Metamizol: Ein Wirkstoff gegen starke Schmerzen

Der Wirkstoff Metamizol wird bereits seit über neunzig Jahren in Deutschland verwendet. Medikamente, die den Wirkstoff enthalten, sind verschreibungspflichtig und daher nur mit einem ärztlichen Rezept in der Apotheke erhältlich. Lesen Sie hier mehr über Wirkungen und Nebenwirkungen von Metamizol.

Wogegen hilft Metamizol?

Metamizol ist einer der wichtigsten Wirkstoffe gegen

  • starke Schmerzen,
  • hohes Fieber und
  • Krämpfe.

In Medikamenten liegt es als Salz Metamizol-Natrium vor. Es wird im Darm in seine wirksame Form umgewandelt und ins Blut aufgenommen. Neben Metamizol in Tablettenform gibt es auch Tropfen und Zäpfchen mit dem Wirkstoff. Bei starken, akuten Beschwerden kann es vom Arzt im Notfall auch über eine Infusion verabreicht werden.

Nehmen Sie Metamizol über den Mund (oral) ein, können Sie mit der maximalen Wirkung nach etwa eineinhalb Stunden rechnen. Verabreicht der Arzt das Medikament über eine Infusion, tritt die Wirkung sofort ein.

Wie entstehen Schmerzen?

Der Schmerz ist eine wichtige Warnfunktion des Körpers, der signalisiert, dass eine Schädigung vorliegt. Damit wir Schmerzen empfinden können, steigt die Konzentration des Botenstoffs Prostaglandin im Gewebe an. Dieser Stoff bindet an bestimmte Rezeptoren (Andockstellen) im Körper, die Signale ans Gehirn weiterleiten – Schmerzen entstehen.

Die Wirkung von Metamizol

Metamizol greift im Körper in den Mechanismus der Schmerzentstehung ein. Der Wirkstoff hemmt die Produktion des Botenstoffs Prostaglandin im zentralen Nervensystem, das heißt in Gehirn und Rückenmark. Dadurch nimmt jemand, der das Medikament eingenommen hat, weniger Schmerzen wahr.

Die fiebersenkende Wirkung von Metamizol lässt sich dadurch erklären, dass das Medikament die Regulation des Temperaturzentrums im Gehirn beeinflusst. Metamizol wirkt außerdem gegen Krämpfe, indem es die Reizweiterleitung in der glatten Muskulatur reduziert. Die glatte Muskulatur befindet sich in Magen, Darm, Harnwegen und Gebärmutter und lässt sich nicht willentlich an- oder entspannen.

Im Gegensatz zu Wirkstoffen gegen Schmerzen wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen wirkt Metamizol nicht blutverdünnend. Aus diesem Grund kann es auch bei sturzgefährdeten Menschen, vor allem Senioren, verabreicht werden ohne Blutungen oder Blutergüsse zu riskieren.

Die genaue Wirkweise von Metamizol ist wie bei einigen anderen Schmerzmitteln noch nicht umfassend geklärt.

Wie wird Metamizol dosiert?

Eine übliche Dosis von Metamizol beträgt bei Erwachsenen ein halbes Gramm täglich. Falls der Arzt nichts anderes verordnet hat, sollten Sie nicht mehr davon einnehmen. Bei schlimmen Schmerzen können Ärzte die Dosis aber bis auf vier Gramm am Tag steigern. Dies ist bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung jedoch nicht möglich. Denn die Verstoffwechselung des Wirkstoffs könnte Leber und Nieren dieser Patienten überlasten.

Die Nebenwirkungen von Metamizol auf einen Blick

Einige andere Schmerzmittel können zu einer Schädigung der Magenschleimhaut führen oder die Nierenfunktion beeinträchtigen. Diese Nebenwirkungen hat Metamizol nicht. Trotzdem können Nebenwirkungen auftreten. Mögliche unerwünschte Wirkungen sind:

  • allergische Hautreaktionen und
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie).

Eine weniger häufige Nebenwirkungen von Metamizol ist ein schwerer Granulozyten-Mangel (eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen) – eine sogenannte Agranulozytose. Die Krankheit ist sehr ernst zu nehmen, da das Immunsystem stark beeinträchtigt ist. Symptome der Agranulozytose sind plötzliches Fieber, entzündliche Schleimhautentzündungen und Halsschmerzen. Nach Absetzen des Medikaments erholt sich die Anzahl der Granulozyten in der Regel wieder. Betroffene müssen allerdings durch Schutzmaßnahmen wie Isolation vor möglichen Infektionen geschützt werden.

Suchen Sie bei Nebenwirkungen sofort einen Arzt auf, damit er eine alternative Therapie verordnen kann. Wegen Nebenwirkungen und möglichen Wechselwirkungen sollten Sie unbedingt vor der Einnahme mit Ihrem Arzt sprechen.

Wer darf Metamizol nicht einnehmen?

Nicht einnehmen sollten Sie Metamizol bei:

  • einer Asthma-Erkrankung (Metamizol kann Asthmaanfälle auslösen)
  • einem bestimmten Enzymmangel (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel)
  • Störungen der Knochenmarksfunktion
  • in der Schwangerschaft und Stillzeit

Auch Säuglingen unter 3 Monaten oder mit weniger als fünf Kilogramm Gewicht darf Metamizol nicht verabreicht werden.

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