Die Mundschleimhautentzündung verstehen lernen

Wenn der gesamte Mundraum brennt und auch das Schlucken von Essen wegen starker Schmerzen schwerfällt, kann eine Mundschleimhautentzündung dafür verantwortlich sein. Doch was genau ist eine Mundschleimhautentzündung? Welche Medikamente helfen? Und wie tragen Sie selbst zum Heilungsprozess bei?

Was Sie über die Mundschleimhautentzündung wissen sollten

Eine Mundschleimhautentzündung wird auch Stomatitis genannt. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Schleimhäute, welche die gesamte Mundhöhle, also auch den Gaumen, auskleiden. Die Entzündung kann sowohl als eigenständige Krankheit als auch Begleitsymptom anderer Erkrankungen auftreten. In vielen Fällen erreicht eine Mundschleimhautentzündung ihren Gipfel am Ende der ersten Woche. Nach weiteren zwei bis drei Wochen ist sie oftmals abgeklungen.1

Lernen Sie die Mundschleimhaut kennen

Die Mundschleimhaut (orale Mukosa) ist eine besondere Haut, weil sie die die Mundhöhle ummantelt. Die Schleimschicht der Mundschleimhaut befindet sich an ihrer Oberfläche und besteht unter anderem aus sogenannten Muzinen (Schleimstoffen). Deren Hauptaufgabe besteht darin, die Schleimhaut vor äußeren Reizen zu schützen.

Die Mundschleimhaut unterteilt sich in drei Bereiche:

  • auskleidende Mundschleimhaut: bedeckt Gaumen (an den weichen Stellen), Zungenunterseite, Mundboden (den Abschnitt zwischen Unterkiefer und Zungenbein) sowie Wangen- und Lippeninnenseiten
  • mastikatorische Mundschleimhaut: befindet sich am Gaumen (an den härteren Abschnitten) und stellt das Zahnfleisch dar
  • spezialisierte Mundschleimhaut: bildet die Zungenoberseite und ist für die Geschmackswahrnehmung zuständig

Ursachen einer Mundschleimhautentzündung

Wenn Sie eine Mundschleimhautentzündung haben, kann das verschiedene Gründe haben. Unter anderem kommen folgende Auslöser infrage:

  • Viren-, Pilz- oder Bakterieninfektion
  • Nebenwirkung einer Chemotherapie (beispielsweise bei einem Tumor im Mund)
  • Immunschwäche
  • Allergien
  • ungenügende oder übertriebene Mundhygiene
  • schlechter Allgemeinzustand (zum Beispiel aufgrund einer Unterernährung)

Bei manchen Menschen kann eine Mundschleimhautentzündung jedoch auch entstehen, wenn vorher eine Zahnfleischentzündung vorangeht.

Sonderformen einer Mundschleimhautentzündung

Sind nicht nur die Schleimhäute des Gaumens beziehungsweise der Mundhöhle entzündet, sondern auch das Zahnfleisch (Gingiva), wird von einer Gingivostomatitis gesprochen. Mit anderen Worten ist das immer der Fall, wenn eine Mundschleimhautentzündung in Kombination mit einer Zahnfleischentzündung in Erscheinung tritt.

Eine weitere Sonderform der Mundschleimhautentzündung ist die Stomatitis aphthosa – auch Mundfäule genannt. Zu ihr kommt es aufgrund einer vorangegangenen Infektion mit einem bestimmten Herpes-Virus (Herpes simplex-Virus Typ eins). Es bilden sich meist viele Bläschen an der Mundschleimhaut, die nach und nach aufplatzen und Schmerzen verursachen. Zudem bleiben die meisten Betroffenen nicht von Fieber verschont. In der Regel ist die Erkrankung nach zwei Wochen überstanden; die Wunden heilen von selbst ab.2

Auch Aphten sind eine spezielle Variante der Mundschleimhautentzündung. Es handelt sich dabei um kleine, schmerzhafte Blasen, die sich an der Mundschleimhaut bilden können. Für gewöhnlich haben Aphten eine weißliche Farbe und sind rund. Nach circa zwei Wochen sind sie bei den meisten Personen von selbst wieder abgeheilt.3 Ausgelöst werden Aphten unter anderem durch Hormonschwankungen während der Menstruation oder Infektionen im Mund.

