Anstrenungskopfschmerzen: Wichtiges zu Ursachen und Hilfe

20. August 2020
10 Min.

Der Schweinehund wurde überwunden, die Laufschuhe geschnürt und das Training erfolgreich absolviert. Nach dem Sport folgt bei manch einem aber die Ernüchterung: Gemeine, pochende Kopfschmerzen machen sich bemerkbar und werden zur Qual. Da ist die Motivation gleich wieder dahin. Doch wieso kommt es überhaupt zu Anstrengungskopfschmerzen? Was können Betroffene dagegen tun? Und wie lässt sich das Kopfweh von vornherein verhindern?

Frau leidet aufgrund der großen körperlichen Belastung beim Wandern unter Anstrengungskopfschmerz.


Überblick:


Anstrengungskopfschmerzen: Häufige Fragen zum Thema

Was sind Anstrengungskopfschmerzen? Der Begriff bezeichnet Kopfschmerzen, die während oder nach einer großen körperlichen Belastung auftreten. Experten ordnen Belastungskopfweh den sogenannten primären Kopfschmerzen zu, für welche es keine krankheitsbedingten Auslöser gibt.1

Welche Ursachen gibt es für die Belastungskopfschmerzen? Der genaue Hintergrund ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt die Vermutung, dass es aufgrund der Belastung zur einer Weitung der Blutgefäße kommt und hierdurch der Hirndruck steigt.

Bei welchen Sportarten treten die Schmerzen häufig auf? Vor allem bei Ausdauersport (etwa intensivem Lauftrainig) und schwerem Krafttrainig sind die Kopfschmerzen keine Seltenheit. Grundsätzlich können sie jedoch bei jeder Form von sportlicher Aktivität auftreten.

Was hilft bei Anstrengungskopfschmerz? Schmerzmittel sind oft in der Lage, die Beschwerden schnell zu lindern. Zudem ist es hilfreich, viel zu trinken und dem Körper ausreichend Ruhe zu gönnen.

Wie lässt sich Belastungskopfschmerz vorbeugen? Aufwärmen vor dem Sport und eine langsame Steigerung des Trainingspensums zählen unter anderem zu den Maßnahmen, um den fiesen Kopfschmerz zu verhindern.

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Definition: Was sind Anstrengungskopfschmerzen und wie zeigen sie sich?

Überlastungskopfschmerzen machen sich typischerweise in Verbindung mit großer körperlicher Anstrengung bemerkbar. Sie können sowohl bei Belastungsbeginn als auch bei Ausbelastung – das ist die subjektiv empfundene körperliche Belastungsgrenze – oder erst nach Belastungsende auftreten. Betroffene schreiben den Schmerzen oft einen pulsierenden Charakter zu, ähnlich einer Migräne.

Mit den Belastungsschmerzen können weitere Begleiterscheinungen einhergehen, die auf eine vollkommene Verausgabung hinweisen, wie

  • Übelkeit oder
  • Schwindel.

Die Kopfschmerzen dauern zwischen wenigen Minuten bis zu 48 Stunden an.1 Ob und wie stark sie in Erscheinung treten, ist abhängig vom individuellen Fitnesslevel, der Belastungsart sowie der Intensität der Anstrengung. Äußere Faktoren, wie große Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit, können das Kopfweh verstärken.

Wer ist betroffen?

Experten vermuten, dass Anstrengungskopfschmerzen etwa 1 bis 12 Prozent der Gesamtbevölkerung betreffen, unter Sportlern sollen es sogar bis zu 60 Prozent sein.1

Anstrengungskopfschmerzen gelten als harmlos und verschwinden in der Regel nach einer kurzen Ruhezeit wieder. Sollten sie aber länger anhalten oder regelmäßig auftreten, ist es ratsam, die Kopfschmerzen durch einen Arzt abklären zu lassen, um ernstere Ursachen (wie neurologische Krankheiten oder Herz-Kreislauf-Probleme) für die Beschwerden auszuschließen. Ein guter erster Ansprechpartner in diesem Fall ist der Allgemeinmediziner (Hausarzt). Bei Bedarf kann er Sie an einen Facharzt, zum Beispiel einen Neurologen (Spezialist für Krankheiten des Nervensystems) oder Kardiologen (Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen) überweisen.

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Welche Ursachen gibt es für Belastungskopfschmerz?

