Paracetamol: Stark gegen Fieber und Schmerzen

Viele greifen bei einer Erkältung mit Fieber sowie Glieder- und Kopfschmerzen zur Paracetamol-Tablette. Denn der Wirkstoff hilft bei Infekten, indem er Fieber senkt und Schmerzen lindert. Außerdem wirkt Paracetamol gegen Entzündungen. Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung des Schmerzmittels!

Paracetamol wirkt bei diesen Symptomen

Paracetamol kommt bei leichten bis mäßigen Schmerzen und Fieber zum Beispiel bei Erkältungen zum Einsatz. Daneben kann es gegen eine Reihe anderer Beschwerden, die im Zusammenhang mit Erkältungen auftreten wie Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen helfen.

Außerdem können Sie Paracetamol bei

  • Kopfschmerzen oder Migräne,
  • Regelschmerzen und
  • Zahnschmerzen einsetzen.

Im Gegensatz zur Acetylsalicylsäure wirkt Paracetamol nicht blutverdünnend und nur gering entzündungshemmend. Neben Paracetamol-Tabletten zum Schlucken gibt es auch Kau-, Schmelz-, und Brausetabletten, Granulat zum Auflösen sowie Tropfen, Saft und Zäpfchen.

Die richtige Dosierung von Paracetamol

Die Dosierung von Paracetamol sollte möglichst gering und an die Schmerzen angepasst sein. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einem Apotheker dazu beraten, was für Sie die richtige Dosierung ist. Weitere Hinweise diesbezüglich und zur richtigen Einnahme finden Sie in der Packungsbeilage. Eine Tablette für Erwachsene enthält 500 oder 1000 Milligramm des Wirkstoffs.

Zwischen der Einnahme von zwei Tabletten sollten Sie mindestens vier Stunden Abstand einhalten. Im Krankenhaus wird Paracetamol ebenfalls eingesetzt zum Beispiel als Infusion, die meist 1000 Milligramm Wirkstoff enthält.

Die Höchstdosis Paracetamol für Erwachsene beträgt 4000 Milligramm pro Tag. Überschreiten Sie diese Angabe nicht, denn sonst treten vermehrt Nebenwirkungen wie Übelkeit auf. Außerdem sollten Sie das Medikament – wie andere leichte Schmerzmittel – nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht an mehr als zehn Tagen im Monat einnehmen.

Die schmerzstillende Wirkung von Paracetamol ist etwas geringer als bei anderen leichten Schmerzmitteln. Für eine stärkere Wirkung gibt es Kombinationspräparate zum Beispiel mit Acetylsalicylsäure oder Koffein. Paracetamol bei Erkältungen gibt es außerdem als Erkältungspräparate zum Beispiel in Kombination mit Vitamin C.

Gut zu wissen:

Paracetamol ist nur bis zu einer Packungsgröße von zehn Gramm verschreibungsfrei erhältlich. Größere Mengen erhält man nur mit einem Rezept vom Arzt. Eine Packung mit 500 Milligramm pro Tablette darf daher höchstens 20 Tabletten enthalten, um noch rezeptfrei zu sein.

Die Wirkung von Paracetamol

Paracetamol gehört zu den Nichtopioid-Analgetika, es wirkt zwar schmerzlindernd (analgetisch), enthält aber keine Opioide, das sind stärkere, verschreibungspflichtige Schmerzmittel, die meist gegen chronische Schmerzen verschrieben werden.

Wie genau die Wirkung von Paracetamol zustande kommt, ist nicht sicher. Wissenschaftler vermuten, dass der Wirkstoff im Gehirn und Rückenmark aktiv ist. Mehrere Mechanismen spielen dabei zusammen. Paracetamol unterscheidet sich in seiner Wirkweise von anderen leichten Schmerzmitteln wie zum Beispiel Acetylsalicylsäure und Ibuprofen aus der Gruppe der nicht-steroidalen Anti-Rheumatika (NSAR). Diese hemmen die Bildung von Gewebshormonen (Prostaglandine).

Es gibt zwei Formen von Prostaglandin. Prostaglandin COX-1 ist für die Verklumpung der Blutblättchen bei der Blutgerinnung wichtig. Außerdem schützt es die Schleimhaut im Magen-Darm-Trakt. Das Prostaglandin COX-2 ist aktiv, wenn Gewebe im Körper zerstört wird, zum Beispiel bei einer Verletzung, wenn Schmerz, Fieber und Entzündungen entstehen. Des Weiteren sind Prostaglandine an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt. NSAR hemmen beide Prostaglandin-Typen und helfen daher gegen Schmerzen und Entzündungen, reduzieren aber auch den Schutz des Magens.

