Mit Hausmitteln gegen die Grippe vorgehen

Die Grippe oder auch Influenza wird durch Viren verursacht und ist eine hochansteckende Krankheit. Da es zu Komplikationen, wie einer schweren Lungenentzündung kommen kann, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, sobald Sie eine Grippeerkrankung vermuten. Dieser behandelt in der Regel vor allem die Symptome der Grippe wie hohes Fieber, Abgeschlagenheit oder trockenen Husten. Ergänzend zu dieser Therapie können Betroffene auch Hausmittel gegen die Grippe und ihre Symptome einsetzen. Doch welche Hausmittel gegen Grippe gibt es?  

Grippe: Hausmittel gegen hohes Fieber

Zu den bekanntesten Grippesymptomen zählt hohes Fieber. Dieses tritt typischerweise sehr plötzlich auf – fast wie aus dem Nichts. Dabei ist das Fieber meist sehr hoch und kann zu Körpertemperaturen von bis zu 41 Grad Celsius führen.

Der Organismus erhöht seine Temperatur bei einer Infektion mit dem Grippevirus, weil seine Immunzellen bei mehr Körperwärme (zwischen 38 und 41 Grad Celsius) aktiver sind. Doch hohes Fieber kostet dem Körper auf Dauer viel Energie – bei der Grippe kann die Temperatur drei bis vier Tage lang erhöht bleiben. Durch Influenzamedikamente und bestimmte Hausmittel gegen Grippe, wie schweißtreibende Tees, viel Trinken oder kalte Wadenwickel, kann der Körper beim Abkühlungsprozess unterstützt werden.   

Schweißtreibende Tees

Schweiß besitzt unter anderem die Fähigkeit, die Temperatur des Organismus zu beeinflussen. Sobald es zu einem vermehrten Flüssigkeitsaustritt durch die Schweißdrüsen kommt, verdunstet der kältere Schweiß auf der warmen Haut, sodass sich der Körper abkühlt. Daher können schweißtreibende Tees ein gutes Haumittel gegen Grippe sein.

Diese Tees sind beispielsweise geeignet:

  • Lindenblütentee: Ihn können Sie ganz einfach selbst zubereiten. Geben Sie ein bis zwei Teelöffel Lindenblüten in einen Viertelliter kochendes Wasser. Der Tee sollte vor dem Entfernen der Blüten zehn Minuten ziehen. Dann kann er getrunken werden.1
  • Erkältungsteemischung: Dieses Hausmittel gegen Grippe kann ebenfalls in der eigenen Küche hergestellt werden. Sie benötigen zwei Teelöffel einer Mischung aus 20 Gramm Hagebutten, jeweils 14 Gramm Kamillen-, Holunder- und Lindenblüten, 11 Gramm Brombeerblättern, 10 Gramm Weidenrinde und 5 Gramm Hibiskusblüten. Diese geben Sie in einen Viertelliter kochendes Wasser und lassen den Tee zehn Minuten lang ziehen.2

Wenn sie einen schweißtreibenden Tee als Hausmittel gegen Grippe trinken, haben Sie neben dem abkühlenden Effekt den zusätzlichen Vorteil, dass diese Tees auch den Abtransport von Schleim unterstützen können. Denn der Körper benötigt dafür etwas mehr Flüssigkeit als normal.  

Viel trinken

Der Bedarf an Flüssigkeit ist bei einer Grippe stark erhöht. Der Körper versucht durch eine vermehrte Produktion von Schweiß die durch die Influenza entstandene, erhöhte Körpertemperatur wieder zu senken.

„Viel Trinken“ zählt daher zu einem bewährten Hausmittel gegen Grippe. Denn es kann den Flüssigkeitshaushalt ausgleichen. Im Krankheitsfall sollten Betroffene noch intensiver darauf achten, zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag aufzunehmen. Getrunken werden sollte auch dann, wenn kein Durstgefühl vorhanden ist. Wasser, Tees oder Mineralwasser mit Fruchtsäften (im Verhältnis vier zu eins) gehören bei einer Infektion zu den geeigneten Getränken.

Kalter Wadenwickel – ein weiteres Hausmittel gegen Grippe

Auch ein Wadenwickel besitzt die Fähigkeit, den Organismus dabei zu unterstützen, das durch die Influenza entstandene Fieber zu senken. Wie der Schweiß hat die Verdunstung des kalten Wassers auf der Haut eine kühlende Wirkung.