Anstrengungskopfschmerzen entstehen typischerweise dann, wenn Sie sich körperlich stark verausgabt haben. Der genaue medizinische Hintergrund hierzu ist allerdings noch nicht endgültig geklärt. Es gibt die Annahme, dass sich durch die starke Anstrengung die Blutgefäße weiten und dadurch einen zeitweisen Anstieg des intrakraniellen Drucks (Druck im Schädelinnern) bewirken. Dieser könnte wiederum der Grund für die Kopfleiden sein.2 Jedoch gilt diese Theroie unter Experten zum Teil als umstritten, da sie sich bislang nicht vollständig belegen ließ.

Folgende Faktoren können bei der Entstehung von Belastungskopfweh zudem eine Rolle spielen:

  • hoher Flüssigkeitsverlust durch das Schwitzen beim Sport, welcher Kopfschmerzen begünstigt
  • Mangel an Mineralstoffen (Magnesium oder Natrium), die durch das viele Schwitzen ausgeschieden werden
  • Sport in ungewohnten Höhen (zum Beispiel Bergwandern) und damit verbundener geringerer Luftdruck sowie verminderte Sauerstoffversorgung des Körpers
  • Aktivitäten, die einen Druckausgleich im Körper erfordern (Tauchen)

Generell können Kopfschmerzen bei jeder Sportart auftreten. Bei intensivem Lauftraining und bei Krafttraining mit Pressatmung kommen sie jedoch gehäuft vor.3

Gut zu wissen!

Nicht immer ist eine große Anstrengung der Grund für Kopfweh nach dem Sport. Wer zum Beispiel aufgrund einer falschen Lauftechnik beim Joggen eine Fehlhaltung einnimmt, begünstigt dadurch Nackenverspannungen. Diese können sich durch Spannungskopfschmerz bemerkbar machen.

Was hilft gegen die Kopfschmerzen nach dem Sport?

Wenn der Kopf pocht, ist schnelle Hilfe gefragt. Medikamente mit Wirkstoffen wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure (ASS) können für Linderung sorgen. Sie sind freiverkäuflich und rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Zudem sollten Sie bei Belastungskopfschmerz reichlich trinken, um den Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel auszugleichen. Freizeitsportler scheiden durch Schwitzen bei körperlicher Belastung durchschnittlich etwa 0,5 bis 1 Liter Flüssigkeit pro Stunde aus.4 Um diesen Verlust auszugleichen, sind verdünnte Saftschorlen oder isotonische Getränke (reich an Mineralstoffen, die der Körper besonders schnell aufnehmen kann) bestens geeignet.

Auch ist es ratsam, Ihrem Körper bei Anstrengungskopfschmerz ausreichend Ruhe zu gönnen. Am besten legen Sie sich für ein paar Minuten auf das Sofa oder Bett, um sich etwas zu erholen.

Eine kalte Dusche gegen den Kopfschmerz?

Das ist nicht die beste Idee. Durch das kalte Wasser kühlt der Körper zu schnell ab, was eine starke Belastung für den Kreislauf darstellt und sich beispielsweise in Schwindel äußern kann. Besser ist es, lauwarm zu duschen oder direkt nach dem Sport nur die Hände unter kaltes Wasser zu halten.

Wie lässt sich dem Anstrengungskopfschmerz vorbeugen?

Damit Sie sich gar nicht mit der Behandlung der lästigen Belastungskopfschmerzen herumschlagen müssen, ist es am besten, Sie vermeiden sie von vornherein. Folgende Tipps sollten Sie daher beherzigen:

  • Hören Sie auf Ihren Körper. Trainieren Sie nur, wenn Sie sich absolut fit fühlen. Achten Sie auch darauf, dass Sie sich zwar anstrengen, aber nicht komplett über Ihre individuelle Belastungsgrenze hinausschießen.
  • Verzichten Sie auf größere Belastungen bei sehr warmen Temperaturen oder hoher Luftfeuchtigkeit.
  • Trinken Sie vor, während und nach der Sporteinheit je nach Belastungsintensität ausreichend. Gut geeigent ist stilles Wasser, bei längeren Anstrengungen verdünnte Saftschorlen oder spezielle isotonische Getränke.
  • Starten und beenden Sie am besten jedes Training mit einer kurzen Aufwärm- beziehungsweise Abkühlphase. Das macht die Aktivität für den Kreislauf weniger belastend. Ihr Körper muss nicht von jetzt auf gleich 100 Prozent geben, was positive Effekte auf Ihre Leistung haben kann.
  • Steigern Sie das Trainingspensum langsam und setzen Sie vor allem auf regelmäßige körperliche Belastung. So geben Sie dem Organismus genügend Zeit, sich an die neue Situation zu gewöhnen, was die Wahrscheinlichkeit für Anstrengungskopfschmerzen reduziert.
Pauline Zäh
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