Kiefergelenkschmerzen – Ursachen, Symptome, Behandlung

Kauen, Beißen, Sprechen, Zähneknirschen – immer ist das Kiefergelenk beteiligt. Es ist eines der am meist gebrauchten und beanspruchten Gelenke. Tut der Kiefer weh, ist das eine Qual für die Betroffenen. Besonders, weil Kieferschmerzen oft über Wochen, manchmal sogar Monate bestehen bleiben. Hier erfahren Sie, welche Ursachen Kiefergelenkschmerzen oder Schmerzen im Kiefermuskel haben können und was für Möglichkeiten zur Behandlung es gibt.

Ursachen von Kieferschmerzen

Eine Reihe an verschiedenen Ursachen sorgt dafür, dass das Kiefergelenk oder die Muskeln des Kiefers weh tun. Die Kieferschmerzen können mit einer gestörten Funktion des Kauapparats, physikalischen Verletzungen (zum Beispiel Prellungen) oder Infektionen in Verbindung stehen.




Beispielsweise bedingen folgende Auslöser Kiefergelenkschmerzen:

  • nächtliches Zähneknirschen
  • Entzündung des Kiefers oder Kiefergelenks
  • Karies oder Fehlstellung von Zähnen
  • Probleme mit den Nasennebenhöhlen (vor allem Kieferhöhlen)
  • Spannungskopfschmerzen oder Migräne

Kieferschmerzen können auch das Symptom anderer Erkrankungen sein, zum Beispiel der Lyme-Borreliose, die durch Zecken übertragen wird, der Multiplen Sklerose oder Fibromyalgie (chronische Schmerzen an Muskeln und Sehnen).

CMD und Kiefergelenkschmerzen

Die Abkürzung CMD steht für „Craniomandibuläre Dysfunktion“ und bezeichnet eine Funktionsstörung des Kauapparates, die zu starken Kiefergelenkschmerzen führt. Die Ursachen liegen meist in einer Überlastung des Kiefergelenks, beispielsweise durch Fehlstellungen der Zähne, schlecht angepassten Zahnersatz oder Zähneknirschen. Bei besonders starken Kiefergelenkschmerzen kommt es zu einer Beeinträchtigung beim Kauen oder sogar Sprechen.

Um die CMD erfolgreich behandeln zu können, muss zunächst eine intensive Diagnostik erfolgen. Ist die genaue Ursache der Beschwerden ermittelt, wird die Therapie eingeleitet — unter anderem das Erstellen einer Aufbissschiene, die Anwendung von Physiotherapie oder eine Zahnkorrektur.

Ihr Kiefer tut besonders weh? Dann wird zur Linderung der Schmerzen auch häufig die Einnahme von Schmerzmitteln empfohlen.

Kieferschmerzen und Kiefergelenkschmerzen: Die Symptome

Je nach Ursache können die Symptome von Kieferschmerzen variieren. Typische Begleiterscheinungen sind unter anderem:

  • Gesichtsschmerzen, die sich beim Bewegen des Unterkiefers verschlimmern
  • dumpfe oder stechende Schmerzen
  • Steifheit in Kiefergelenk und Kiefermuskeln
  • eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefers
  • Reibe-, Knack- und Knirschgeräusche im Kiefergelenk
  • Kopfschmerzen oder Beschwerden im Bereich des Nackens, der Schultern oder der Ohren
  • brennende Schmerzen (Nervenschmerzen)
  • Fieber
  • Schwellung im Gesicht
  • Probleme bei der korrekten Kieferstellung

Ein Extrembeispiel ist die Kiefersperre. Das ist die Ausrenkung des Kiefergelenks, bei der der Mund nicht mehr geschlossen werden kann. Außerdem gibt es noch die Kieferklemme, bei der es nicht mehr möglich ist, den Mund zu öffnen.

Kieferschmerzen bei Erkältung

Nicht selten kommt es auch im Zusammenhang mit einer Erkältung zu Kieferschmerzen. Schuld daran sind die Erreger des grippalen Infekts (zum Beispiel Rhinoviren), die sich bis in die Kieferhöhle ausbreiten. Dieser knöcherne Hohlraum steht in direkter Verbindung mit der Nase und kann sich bei einer Erkältung entzünden. Die Folge: Kieferschmerzen.

Zudem bescheren Schnupfen, Husten und Halsschmerzen unruhige Nächte. Schlaflosigkeit und innere Anspannung sorgen dann dafür, dass sich Nacken- und Kiefermuskulatur anspannen und verkrampfen — eine Erkältung wird so indirekt zum Auslöser für Kieferschmerzen.

Behandlung von Kiefergelenkschmerzen

Die Art der Behandlung von Kieferschmerzen hängt von der genauen Ursache ab. Die häufigsten Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Antibiotika oder antivirale Mittel (wenn Kiefergelenkschmerzen durch Infektionen verursacht wurden)
  • Zahnschiene (wenn nächtliches Zähneknirschen der Grund für Schmerzen im Kiefermuskel ist)
  • Schmerzmittel (um starke Schmerzen zu lindern und Verspannungen zu lockern)
  • physikalische Therapie und Muskelrelaxantien (Arzneimittel zur Entspannung der Muskulatur) bei verspannungsbedingten Kieferschmerzen oder Kieferfehlstellungen
  • Zahnbehandlung (beispielsweise Karies- und Wurzelbehandlung)
  • Anwendung von feuchter Wärme oder Kälte (zum Beispiel durch das Auflegen von Waschlappen)

Je nach Ursache des Problems und der individuellen Situation des Patienten wird der Arzt eine der obigen oder eventuell auch noch andere Behandlungsmethoden in Betracht ziehen.

Vorbeugung und Selbsthilfe bei Kieferschmerzen

Leiden Sie häufiger unter verspannungsbedingten Schmerzen im Kiefermuskel, sollten Sie versuchen, Stress zu reduzieren und Entspannungstechniken anzuwenden, um die – oft unbewusst – angespannte Kiefermuskulatur zu lockern.

Bei nächtlichem Zähneknirschen tut der Kiefer vor allem morgens weh. In diesem Fall können Sie sich vom Zahnarzt eine Aufbiss- oder Zahnschiene anfertigen lassen, die Sie vor dem Einschlafen einlegen. Die Schiene verhindert das nächtliche Zähneknirschen und entlastet so den Kiefer.

Zahnbedingte Kieferschmerzen lassen sich durch regelmäßige zahnärztliche Kontrollen (mindestens einmal jährlich) weitgehend vermeiden. Häufig treten Kiefergelenkschmerzen auch nach einem Zahnarztbesuch auf, zum Beispiel nach Entfernen der Weisheitszähne. Diese Schmerzen können Sie behandeln, indem Sie ein rezeptfreies Schmerzmittel einnehmen oder die betroffene Stelle mit einer in ein Tuch gewickelten Eispackung kühlen. In der Regel lassen die Schmerzen nach einigen Tagen von selbst nach. Sollten sie sich jedoch verschlimmern oder Fieber hinzukommen, kann dies auf eine Wundinfektion hindeuten. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Hier weiterlesen:

Kieferschmerzen: Ursachen im Detail >>

Behandlung: Das hilft gegen Kieferschmerzen >>

Alles Wichtige über Zahnschmerzen >>