Hausmittel gegen Entzündungen: Entzündungshemmende Tees und Co.

Entzündungen können schnell entstehen: Schon ein eingerissenes Nagelbett am Daumen kann genügen, damit Keime eindringen und eine Entzündungsreaktion auslösen können. Glücklicherweise ist jedoch nicht jede Entzündung so schwerwiegend, dass sie mit Medikamenten behandelt werden muss. Doch welche Hausmittel gegen Entzündungen gibt es? Und welche entzündungshemmenden Tees haben sich bewährt?

Wirkungsvolles Heißgetränk: Entzündungshemmende Tees

Ein Tee ist manchmal nicht einfach nur ein gewöhnliches Heißgetränk, sondern kann auch ein gutes Hausmittel gegen eine Entzündung sein. Denn viele Zutaten, aus denen ein Tee hergestellt werden kann, haben entzündungshemmende Eigenschaften und sind daher auch als geeignete Hausmittel gegen Entzündungen anzusehen.


Folgende Tees eignen sich bei Entzündungen:

  • Ingwer-Tee: Am besten entfaltet er seine Wirkung, wenn ein daumengroßes Stück mit einer Reibe gerieben und anschließend mit heißem Wasser aufgegossen wird. Ingwer ist ein bewährtes Hausmittel gegen eine Entzündung, weil er die Fähigkeit besitzt, Entzündungen zu hemmen. Dazu in der Lage ist die Knolle aufgrund seines hohen Anteils an Gingerolen. Gingerol ist für die Schärfe des Ingwers verantwortlich und kann Entzündungsprozesse auf zellulärer Ebene beeinflussen. Besonders, weil es unter anderem die übermäßige Produktion von Prostaglandinen hemmt. Prostaglandine sind spezielle Gewebshormone, die eine wichtige Rolle bei der Schmerzweiterleitung sowie der Entstehung von Entzündungsprozessen und Fieber spielen.   
  • Kamillen-Tee: Dieser Tee, ob lose oder als Beuteltee, ist einer der entzündungshemmenden Tees, die vermutlich in fast jedem Haushalt griffbereit stehen. Doch neben der Tatsache, dass Kamillentee sehr leicht herzustellen ist, ist er auch noch besonders gut als Hausmittel geeignet. Denn Kamille wirkt gegen Entzündungen sowie Krämpfe und ist antibakteriell. Die in der Kamillenblüte enthaltenen ätherischen Öle verhindern die Bildung von bestimmten Enzymen, zum Beispiel Cyclooxygenase oder Lipoxygenase, welche die Bildung von Gewebshormonen fördern. Denn Gewebshormone, etwa Prostaglandine, starten Entzündungsprozesse im Körper.    
  • Salbei-Tee: Diesem entzündungshemmenden Tee wird nachgesagt, dass er besonders gut bei entzündeten Schleimhäuten im Mundraum hilft. Der Tee kann einfach gegurgelt werden. Ätherische Öle im Salbei können unter anderem Keime wie Bakterien, Viren und Pilze abtöten. Zudem haben einige enthaltene Gerbstoffe, wie beispielsweise Lamiaceengerbstoffe, das Vermögen, Schmerzen zu lindern.     
  • Matcha-Tee: Auch Matcha-Tee kann ein Hausmittel gegen eine Entzündung sein. Denn vor allem dem Wirkstoff Epigallocatechingallat (EGCG) wird eine (noch nicht zweifelsfrei bewiesene) medizinische Wirkung nachgesagt. Neben anderen Eigenschaften soll EGCG chronische Entzündungsprozesse im zentralen Nervensystem bremsen können.

Die Auswahl an entzündungshemmenden Tees ist groß. Apotheker beraten Sie gerne zu diesem Thema. Wer gleich von mehreren Wirkstoffen verschiedener Tees auf einmal profitieren möchte, kann die Teesorten bei der Zubereitung auch miteinander kombinieren.

