Was man gegen Kieferschmerzen tun kann

Die Behandlung von Kieferschmerzen hängt davon ab, welche Ursachen dem schmerzenden Kiefer zugrunde liegen. Was sollte man bei Kieferschmerzen tun? Hier erhalten Sie einen Überblick zu Behandlungsmöglichkeiten bei verspannungs- oder entzündungsbedingten Kieferschmerzen – außerdem erfahren Sie, in welchen Fällen der Arztbesuch einer Selbsthilfemaßnahme vorgezogen werden sollte.

Selbsthilfe bei Kieferschmerzen

Um akute Schmerzen im Kiefer zu lindern, empfehlen sich folgende Methoden:

  • Eispackung: Legen Sie diese, umwickelt mit einem Tuch, für circa zehn Minuten auf die schmerzende Stelle. Danach warten Sie weitere zehn Minuten, bis Sie die Eispackung erneut auflegen.
  • feuchte Wärme: Befeuchten Sie einen Waschlappen mit warmem Wasser und legen Sie ihn auf die betroffene Stelle. Dies kann die verspannte Kiefermuskulatur lockern und die Schmerzen lindern.
  • Schmerzmittel: In vielen Fällen helfen rezeptfreie Schmerzmittel, wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen. Nehmen Sie diese jedoch ohne ärztlichen Rat nicht länger als ein paar Tage ein, denn das könnte die Diagnose des eigentlichen Problems verzögern.
  • Massage: Schmerzen die Kiefergelenke, können Sie versuchen, diese durch eine Massage zu behandeln. Dazu drücken Sie Zeige- und Mittelfinger auf die schmerzende Stelle Ihres Kiefers, also direkt vor und unter Ihrem Ohr. Dann massieren Sie diese Stelle, an der die Kiefergelenke liegen, mit leichtem Druck in kreisförmigen Bewegungen fünf- bis zehnmal. Danach öffnen Sie den Mund und wiederholen die Massage. Gegebenenfalls kann auch eine Massage der Nackenmuskulatur auf der schmerzenden Seite die Muskeln entspannen und den Schmerz reduzieren.

Was tun bei Kieferschmerzen: Manchmal ist ein Arztbesuch nötig

Die Grenzen der Selbstbehandlung sind erreicht, wenn

  • es sich um starke oder langanhaltende Kieferschmerzen handelt,
  • die Schmerzen bis in den Kopf ausstrahlen,
  • Schwellungen oder Entzündungen im Kieferbereich vorliegen und/oder
  • Sprech- oder Kauprobleme auftreten.

Lassen Sie sich in diesen Fällen von einem Arzt untersuchen, um die Ursache für die Beschwerden zu finden und eine zielgerichtete Therapie anzustoßen.

Verspannungsbedingte Kieferschmerzen – was tun?

Was Sie bei verspannungsbedingten Kieferschmerzen tun können? Oft reicht es schon aus, den Kiefer zu lockern und die Kiefermuskulatur zu entspannen. Dafür gibt es entsprechende Entspannungsübungen oder physikalische Therapiemethoden. Liegt den Schmerzen eine Fehlstellung des Unterkiefers zu Grunde, was zum Beispiel bei Lücken der Zähne vorkommt, kann ein Kieferorthopäde das mit Zahnklammern (Brackets) korrigieren.

Entstehen Kieferschmerzen durch unbewusstes Zähneknirschen und Zähnepressen, meist während des Schlafs oder bei Stress und körperlicher Anstrengung, kann eine Zahnschiene helfen. Dabei handelt es sich um eine Plastikschiene, die der Patient nachts zwischen Ober- und Unterkiefer einlegt. Die Zahn- oder Bissschiene fertigt Ihr Zahnarzt individuell für Sie an.

Wenn eine Bissschiene nicht ausreicht, um die Kieferschmerzen zu lindern, kann der Arzt oder Zahnarzt auch Muskelrelaxantien verschreiben. Diese Arzneimittel sorgen für eine vorübergehende Entspannung der Skelettmuskulatur, in diesem Fall der Kiefermuskeln, und können die Kieferschmerzen lindern.

Was bei infektions- und entzündungsbedingten Kieferschmerzen zu tun ist

Bakterielle Infektionen und Entzündungen werden mit Antibiotika behandelt. Meist handelt es sich um Infektionen im Bereich der Zähne oder der Nasennebenhöhlen, die auf den Kiefer übergegriffen haben. Unbehandelt können sie sich von dort aus auch auf andere Organe ausbreiten. Auf jeden Fall muss also der ursprüngliche Infektionsherd gefunden und beseitigt werden. Bei viralen Infektionen, zum Beispiel durch Grippe-, Herpes- oder andere Viren wirken Antibiotika jedoch nicht, dann kommen antivirale Medikamente zum Einsatz.

Behandlung von Kieferschmerzen anderer Ursachen

Kieferschmerzen können auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel:

  • Verletzungen und Verschiebungen des Kiefers,
  • Migräne und Kopfschmerzen,
  • Angina pectoris (Schmerzen im Brustraum) oder Herzinfarkt,
  • Gelenkentzündung (Arthritis),
  • Multiple Sklerose,
  • Fibromyalgie (chronische Muskel- und Gelenkschmerzen),
  • Entzündungen der Gesichtsnerven (Trigeminusneuralgie).

Was kann der Arzt dagegen tun? In diesen Fällen hilft nur eine Therapie der zugrundeliegenden Erkrankung, um die Kieferschmerzen wirkungsvoll zu behandeln.

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