Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome sind nicht immer gleich

Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) kann ganz unterschiedliche Symptome hervorrufen. Während bei einer akuten Sinusitis die Symptome in der Regel stark ausgeprägt sind, sind die Zeichen einer chronischen Nasenebenhöhlenentzündung meist unauffälliger. Dennoch sollten die Beschwerden nicht abgetan werden. Heilt eine Nebenhöhlenentzündung nicht richtig aus, kann das weitere Komplikationen nach sich ziehen.

Typische Symptome einer akuten Sinusitis

Eine akute Nasennebenhöhlenentzündung geht meistens mit einer Erkältung einher und ihre Symptome lassen sich nicht leicht von dieser unterscheiden. Durch Schnupfen schwellen die Schleimhäute in der Nase an und verstopfen die Kanäle zu den Nebenhöhlen. Kann das Sekret nicht mehr richtig ablaufen, entzündet sich auch die Schleimhaut in den Nebenhöhlen. Dies macht sich zunächst durch

  • ein Druckgefühl und
  • Schmerzen links und rechts

neben der Nasenwurzel oder im Stirnbereich bemerkbar, je nachdem, ob die Kieferhöhlen oder die Stirnhöhlen betroffen sind. Dieser Druckschmerz verstärkt sich in der Regel bei Erschütterung oder beim Bücken. Eine akute Nebenhöhlenentzündung wird häufig von Fieber begleitet. Das Nasensekret ist im Gegensatz zum Schnupfen tiefgelb bis dunkelgrün und hat eine festere Konsistenz. Da der Hauptnasengang meist verstopft ist, läuft der Schleim häufig über den Rachen ab.

Typische Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung im Überblick

  • verstopfte Nase
  • Ansammlung von Sekret und Schleim im Nasen- und Rachenbereich
  • Druckschmerz an den betroffenen Nebenhöhlen bis hin zu klopfenden oder gar stechenden Schmerzen im Kopf- und Gesichtsbereich
  • ein Gefühl von genereller Abgeschlagenheit
  • Fieber möglich

Entzündete Nebenhöhlen verursachen Schmerzen im umliegenden Gewebe

Bei einer schweren Sinusitis breiten sich die Schmerzen über das gesamte Gesicht aus. Typische Symptome bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sind Kopfschmerzen. Diese treten bei einer Stirnhöhlenentzündung eher im vorderen Kopfbereich und im Bereich der Augen auf. Sind tiefer liegende Nebenhöhlen wie die Keilbeinhöhlen entzündet, strahlen die Schmerzen bis in den Hinterkopf aus. Bei einer Kieferhöhlenentzündung tun meist Wangenknochen und Oberkiefer weh. Hier kann die Nasennebenhöhlenentzündung auch zu Zahnschmerzen führen. Aufgrund einer Verbindung zwischen den Nebenhöhlen und dem Mittelohr sind auch Ohrenschmerzen bei einer Nebenhöhlenentzündung nicht ungewöhnlich.

Chronische Nasennebenhöhlenentzündung: Dauerhafte Symptome

Eine akute Sinusitis klingt meist nach zwei Wochen ab. Von einer chronischen Sinusitis sprechen Ärzte hingegen, wenn

  • die Symptome über einen längeren Zeitraum nicht vollständig verschwinden oder
  • die Nasennebenhöhlenentzündung in Abständen immer wieder voll ausbricht.

Die Ursachen dafür können Allergien oder anatomische Besonderheiten im Aufbau der Nase und der Nebenhöhlen sein, die ein Ausheilen beeinträchtigen, zum Beispiel eine Nasenscheidewandverkrümmung oder verengte Nasenhöhlengänge.

Bei einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung sind die Symptome in der Regel schwächer ausgeprägt als bei einem akuten Krankheitsverlauf. So kann es sein, dass der Schnupfen ausheilt, aber der Druck in den Wangen oder in der Stirn bleibt. Je nachdem, wo in den Nebenhöhlen der Entzündungsherd liegt, kann der Hauptnasengang durchaus frei sein. Druckartige Schmerzen an den Zähnen, die nicht auf eine Zahnerkrankung zurückzuführen sind, können ebenfalls ein Zeichen für eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung tief in der Kieferhöhle sein. Hinzu kommen häufig eine verstärkte Neigung zu Kopfschmerzen und ein generelles Gefühl von Mattigkeit.

Komplikationen im Zusammenhang mit einer Sinusitis

Manche Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung können zu Komplikatonen führen. So ist die Atmung durch die Nase oft eingeschränkt. Reflexartig atmen Betroffene deshalb durch den Mund. Der Rachen verfügt jedoch nicht über das ausgeprägte Filtersystem der Nase. Deshalb können bei der Mundatmung mehr Krankheitserreger in die Atemorgane gelangen. Zu Beginn zeigen sich Symptome wie Halsschmerzen oder Husten. Ist die Nasenatmung dauerhaft beeinträchtigt, kann sich in der Folge aber auch eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung entwickeln. Um dies zu verhindern, sollte der Fokus darauf liegen, durch eine geeignete Behandlung die Nasennebenhöhlenentzündung richtig auszuheilen, sodass die Nasenatmung wieder gut funktioniert.

Insbesondere bei Kindern, bei denen die Nebenhöhlen noch nicht voll ausgeprägt sind, kann sich aus der Nebenhöhlenentzündung schnell eine Mittelohrentzündung entwickeln. Diese äußert sich durch Ohrenschmerzen, Druck im Ohr, Ohrgeräusche, Schwindel und Fieber.

Wissenswertes: Entwicklung der Nebenhöhlen bei Kindern

Die Kieferhöhle ist bereits bei der Geburt angelegt, aber im Verhältnis zum Schädel noch sehr klein. Ihr Volumen nimmt mit zunehmendem Alter, besonders während des Zahnwechsels, zu. Die Stirnhöhlen beginnen, sich mit dem zweiten Lebensjahr zu entwickeln, die Keilbeinhöhle ab dem vierten bis fünften Lebensjahr. Erst mit dem Erwachsenenalter erreichen die Nebenhöhlen ihre volle Größe.

Die Sinusitis kann sich aber auch im Schädelraum weiter ausbreiten und die Augenhöhlen und Hirnhäute infizieren. Zu den Beschwerden der Nebenhöhlenentzündung kommen dann folgende Symptome:

  • Sehstörungen
  • Lidschwellungen
  • Nackenschmerzen, beziehungsweise Nackensteifigkeit
  • Übelkeit

Während die Nasennebenhöhlenentzündung ungefährlich ist, sollten Sie bei Verdacht auf Hirnhautentzündung unbedingt einen Arzt aufsuchen. Greift die Entzündung auf das Gehirn über, kann dies lebensbedrohlich werden.

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