So machen Sie den Wandelwickel richtig:

  • Erstens: Legen Sie ein Tuch in kühles Wasser – es sollte nicht mehr als fünf Grad unter der Köpertemperatur liegen.
  • Zweitens: Wickeln Sie das Tuch anschließend eng um die Wade – vom Knöchel bis zum Knie.
  • Drittens: Entfernen Sie den Wickel nach zehn Minuten von Ihrem Bein.

Ein Wadenwickel ist auch an beiden Beinen gleichzeitig möglich. Wem der Wickel zu nass ist, kann zusätzlich noch ein trockenes Tuch herumwickeln. Auch eine weitere Wiederholung des Vorgangs ist denkbar, wenn das Fieber nicht sinkt.

Hausmittel gegen das Grippesymptom Abgeschlagenheit

Bei den meisten Menschen, die an Grippe erkranken, macht sich unter anderem eine ausgeprägte Abgeschlagenheit bemerkbar. Dieser Erschöpfungszustand des Körpers entsteht meist durch das hohe Fieber, welches dem Organismus viel Energie raubt. Um diesem Zustand entgegenzuwirken, können die folgenden zwei Hausmittel gegen Grippe angewendet werden:

  • Tiefe Atmung: Eine tiefe Bauchatmung kann dem angeschlagenen Körper dabei helfen, wieder etwas neue Energie zu gewinnen. Sie bewirkt, dass wichtige Organe des Körpers wieder mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Viele Grippepatienten fühlen sich so schlapp, dass sie die anstrengendere Bauchatmung durch eine flache Brustatmung ersetzten. Bei einer richtig durchgeführten tiefen Atmung – egal, ob sie im Stehen, Liegen oder Sitzen erfolgt – kippen die Hüften nach vorne. Zudem ist auch die Bauchwand gespannt. Im Krankheitsfall sollte die Atmung so oft es geht, bewusst erfolgen.
  • Kefir: Dieses Milchgetränk ist ein bewährtes Hausmittel bei Grippe. Denn Kefir beinhaltet unter anderem B-Vitamine, die den Körper mit neuer Energie versorgen. Zudem enthält das Getränk Eiweiße und Kohlenhydrate. Das Trinken von Kefir hat für gewöhnlich erst dann einen Effekt, wenn täglich ein halber bis ein Liter getrunken wird.

Bei Abgeschlagenheit kann es jedoch auch hilfreich sein, einfach einmal richtig ausgiebig und lange zu schlafen. Denn dadurch können Sie Ihrem Körper viel neue Energie geben.

Hausmittel gegen grippebedingten Husten

Menschen, die an Grippe erkrankt sind, leiden in aller Regel an einem trockenen und quälenden Husten; denn im Krankheitsfall ist das Lungengewebe meist geschwollen.

Nachfolgend finden Sie zwei bewährte Hausmittel gegen grippebedingten Husten:

  • Rettich: Dieser Knolle wird nachgesagt, dass sie die Muskeln der Atemwege entspannen kann. Dies ist besonders bei Husten gut. Denn während jeder Hustenattacke stehen sämtliche Muskeln immer wieder unter starker Spannung. Darüber hinaus enthält Rettich unter anderem Senföl – ein natürlicher Stoff, der antibiotische Eigenschaften zu besitzen scheint. Die Wurzel kann zum Beispiel in Form eines Salates verspeist werden.
  • Akupressur: Hierbei handelt es sich um ein Heilverfahren, bei welchem an bestimmten Körperstellen ein sanfter Druck ausgeübt wird. Auch bei Husten hat die Akupressur sich bewährt; denn sie schafft es mitunter, den vom Gehirn gesteuerten Hustenreflex aufzuhalten. Das mittelstarke Drücken mit den Fingern auf den Cha-Ba-Ex-Punkt ist eine Möglichkeit, den Husten zu lindern. Es handelt sich bei ihm um die Knorpelstelle über dem Brustbein, die eine Verbindung zum Schlüsselbein schafft.  

Sie sollten wissen, dass die beiden Hausmittel gegen grippebedingten Husten mitunter auch bei Husten helfen können, der nicht durch eine Influenza ausgelöst wurde. Vergessen Sie zudem nicht, dass Hausmittel gegen Grippe nur ergänzend zu einer ärztlichen Behandlung angewendet werden sollten.  

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1 Dr. Zittlau, Jörg/ Dr. Kriegisch, Norbert/P.Heinke, Dagmar (Hrsg.): Die besten Hausmittel von A-Z, München 20142, S. 77.
2 Dr. Zittlau, Jörg/ Dr. Kriegisch, Norbert/P.Heinke, Dagmar (Hrsg.): Die besten Hausmittel von A-Z, München 20142, S. 77.