Kieferentzündung: Symptome und Behandlung

Kieferhöhlenentzündung – das hat der eine oder andere vielleicht schon einmal gehört. Aber wie soll man sich eine Kieferentzündung vorstellen? Inwiefern kann denn der ganze Kiefer entzündet sein? Dabei ist das gar nicht so abwegig: Schmerzen im Bereich der Zähne und andere Symptome müssen nicht immer auf Karies zurückzuführen sein, sondern können auch durch eine Kieferentzündung entstehen.

Was genau ist eine Kieferentzündung?

Ganz einfach gesagt handelt es sich bei einer Kieferentzündung um eine Entzündung im Bereich der Kieferknochen. Der Kiefer besteht aus zwei Knochen – dem Ober- und dem Unterkiefer –, an denen die obere und untere Zahnreihe ihren Platz haben. In diesen Knochen kann es zu Entzündungsreaktionen kommen. Es lassen sich drei Formen einer Kieferentzündung unterscheiden:

  • Knochenentzündung (Ostitis): Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der mikroskopisch kleinen Knochenkanäle, die sich im Kieferknochen befinden.
  • Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis): In diesem Fall ist vor allem das Knochenmark eines oder beider Kieferknochen betroffen. Beim Knochenmark handelt es sich um Gewebe, das sich in der Mitte jeden Knochens befindet und vor allem für die Herstellung der Blutzellen wichtig ist.
  • Knochenhautentzündung (Periostitis): Auch die Knochenhaut (Periost) eines Kieferknochens kann sich entzünden. Die Knochenhaut überzieht die Außenseiten aller Knochen im menschlichen Körper. Die Nährstoffversorgung der Knochen ist eine ihrer Aufgaben.

Darüber hinaus kann eine Kieferentzündung akut oder chronisch sein. Akut ist sie meist dann, wenn sie nicht mehr als einige Tage oder Wochen dauert. Chronische Erkrankungen entwickeln sich schleichender. Zudem dauern sie deutlich länger. Autoimmunreaktionen spielen hier oft eine Rolle, bei denen der Organismus Antikörper gegen körpereigene Strukturen herstellt – er greift sich selbst an.  

Symptome einer Kieferentzündung

Eine Kieferentzündung äußert sich hauptsächlich durch starke Schmerzen im Kieferbereich. Daneben gibt es noch weitere Symptome, die in Erscheinung treten können. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Fieber
  • Rötung des Gesichts
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Müdigkeit
  • Pochen im Kiefer
  • Schwellungen im Kieferbereich

Bei einer chronischen Kieferentzündung können zudem Symptome wie Abszesse (Eiteransammlungen) im Unterkiefer und/oder Oberkiefer, Zahnlockerung oder das Absterben von betroffenem Gewebe auftreten. Erkrankte sollten eine Kieferentzündung und ihre Symptome ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen. Der Hausarzt oder Apotheker kann eine erste Anlaufstelle sein, um Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen zu lindern. Experten für die Behandlung einer Kieferentzündung sind aber Zahnärzte.

Wissenswert

Nicht immer hat eine Kieferentzündung Schuld an Kieferschmerzen. Sie können auch durch andere Probleme im Bereich des Kiefers entstehen wie zum Beispiel eine Kieferhöhlenentzündung oder Kiefergelenksentzündung.

Die Behandlung einer Kieferentzündung

Meist lösen Bakterien eine Kieferentzündung aus, deshalb kommen bei der Behandlung oftmals Antibiotika zum Einsatz.

Zudem sieht die Behandlung einer Kieferentzündung vor, den Auslöser zu beseitigen, der den Befall von Bakterien im Kieferbereich zu verantworten hat. Ist die Krankheit beispielsweise durch eine schlechte Mundhygiene entstanden, sollte eine regelmäßige Zahnreinigung (zweimal jährlich) in Erwägung gezogen werden.

Wenn die Krankheit so weit vorangeschritten ist, dass der eine oder andere Bereich der Kieferknochen stark oder vollkommen beschädigt ist – denkbar ist dies zum Beispiel bei einer chronischen Kieferentzündung – raten Ärzte mitunter zu einer Operation. Unter anderem können dadurch zerstörte Knochenabschnitte wiederhergestellt werden. Bei der Rekonstruktion kann zum Beispiel künstlich hergestelltes Knochenersatzmaterial zum Einsatz kommen.

Diese Ursachen können eine Kieferentzündung nach sich ziehen

Es gibt mehr als eine Ursache, die für die Entstehung einer Kieferentzündung verantwortlich sein kann. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel:

  • Eine Kieferknochenverletzung: Bei einem Sturz beispielsweise kann auch der Kieferknochen zu Schaden kommen. Bakterien und andere Keime haben es in diesem Fall besonders leicht, in den Kieferknochen einzudringen und eine Entzündung auszulösen.
  • Zähneziehen: Das Ziehen von Zähnen ist manchmal der Auslöser für eine Kieferentzündung. Nicht selten wird ein bereits entzündeter Zahn gezogen. Diese Entzündung kann sich, über die neu entstandene Wunde im Mund, bis zum Kiefer vorarbeiten. Beim Ziehen eines Weisheitszahns besteht nochmal ein etwas höheres Risiko für eine Entzündung des Kiefers. Denn der Zahn hinterlässt eine größere Lücke, über die Entzündungsauslöser bis zum Kiefer vordringen können.  
  • Parodontitis: Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine bakterielle Infektion am Zahnhalteapparat. Dieser umfasst alle Gebilde, die einen Zahn im Kiefer haften lassen; dazu gehört beispielsweise das Zahnfleisch. Eine Parodontitis kann unter Umständen eine Kieferentzündung herbeiführen, wenn sich die verursachenden Bakterien weiter ausbreiten.

Neben all diesen Ursachen kann auch eine mangelnde Mundhygiene der Grund für die Entstehung einer Kieferentzündung sein. Denn wenn die Zähne unregelmäßig geputzt werden, befinden sich für gewöhnlich mehr Bakterien im Mundraum, die eine Entzündung herbeiführen können. 

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