Wissenswertes über Dauer und Verlauf der Grippe

Fast jeder hat schon einmal von ihr gehört – der Grippe. In Fachkreisen wird die akute Infektion der oberen Atemwege auch Influenza genannt. Typischerweise kommt es bei der Grippe zu hohem Fieber und einem starken Krankheitsgefühl. Doch das ist noch längst nicht alles, was es über diese Erkrankung zu erfahren gibt. Lesen Sie hier mehr über Dauer, Verlauf und Inkubationszeit der Grippe.

Die Grippe und ihre Inkubationszeit

Was ist eigentlich eine Inkubationszeit, wie die der Grippe? Die Inkubationszeit bezeichnet die Zeitspanne zwischen dem Eindringen eines Krankheitserregers in den Organismus und dem Auftreten der ersten Symptome einer Krankheit. Die Inkubationszeit der Grippe beträgt in der Regel ein bis fünf Tage.1

Inkubationszeit – Hintergrundinformationen

Zur Inkubationszeit kommt es, weil die Krankheitserreger sich zunächst nur an der Stelle vermehren, an der sie in den Körper eingedrungen sind; zum Beispiel kann das die Nasenschleimhaut sein. Erst anschließend gelangen die Krankheitserreger an ihr Ziel beziehungsweise an den Ort, den sie beeinflussen können.

Die Dauer der Grippe

Bricht die Grippe nach der Inkubationszeit aus, treten Grippesymptome wie Gliederschmerzen und plötzlich einsetzendes hohes Fieber, teilweise bis zu 41 Grad, in Erscheinung. Die extrem erhöhte Körpertemperatur dauert oft drei Tage lang.2 Manche Patienten berichten um den dritten Krankheitstag von einem erneuten Fieberanstieg. Dies ist dann der Fall, wenn sich die Betroffenen mit einer zusätzlichen bakteriellen Infektion, beispielsweise mit einer Mandel- oder Lungenentzündung, angesteckt haben.

Grippe: Doppelte Gefahr

Ist der Körper durch die Grippe bereits geschwächt, besteht die Gefahr, dass es zu einer weiteren Infektion kommt. Bakterien nutzen die Situation aus, dass der Körper durch die Grippeviren Energie verloren hat, und greifen ihn an.

Die Dauer der Grippe beträgt in den meisten Fällen fünf bis sieben Tage.3 An Grippe erkrankte Personen müssen zuhause bleiben, nicht nur weil ihr Körper sehr angeschlagen ist, sondern auch, weil von ihnen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht.

Der Verlauf der Grippe

Der Verlauf der Grippe hängt vom Virustyp der Grippe sowie vom Alter und dem Abwehrsystemzustand des Erkrankten ab.

Gerade wenn jüngere Menschen mit einem intakten Immunsystem an der Grippe erkranken, ist die Wahrscheinlichkeit der Abheilung (nach spätestens vierzehn Tagen) mit einer völligen Genesung sehr hoch.

Mit zunehmendem Alter stellt die Krankheit jedoch ein höheres Risiko dar. Erkrankt eine Person, die älter als 60 Jahre ist, rechnen Ärzte mit einem schweren Verlauf der Grippe. Besonders gefährlich ist die Krankheit außerdem für Personen mit

  • Übergewicht,
  • Diabetes,
  • einer Atemwegserkrankung (wie Asthma),
  • Nierenerkrankung,
  • Herzerkrankung oder
  • Immunschwäche.

Die Gefahr ist hier sehr groß, dass es im Verlauf der Grippe zu folgenden Komplikationen kommt:

  • Schäden durch das Virus am Körper: Dazu zählen zum Beispiel Schäden an den Gefäßen oder am zentralen Nervensystem.
  • bakterielle Folgeinfektionen: Beispiele sind Lungen-, Nasennebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen.
  • Verschlimmerung bereits bestehender Atemwegserkrankungen: Beispielsweise kann sich Asthma in schweren Fällen so weit verschlechtern, dass künstlich beatmet werden muss.

In jedem Fall – egal, ob die Wahrscheinlichkeit für einen komplizierten Verlauf der Grippe hoch oder niedrig ist – sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Er leitet dann die notwendigen Behandlungsmaßnahmen in die Wege.

Dauer einer Grippewelle

Die Grippewelle beginnt in Deutschland meist im Januar oder Februar. Somit ist die Dauer des Zeitraums, in dem sich vermehrt Menschen mit der Grippe anstecken, acht bis zehn Wochen.

Die Zahl der Personen, die sich pro Grippesaison anstecken, wird auf zwei bis zehn Millionen Menschen geschätzt.4 Es sind von Jahr zu Jahr deutliche Schwankungen feststellbar.

Es sind noch längst nicht alle Gründe vollständig geklärt, weshalb die Grippe saisonal auftritt. Gesicherte Begründungen sind unter anderem:

  • Die Tatsache, dass sich die meisten Menschen im Winter vermehrt in geschlossenen Räumen aufhalten. Die Gefahr, sich über Tröpfcheninfektion anzustecken, ist hier erhöht.
  • In geheizten Räumen trocknen die Schleimhäute schneller aus und sind damit anfälliger für Viren.
  • In den Wintermonaten ist die Außentemperatur kälter. Grippeviren überleben leichter bei niedrigen Temperaturen und sind damit länger infektiös.

Zudem haben gerade im Winter viele eine Erkältung, die das Immunsystem schwächt und die Schleimhäute der Atemwege belastet. Vermutlich liegt es auch daran, dass der Organismus anfälliger für die Grippe ist.

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1 Hadermann, Michaela/Darai, Gholamreza/Sonntag, Hans-Günther/Zöllner, Lothar (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen: Erreger, Symptome, Diagnose, Therapie und Prophylaxe, Heidelberg 20124, S.444.
2 Hadermann, Michaela/Darai, Gholamreza/Sonntag, Hans-Günther/Zöllner, Lothar (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen: Erreger, Symptome, Diagnose, Therapie und Prophylaxe, Heidelberg 20124, S.444.
3 Robert Koch-Institut: Influenza (Teil 1): Erkrankungen durch saisonale Influenzaviren. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Influenza_saisonal.html (06.12.2017).
4 Berufsverband Deutscher Internisten e.V.: SAISONALE GRIPPE – GRIPPEWELLE. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/grippe/saisonale-grippe-grippewelle/ (02.11.2017).