vor allem Rhinoviren, Coronaviren, Respiratorische Syncytial-Viren (kurz RS-Viren), Parainfluenzaviren, Adenoviren und ECHO-Viren, können für einen grippalen Infekt und die zugehörigen Symptome verantwortlich sein.



Corona ist nicht gleich Corona

Seit Ende 2019 ist der Begriff „Corona“ für kaum jemanden mehr ein Fremdwort. Und das, obwohl Coronaviren schon Mitte der 60er Jahre identifiziert wurden. Seitdem begleiten sie uns jedes Jahr und sind Verursacher vieler meist normal verlaufender Erkältungen. Das neuartige SARS-CoV2 Virus gehört ebenso zu dieser Virenfamilie und kann milde Erkältungssymptome wie Husten und Fieber auslösen, aber auch einen schweren Verlauf nehmen. Aktuell forschen verschiedene Gruppen von Wissenschaftlern an einer spezifischen Therapie gegen SARS-CoV2.3



Via Tröpfcheninfektion gelangen die Viren von einer Person zur nächsten. Das heißt: Beim Husten, Niesen und Sprechen werden die Erreger über den Speichel in die Umwelt abgegeben und Menschen im Umfeld infizieren sich. Vor allem, wenn sich viele Personen gleichzeitig in einem geschlossenen Raum aufhalten, verbreiten sich die Viren sehr leicht. Das Immunsystem reagiert normalerweise auf die körperfremden Eindringlinge und bekämpft sie. Ist es allerdings geschwächt, besiedeln die Viren die empfindlichen Schleimhäute der Atemwege und verursachen den Infekt.



Wichtiger Unterschied: Erkältung oder Grippe?

Im Alltag wird eine Erkältung (grippaler Infekt) oftmals als Grippe bezeichnet – das ist jedoch falsch. Bei einer echten Grippe (Influenza) handelt es sich um ein anderes Krankheitsbild, ausgelöst durch Influenzaviren. Die Symptome einer Grippe treten plötzlich und intensiv auf. Bei einer Grippeerkrankung ist zudem sehr hohes Fieber (bis zu 41 Grad Celsius) möglich, wobei der Patient oft mehrere Tage im Bett bleiben muss.4 Bei chronisch Kranken, Menschen mit einer Immunschwäche und älteren Personen kann eine Grippe sogar zu lebensgefährlichen Komplikationen (wie etwa eine Lungenentzündung) führen.

Dauer und Verlauf: Nach etwa einer Woche wieder fit

Die Symptome einer Erkältung stellen sich üblicherweise schleichend ein. Wenige Tage nach der Ansteckung treten die ersten Krankheitsanzeichen auf. Bei einem starken grippalen Infekt ist es ratsam, ein paar Tage im Bett zu ruhen. Von körperlicher Anstrengung ist abzuraten. In der Regel beträgt die Dauer einer Erkältung sieben bis zehn Tage.1 Die Symptome des grippalen Infekts klingen in der Folge meist von allein wieder ab. Ein Arztbesuch ist nur dann notwendig, wenn die Krankheitszeichen länger bestehen bleiben, sie intensiver als gewöhnlich sind oder wenn weitere Symptome hinzukommen.

Die Behandlung einer Erkältung

Eine gewöhnliche Erkältung bedarf meist keiner ärztlichen Behandlung. Viel Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Flüssigkeit helfen bei der Genesung. Wasser beziehungsweise ungesüßte Früchte- oder Kräutertees sind geeignete Getränke — Brühe, Suppen oder Zwieback gelten als verträgliche Speisen. Gegen die Kopf- und Gliederschmerzen und das Fieber kann ein Schmerzmittel helfen. Den Husten bekämpfen Sie beispielsweise mit Hustenstillern oder Schleimlösern.

Auch Hausmittel lindern den grippalen Infekt

Viele Hausmittel wirken schonend und unterstützen den Körper bei der Heilung. Nasenspülungen mit Salzwasser helfen zum Beispiel dabei, den Schnupfen zu bekämpfen, die Atemwege zu befreien und die Schleimhäute zu befeuchten. Weitere Hausmittel bei einer Erkältung sind zum Beispiel:

  • Inhalieren mit ätherischen Ölen (etwa Pfefferminz- oder Teebaumöl)
  • Gurgeln mit Teeaufgüssen (zum Beispiel mit Salbei, Fenchel oder Anis)
  • Essen von Vitamin C-haltigen Früchten (beispielsweise Acerola, Hagebutten, Kiwis oder Zitrusfrüchte)

Daneben ist Ruhe das Mittel der Wahl bei Erkältung. Bei übermäßiger körperlicher Anstrengung besteht die Gefahr, den grippalen Infekt zu verschleppen. In einem solchen Fall können die Symptome über mehrere Wochen anhalten oder sogar dauerhafte Folgen haben.

Jan Zimmermann
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