Medikamente bei Migräne: Welche Tabletten lindern die Symptome?

Migräne wird für viele Betroffene zur Belastung, vor allem wenn die Schmerzattacken sehr stark sind und mehrmals im Monat auftreten. Damit die Schmerzen nicht zu sehr an den Kräften zehren, gibt es verschiedene Tabletten gegen Migräne, sowohl für die akute Migräneattacke als auch zur Vorbeugung. Einige Medikamente sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, andere werden vom Arzt verschrieben. Welche Mittel kommen gegen die Migräne zum Einsatz?

Tabletten gegen Migräne: Bewährte Mittel

Bei gelegentlichen Kopfschmerzen durch Migräne reicht manchen Betroffenen ein rezeptfreies Schmerzmittel aus. Tabletten mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac gehören zu der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR, auch NSAID).

Sie können den Migränekopfschmerz lindern, indem sie die Produktion des körpereigenen Botenstoffs Prostaglandin hemmen. Er ist für Schmerzwahrnehmung und Entzündungsreaktionen mitverantwortlich. Liegt weniger davon vor, nehmen auch die Schmerzen und Entzündungsanzeichen ab.

Für Migräniker sind insbesondere Arzneimittel in Form von Brausetabletten geeignet, da der Wirkstoff besonders schnell vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen und über das Blut zum Schmerzort transportiert werden kann.
Wie die meisten Medikamente können Mittel gegen Migräne aber auch Nebenwirkungen haben. NSAR hemmen unter anderem die Blutgerinnung, was die Neigung zu Blutungen erhöht. Leichtere Begleiterscheinungen sind Nasen- oder Zahnfleischbluten, in seltenen Fällen entstehen aber auch Blutungen in Magen und Darm, die schwerwiegender ausfallen. Für Patienten mit Magengeschwüren kommen diese Medikamente bei Migräne also nicht infrage.

Tabletten mit Paracetamol sind für viele Betroffene eine Alternative zur Schmerzlinderung. Paracetamol gehört nicht zur Gruppe der NSAR. Es gilt allgemein als gut verträgliches Schmerzmittel. Allerdings kann es bei längerem Gebrauch und zu hoher Dosierung leberschädigende Nebenwirkungen haben. Für Migräniker mit einer Nierenfunktionsstörung ist Paracetamol nicht geeignet.

Hinweis: Sollten Sie sich rezeptfreie Migränetabletten in der Apotheke besorgen, dann beachten Sie bitte unbedingt die Angaben im Beipackzettel. Eine zu hohe Dosierung, andere Erkrankungen und Schmerzmittelübergebrauch können zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Nehmen Sie aus diesem Grund synthetische Schmerzmittel nicht länger als drei Tage in Folge und insgesamt nicht öfter als zehn Tage im Monat ein. Halten Sie im Zweifel und bei Fragen zur Dosierung immer Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Neben den genannten Schmerzmitteln gibt es noch weitere Tabletten bei Migräne:

  • Antiemetika sind Mittel, die gegen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen helfen.
  • Triptane stellen eine spezielle Medikamentengruppe bei mittelschwerer bis schwerer Migräne dar und lindern Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit.
  • Zu den Medikamenten, die auch bei anderen Erkrankungen angewendet werden und bei Migräne vorbeugend helfen können, zählen beispielsweise Betablocker oder Antidepressiva.

Welche dieser Medikamente bei Ihnen sinnvoll und wirksam sind, klären Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt. Er wird mit Ihnen auch die richtige Dosierung der Tabletten besprechen. Die Wahl des Mittels hängt unter anderem davon ab, wie sehr Sie von der Migräne beeinträchtigt werden, welche Vorerkrankungen bei Ihnen bestehen und mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist. Bei der Migränevorbeugung gehören Betablocker zu den Mitteln der ersten Wahl, unter anderem auch, weil sie allgemein gut vertragen werden.

Triptane: Bei schweren Formen der Migräne

Triptane kommen vor allem dann zum Einsatz, wenn Schmerzmittel bei einer Migräneattacke keine Wirkung zeigen. Dafür stehen verschiedene Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Sumatriptan ist das erste bekannte Triptan und seit 1993 auf dem Markt. Nach und nach kamen weitere Wirkstoffe, wie beispielsweise Naratriptan, Zolmitriptan oder Eletriptan, hinzu.

Die Triptane ähneln dem körpereigenen Botenstoff Serotonin, welcher nach heutigen Kenntnissen an der Entstehung von Migräne beteiligt ist. Man geht davon aus, dass bei Migräne der Serotonin-Haushalt im Gehirn gestört ist und es zu einem Mangel am Botenstoff kommt. Die Folge: Blutgefäße erweitern und entzünden sich, Nerven werden angeregt und unangenehme Migräne-Symptome wie Schmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen machen sich bemerkbar. Triptane setzen genau dort mit ihrer Wirkung an. Sie verengen die erweiterten Blutgefäße und hindern das Gehirn gezielt daran, die Substanzen freizusetzen, die für den Schmerz verantwortlich sind. Darüber hinaus normalisieren sie die erhöhte Nervenaktivität, wodurch die Symptome nachlassen. Von Patienten mit Herzerkrankungen dürfen Triptane wegen ihrer gefäßverengenden Wirkung nicht eingenommen werden, da sie den Blutdruck erhöhen können.

Bei Migräne nicht nur auf Medikamente setzen

Kein Zweifel: Ohne Tabletten wäre das alltägliche Leben für manchen Betroffenen sehr belastend, vor allem bei einer chronischen Migräne, die an 15 und mehr Tagen pro Monat (in einem Zeitraum von mindestens drei Monaten) zu Kopfschmerzen führt. Außerdem treten in diesem Fall an acht oder mehr Tagen im Monat migräneartige Beschwerden auf. Da Migräniker nie wissen, wann der nächste Anfall bevorsteht, vermeiden sie häufig Aktivitäten, die eigentlich Freude bereiten. Auf Dauer verstärkt das die Problematik, da negative Empfindungen und Gedanken die Lebensqualität weiter einschränken.

Migräniker sollten stattdessen versuchen, diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen, und sowohl Medikamente als auch alternative Behandlungsmöglichkeiten gegen Migräne ausprobieren. Vor allem einige Maßnahmen zur Migräneprophylaxe sind neben der Behandlung einer akuten Attacke empfehlenswert.

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1 Diagnostische Kriterien der ICHD-3 beta 2013. URL: https://www.ichd-3.org/1-migraine/1-3-chronic-migraine/ (25.10.2017).