Bei Paracetamol wird vermutlich nur Prostaglandin COX-2 gehemmt, das vor allem im zentralen Nervensystem aktiv ist und weniger Einfluss auf Entzündungen hat. Daher ist der Wirkstoff zwar schmerzstillend, aber nicht entzündungshemmend und hat kaum Auswirkungen auf den Magen. Seine fiebersenkende Eigenschaft erhält Paracetamol, indem es Substanzen blockiert, die auf die Regulation der Temperatur im Gehirn einwirken.

Wer kann Paracetamol einnehmen?

Bei Kindern und Schwangeren sind Medikamente in der Regel nur vorsichtig einzusetzen. In dieser Hinsicht ist Paracetamol ein besonderes Medikament, da Kinder, Schwangere, Stillende und sogar Säuglinge den Wirkstoff prinzipiell verwenden können, Nebenwirkungen sind trotzdem nicht komplett ausgeschlossen.

Paracetamol in Schwangerschaft und Stillzeit

Bislang haben Ärzte die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft für unbedenklich erachtet. Mittlerweile zeigten allerdings Studien, dass die Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft das Asthma- und ADHS-Risiko beim Kind erhöhen kann. Schwangere sollen daher vor der Einnahme mit ihrem Arzt sprechen, um Nutzen und Risiken abzuwägen. Denn auch wenn die Nebenwirkungen auf das ungeborene Kind gering sind, sollten schwangere Frauen Medikamente – wenn möglich – besser nicht einnehmen. Im letzten Drittel der Schwangerschaft sollten sie in jedem Fall auf Paracetamol verzichten. Auch Stillende können Paracetamol prinzipiell einnehmen, der Wirkstoff geht zwar in die Muttermilch über, unerwünschte Wirkungen auf das Baby konnten aber bisher nicht gefunden werden.

Paracetamol für Kinder

Dürfen Kinder Paracetamol gegen Fieber und Schmerzen nehmen? Die Antwort ist „ja“, allerdings nur über einen kurzen Zeitraum. Präparate für Kinder gibt es in Form von Zäpfchen oder Saft, sie enthalten eine geringere Dosierung als die der Erwachsenen – entweder 125 oder 250 Milligramm. Zäpfchen und Säfte sind für die Kleinen besser geeignet als Tabletten, da sie leichter verträglich sind. Die Dosierung wird bei Kindern nach dem Alter und Körpergewicht berechnet, ein Richtwert hierfür ist 10 bis 15 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Wenn Sie sich fragen, welche Dosis die richtige für Ihr Kind ist, wenden Sie sich am besten an den Kinderarzt.

Vorsicht bei der Einnahme von Paracetamol!

Personen mit einer Unverträglichkeit des Wirkstoffs sowie Leber- oder Nierenschäden dürfen Paracetamol nicht einnehmen. Bei

  • chronischem Alkoholmissbrauch,
  • Leberfunktionsstörungen,
  • schweren Nierenfunktionsstörungen oder einer
  • Störung des Leberstoffwechsels (Gilbert-Meulengracht-Krankheit) darf das Medikament nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Häufige Nebenwirkungen von ParacetamolHäufige Nebenwirkungen von Paracetamol

Im Gegensatz zu Ibuprofen, Acetylsalicylsäure und Diclofenac sind bei Paracetamol kaum Effekte auf die Blutgerinnung oder den Magen-Darm-Trakt bekannt. Die sonst häufigen Nebenwirkungen leichter Schmerzmittel wie Bauchschmerzen oder Durchfall entfallen also.

Wird Paracetamol zu hoch dosiert, kann es allerdings zu anderen Nebenwirkungen kommen. Selten treten

  • Übelkeit,
  • Hautrötungen und -ausschlag,
  • Schweißausbrüche und Blutdruckabfälle auf.

Die Verstoffwechselung von Paracetamol geschieht überwiegend über die Leber. Wird das Medikament in hohen Dosen oder einen zu langen Zeitraum eingenommen, kann die Leber schaden nehmen oder ein bestehender Schaden verschlimmert werden. Bei langfristiger Einnahme hoher Dosen von Paracetamol kann es darüber hinaus zu Kopfschmerzen, Müdigkeit und Nervosität kommen. Vorsicht gilt außerdem bei Alkohol, da er die Wirkung von Paracetamol auf die Leber verstärken kann. Unterlassen Sie daher das Trinken von Alkohol, während Sie das Medikament nehmen.

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