Symptome einer Mundschleimhautentzündung

Bei einer Mundschleimhautentzündung kann es unter anderem zu folgenden Symptomen im Mund kommen:

  • rote und geschwollene Schleimhäute
  • kleine Geschwüre
  • offene Stellen
  • Schmerzen beim Schlucken von Nahrung

Wenn beispielsweise der Gaumen entzündet ist, sind Schmerzen im Mund fast ständig zu spüren. Es kann daher sein, dass Betroffene eine Schluckstörung (Dysphagie) entwickeln und zu Appetitlosigkeit neigen – die Lust am Essen vergeht ihnen einfach. Vieler Beschwerden einer Mundschleimhautentzündung sind jedoch zum Beispiel durch Medikamente behandelbar.

Die Therapie einer Mundschleimhautentzündung?

Die Behandlung einer Mundschleimhautentzündung, die unter anderem auch durch Medikamente möglich ist, richtet sich für gewöhnlich nach dem Auslöser der Erkrankung.

Mundschleimhautentzündung – diese Medikamente finden Anwendung

Wurde bei einem Patienten eine Mundschleimhautentzündung diagnostiziert, kommen unter anderem diese Medikamente in Betracht:

  • Antibiotika: Einsetzbar sind sie, wenn Bakterien der Grund dafür sind, dass beispielsweise der Gaumen entzündet ist. Antibiotika sind immer verschreibungspflichtig.
  • Virostatika: Dies sind rezeptpflichtige Medikamente. Empfohlen werden sie mitunter bei einer Mundschleimhautentzündung, die durch einen Virus entstanden ist. Als Virostatika bezeichnet man Arzneimittel, welche die Vermehrung von Viren hemmen können.
  • Mundspülungen: Sie werden in der Regel eingesetzt, um Krankheitserreger abzutöten, Schmerzen zu lindern oder Entzündungen im Mundraum zu hemmen. Sie enthalten zum Beispiel pflanzliche Wirkstoffe wie Kamillen-, Myrrhe- und Salbeiextrakte oder desinfizierende Mittel wie Povidon-Iod oder Chlorhexidin.
Um der beschädigten Haut bei einer Mundschleimhautentzündung wieder etwas auf die Sprünge zu helfen, können auch Medikamente zum Einsatz kommen, welche schleimhaltige Substanzen wie Malve oder Eibisch beinhalten. Sie unterstützen den Körper mitunter bei der Regeneration der verwundeten Haut.

Was können Sie selbst bei einer Mundschleimhautentzündung tun?

Es lassen sich einige Punkte beachten, um die Wahrscheinlichkeit zu reduzieren, eine Mundschleimhautentzündung überhaupt erst zu bekommen. Und auch wenn sie bereits besteht, kann man selbst dazu beitragen, den Heilungsprozess voranzutreiben. Zu empfehlen sind diese Tipps:

  • Ananasstücke: Wenn Sie möchten, lutschen Sie tiefgekühlte Ananasstücke. Sie können Entzündungen hemmen und wirken durch die Kälte abschwellend.
  • Schleimhautschutz: Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Mundschleimhaut nicht beschädigen. Denn wenn dies der Fall ist, haben Bakterien und Viren ein leichteres Spiel. Bevorzugen Sie daher zum Beispiel eher weiche Zahnbürsten.
  • Gute Mundhygiene: Putzen Sie mindestens zweimal täglich gründlich Ihre Zähne. So wird es Krankheitserregern wie Bakterien oder Viren erschwert, sich im Mundraum anzusiedeln.
Wenn Sie noch weitere Fragen zum Thema Mundhygiene haben oder sich unsicher sind, ob Ihre Zahnpflege ausreichend ist, können Sie einen Termin bei Ihrem Zahnarzt vereinbaren.

Mundschleimhautentzündung: Wann zum Arzt?

Kommt es neben der Entzündung zusätzlich zu Fieber, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt ausmachen. Unumgänglich ist der Weg zu einem Mediziner außerdem, wenn eine Mundschleimhautentzündung bei Kindern und immungeschwächten Personen – unter anderem bei Menschen, die eine Chemotherapie bekommen – ausbricht. Selbstverständlich ist der Gang zum Arzt auch nötig, wenn Sie vor Schmerzen kaum noch einen Happen hinunterschlucken können oder die Mundschleimhautentzündung immer wieder neu in Erscheinung tritt.

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1 Bork, Konrad/ Bräuninger, Wolfgang: Hautkrankheiten in der Praxis. Diagnostik und Therapie, Stuttgart/New York 3 2005, S. 155.
2 R.W., Ott/ H. P., Vollmer, W.E., Krug (Hrsg.): Klinik und Praxisführer Zahnmedizin, Stuttgart 2003, S. 294.
3 Jackowski J, Strietzel F et al.: S2k-Leitlinie (Langversion). Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-101l_S2k_Aphthen_aphthoide-L%C3%A4sionen_2017-03.pdf (Stand 10.01.2018), S.4.