Hier erhalten Sie entzündungshemmende Tees:

Arzneitees können Sie nur in der Apotheke kaufen, denn sie unterliegen den Vorschriften im Arzneibuch. So muss ein Arzneitee beispielsweise mindestens 0,4 Prozent ätherisches Öl enthalten; ab diesem Gehalt ist es wahrscheinlicher, dass Heilkräuter eine Wirkung entfalten. Ein gewöhnlicher Tee enthält meist nur 0,2 Prozent.    

Weitere Hausmittel: Entzündungshemmende Lebensmittel

Nicht nur Tees, sondern auch eine große Anzahl an Lebensmitteln können wirkungsvolle entzündungshemmende Hausmittel sein. Zu den Lebensmitteln, die dem Körper bei der Bekämpfung von akuten Entzündungen etwas unterstützen können, gehören:

  • Gerstengras: Dieses Gewächs hat durch einen hohen Chlorophyllanteil, das Enzym Superoxiddismutase (SOD) und sehr viele Antioxidantien, einen entzündungshemmenden Effekt. Denn diese Inhaltsstoffe unterstützen in den Zellen die Reparatur der DNA. Zudem können sie Zellschäden geringhalten, die Zellalterung verlangsamen und das Blut reinigen. All diese positiven Eigenschaften sorgen unter anderem dafür, dass Entzündungen schneller heilen, Schmerzen gelindert werden und der Blutfluss verbessert wird. Gerstengras gibt es in Pulverform, das sich ganz einfach in Wasser auflösen lässt.
  • Knoblauch: Die Schwefelbindungen, die sich im Knoblauch befinden, machen ihn zu einem Hausmittel gegen Entzündungen. Denn sie wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, körperentgiftend und blutreinigend. Zudem soll der Inhaltsstoff Allicin auch bei Bakterien, Parasiten und Erkältungen helfen. Ein bis zwei Knoblauchzehen können den nötigen Effekt erzielen. Sie können als Tee zubereitet werden oder einfach, als Zugabe zu einer Mahlzeit, verspeist werden.
  • Olivenöl: Der enthaltene Inhaltsstoff Oleocanthal kann die Bildung der Enzyme COX-1 und COX-2 hemmen. Diese Enzyme sind der Startpunkt einer ganzen Kettenreaktion, die oftmals zur Entstehung von Entzündungsprozessen führt. Das Öl kann beispielsweise einfach bei der Zubereitung eines Salates verwendet werden.
  • Kurkuma: Dieses Hausmittel gegen Entzündungen kann mitunter Moleküle im Zaum halten, die bei Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen. Denn das enthaltene Curcumin wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd, indem es Schwellungen reduziert.

Entzündungshemmende Hausmittel können eine gute Ergänzung der konventionellen Behandlung sein oder bei leichten Entzündungen angewandt werden. Jedoch sollten Sie sollten vor dem Trinken eines entzündungshemmenden Tees beziehungsweise vor dem Verzehr eines entzündungshemmenden Lebensmittels ausschließen, dass Sie allergisch auf die jeweiligen Inhaltsstoffe reagieren. 

Noch ein Tipp: Quarkwickel bei Überwärmung und Schmerzen

Nicht nur von innen, auch von außen können Sie Ihrem Körper bei einer Entzündung etwas Gutes tun. Quarkwickel beispielsweise haben vor allem eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung. Besonders weil im Quark Flüssigkeit enthalten ist, die auf der warmen Haut verdunstet und diese dadurch kühlt.

Die Herstellung ist simpel: Streichen Sie gewöhnlichen Magerquark (mit Zimmertemperatur) einen Zentimeter dick auf ein Tuch. Schlagen Sie anschließend das Tuch ein, sodass sich der Quark im Inneren befindet. Danach legen Sie den Wickel für circa fünfzehn Minuten auf die entzündete Körperstelle (jedoch nicht auf offene Wunden).

Besonders bei akuten Entzündungen, das heißt beispielsweise bei plötzlich auftretenden Rötungen und Schwellungen, kann Kälte helfen. Durch Kälte verengen sich die Blutgefäße, wodurch unter anderem Rötungen zurückgehen können und Gewebe anschwellen kann. Zudem kommt es bei einer Entzündung oft zu einer Überwärmung, an der entzündeten Körperstelle, die durch einen Quarkwickel wieder etwas abgekühlt wird.

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