Schluss mit der Entzündung: Entzündungshemmende Medikamente

Niemand mag sie – sie jucken und können schmerzen. Doch trotzdem gehören Entzündungen immer wieder zum Leben dazu. Denn sie sind eine Art körpereigenes Warnsystem, das dem Organismus zeigt, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auf der anderen Seite jedoch stellen die Symptome, wie Fieber oder Abgeschlagenheit, für den Körper eine große Belastung da. Gegen die Beschwerden gibt es jedoch entzündungshemmende Medikamente und Salben gegen Entzündungen.

Entzündung: Was ist das eigentlich?

Eine Entzündung ist eine normale Reaktion des Immunsystems auf einen Reiz, der von außen oder innen den Körper negativ beeinflussen kann. Erst wenn dieser beseitigt ist, kann der Körper mit den Reparaturvorgängen beginnen. Zu den typischen Entzündungszeichen gehören:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerz
  • