Kehlkopfentzündung beim Kind: Wissenswertes für Eltern

Husten, Halsschmerzen und starke Heiserkeit — beim Auftreten dieser Symptome sollten Sie daran denken, dass Ihr Kind möglicherweise an einer Kehlkopfentzündung leiden könnte. Nicht selten kommt es im Zusammenhang mit dieser Erkrankung auch zum Auftreten von Pseudokrupp mit bellendem Husten und Atemnot. Erfahren Sie hier, woran Sie eine Kehlkopfentzündung erkennen und wie Sie Ihrem Kind am besten Linderung verschaffen.

Klassische Symptome der Kehlkopfentzündung beim Kind

Bei einer Kehlkopfentzündung, auch Laryngitis genannt, entwickeln Kinder eine akute oder chronische Infektion der Kehlkopfschleimhaut. Besonders häufig tritt ihre akute Form im Rahmen einer Erkältung auf, bei der sich die Erreger vom Nasen-Rachen-Raum aus hinunter in den Kehlkopf verbreiten (Etagenwechsel). Doch auch Reizungen der Kehlkopfschleimhaut durch langanhaltendes Schreien oder Tabakrauch in der Umgebungsluft können Entzündungen hervorrufen. Besonders typisch sind bei Kindern mit akuter Kehlkopfentzündung folgende Symptome:

  • trockener, bellender Husten
  • Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust
  • Schmerzen beim Schlucken und Sprechen
  • Fieber (selten)

Besteht eine Laryngitis länger als drei Wochen, wird sie als chronisch bezeichnet.1 Diese Art der Kehlkopfentzündung zeigt sich bei Kindern jedoch deutlich seltener, als bei Erwachsenen, da ihre Ursachen vor allem in Umweltgiften (chemische Dämpfe) sowie Nikotin- und Alkoholkonsum begründet liegen.

Pseudokrupp — was steckt dahinter?

Vor allem bei Babys und Kleinkindern geht die Kehlkopfentzündung häufig mit einer starken Schwellung des Kehlkopfausgangs einher. Dabei entsteht eine akute Einengung der Atemwege, die zu schweren Anfällen mit bellendem Husten und Atemnot führen kann (Pseudokrupp).

In erster Linie gilt es hierbei, das Kind zu beruhigen und möglichst zügig für kalte sowie feuchte Umgebungsluft zu sorgen (beispielsweise durch das Öffnen des Fensters und kurzfristiges Aufdrehen der Wasserhähne im Bad). Die Symptome des Pseudokrupps bilden sich dann in der Regel schnell zurück. Beim Auftreten von Atemnot ist es jedoch wichtig, je nach Schweregrad einen Arzt aufzusuchen oder den Notarzt zu alarmieren. Mit Hilfe einer medikamentösen Inhalationstherapie kann Ihrem Kind rasch geholfen werden. Interessant: Pseudokrupp tritt bevorzugt in den Abendstunden und überwiegend im Herbst und Winter auf.2

So erfolgen Untersuchung und Diagnose

Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Kind an einer Kehlkopfentzündung leiden könnte, zögern Sie nicht, einen Arzt aufzusuchen. Gerade bei Kleinkindern und Babys sollte eine gesicherte Diagnose erfolgen, um Erkrankungen und Verletzungen mit ähnlichen Beschwerdebildern ausschließen zu können. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Keuchhusten
  • Bronchitis
  • Fremdkörper im Rachenraum
  • Schleimhautwucherungen

Der Mediziner beurteilt bei der Untersuchung den Allgemeinzustand des Patienten und sieht sich den Rachenraum mit Hilfe eins Holzspatels an. Auch das Messen der Körpertemperatur und das Abhören der Lunge sind für gewöhnlich Teil der Untersuchung. Spricht das gesamte Symptombild des Kindes für eine Kehlkopfentzündung, gilt die Diagnose als gesichert.

In einigen Fällen kann auch eine sogenannte indirekte Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie) durchgeführt werden. Dabei führt der Arzt zur Betrachtung des Kehlkopfs einen kleinen abgewinkelten Spiegel in den Mund und bis an die hintere Rachenwand heran. Sind die Stimmlippen rot, geschwollen und mit Schleim belegt, leidet das Kind mit großer Wahrscheinlichkeit an einer Kehlkopfentzündung. Bei Bedarf werden die Schleimhäute im Hals mit einem speziellen Spray betäubt, um den Würgereflex zu unterdrücken.

Kehlkopfentzündung: Behandlung bei Babys, Kleinkindern und Kindern

Bei einer akuten Kehlkopfentzündung raten Ärzte zur Stimmschonung. Auch wenn es keine leichte Aufgabe ist, versuchen Sie Ihrem Kind oder Kleinkind zu erklären, wie wichtig es ist, möglichst wenig zu sprechen. Flüstern sollte ebenfalls vermieden werden. Unterstützend können Sie zudem eine Inhalationstherapie durchführen. Sie beruhigt und befeuchtet die gereizten Schleimhäute und hat damit eine schmerzlindernde Wirkung. Der behandelnde Kinderarzt empfiehlt Ihnen eine geeignete Inhalationslösung.

Zusätzliche Maßnahmen können sein:

  • feuchte Tücher im Kinderzimmer aufhängen und so für ausreichend Luftfeuchtigkeit sorgen
  • Halsbonbons (beispielsweise mit Salbei) lutschen lassen, um den Speichelfluss anzuregen
  • ausschließlich lauwarme Speisen oder Getränke anbieten
  • den Hals mit einem Schal warm halten
  • zu viel Ruhe und Schlaf animieren

Auch die Einnahme entzündungshemmender oder schmerzstillender Medikamente ist bei einer Kehlkopfentzündung möglich. Da viele Arzneimittel aus dem Erwachsenenbereich für Babys und Kleinkinder jedoch nicht zugelassen sind, ist es wichtig, sich zuvor ärztlichen Rat einzuholen.

Ausnahme: Bakterielle Infektion

In der Regel heilt die Kehlkopfentzündung beim Kind von selbst wieder aus und Medikamente sind nicht nötig. Eine Ausnahme bildet allerdings eine (zusätzliche) Besiedlung der Schleimhäute mit Bakterien. Hier kann die Einnahme eines Antibiotikums notwendig sein.

Zur Unterstützung des Heilungsprozesses mit Hilfe von Homöopathie werden häufig folgende Präparate empfohlen:

  • Causticum (Ätzkalk): gegen Heiserkeit, trockenen Husten und allgemeines Trockenheitsgefühl im Rachen
  • Larynx/Apis comp.: allgemein bei Kehlkopfentzündung und Neigung zu Pseudokrupp
  • Archangelica comp. (Engelwurz): bei Heiserkeit gemeinsam mit Schnupfen und Halsschmerzen

Wie lange dauert eine Kehlkopfentzündung?

Wie viel Zeit vergeht, bis Ihr Kind die Kehlkopfentzündung überstanden hat, ist schwer vorauszusagen. Je stärker das Immunsystem und je strikter die Stimmschonung, desto schneller die Genesung.

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Grippe bei Kindern – wie gefährlich ist sie? >>

1HNO-Ärzte im Netz: Kehlkopfentzündungen. URL: https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/kehlkopfentzuendungen/kehlkopfentzuendungen-laryngitis-pseudokrupp-epiglottitis.html (06.11.2018).
2Ullrich, Lothar/Stolecki, Dietmar/Gründewald, Matthias: Intensivpflege und Anästhesie. Stuttgart: Thieme Verlag 2005. S. 458.