Zahlreiche Mittel helfen gegen Mandelentzündung

Wer unter einer Mandelentzündung leidet, findet allein bei den rezeptfreien Medikamenten viele Mittel, die ihm helfen können. Wenn sich die Symptome allerdings verschlimmern, muss bei einer bakteriellen Infektion über die Gabe eines Antibiotikums nachgedacht werden.

Bei Mandelentzündungen kann der Apotheker mit Medikamenten helfen

Die starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, die vor allem eine akute Angina begleiten, kann der Patient oft mit Medikamenten in den Griff bekommen. Dabei stehen ihm verschiedene Darreichungsformen zur Auswahl:

  • Rachen-Sprays aus der Apotheke wirken Entzündungen im Mund- und Rachenraum entgegen, sind reizlindernd und schmerzstillend.
  • Auch Halstabletten helfen in vielen Fällen bei Halsschmerzen und Schluckbeschwerden, da sie beispielsweise schmerzlindernde Wirkstoffe enthalten.

Um Krankheitserreger auf den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraums abzutöten und deren Wachstum zu hemmen, kommen unter anderem Cetylpyridiniumchlorid (häufig in Halstabletten eingesetzt) oder Hexamidin (zum Beispiel in Sprays) als Wirkstoffe infrage.

Gegen die Kopfschmerzen und auch gegen das Fieber hilft zum Beispiel der Wirkstoff Ibuprofen, den man ebenfalls rezeptfrei in der Apotheke erhält und der nicht nur die Schmerzen nimmt, sondern zusätzlich antientzündlich und fiebersenkend wirkt. Fiebersenkend wirkt auch das Schmerzmittel Paracetamol, seine antientzündliche Wirkung ist allerdings deutlich schwächer, zudem kann es bei einer Überdosierung die Leber schädigen. Ebenfalls bei einer Mandelentzündung lindernd wirken können Medikamente mit Acetylsalicylsäure. Hier sollte man jedoch vorsichtig sein, wenn zum Beispiel eine Mandelentfernung bereits im Raum steht, da es dann aufgrund seines blutgerinnungshemmenden Effekts nicht geeignet ist.

Vorsicht:

Mittel gegen Mandelentzündung sollten nicht wahllos kombiniert werden. Denn selbst, wenn sie rezeptfrei sind, kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen. Sollte der Patient keinen Arzt aufsuchen wollen, dann ist ein Apotheker ebenfalls ein kompetenter Ansprechpartner.

Daneben können auch Arzneimittel auf pflanzlicher Basis bei Mandelentzündungen helfen: Zum Beispiel Dragees oder Tropfen auf Eibischbasis, die Entzündungen hemmen, die Immunabwehr verbessern und Schleimhautprobleme in Mund und Rachen wieder ins Gleichgewicht bringen sollen.

Medikamente für Kinder mit Mandelentzündung: Besser vom Arzt beraten lassen

Es gibt zahlreiche Mittel gegen Mandelentzündung, die auch für Kinder zugelassen beziehungsweise geeignet sind. Trotzdem macht es besonders bei kleinen Kindern immer Sinn, einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Denn obgleich die Ursache akuter Mandelentzündungen – gerade bei Kindern – oft Viren sind, können auch Bakterien im Spiel sein. Das kann der Arzt diagnostizieren. Stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um eine bakterielle Mandelentzündung handelt, dann halten HNO-Ärzte eine Antibiotikagabe oft für zwingend notwendig. Vor allem dann, wenn die Gefahr besteht, dass sich die Bakterien im Körper ausbreiten.

Antibiotika auch bei Angina nur gezielt einsetzen

Ein Antibiotikum kann die Krankheitsdauer einer bakteriellen Angina verkürzen, die Ansteckungsfähigkeit vermindern und auch das Komplikationsrisiko reduzieren. Allerdings sind Antibiotika starke Medikamente und haben entsprechend auch Nebenwirkungen, zum Beispiel Durchfall. Im schlimmsten Fall bilden sich zudem schon bei Kindern Resistenzen. Das bedeutet, dass ein Antibiotikum dieser Gruppe in Zukunft bei dem Patienten nicht mehr gegen die Bakterien wirkt. Aufgrund dieser schwerwiegenden Folgen sollten Antibiotika auch bei einer Mandelentzündung wirklich nur dann eingesetzt werden, wenn sie notwendig sind.

Auch bei einer Superinfektion, also wenn sich eine zusätzliche bakterielle Infektion auf eine ursprünglich virale gesetzt hat, ist ein Breitbandantibiotikum das Mittel der Wahl gegen die Mandelentzündung.

Das müssen Sie bei einer Mandelentzündung und Antibiotika beachten

Ist es notwendig, ein Antibiotikum zu verabreichen, so muss dieses unbedingt über die gesamte vom Arzt verordnete Dauer genommen werden. Selbst dann, wenn man sich vermeintlich schon wieder fit fühlt. Der Patient ist zwar bereits nach 24 Stunden nicht mehr ansteckend, die Bakterien verstecken sich trotzdem noch im Körper. Wird das Medikament nicht aufgebraucht, wird die Krankheit mit ziemlicher Sicherheit wieder aufflammen.

Bei Angina zur Sicherheit zum Arzt

Bei einem guten Immunsystem und bewusster Unterstützung des Körpers ist es durchaus möglich, eine akute Mandelentzündung ohne die Gabe von starken Medikamenten auszustehen. Vor allem altbewährte Hausmittel können hier gute Dienste leisten und die Symptome lindern.

Da die akute Tonsillitis unbehandelt oder verschleppt einige schwerwiegende Folgen haben kann, sollte der Arzt allerdings immer einen Blick darauf haben. Er wird Sie in Ihrer Behandlung unterstützen und gegebenenfalls Medikamente verschreiben, wenn es notwendig ist.

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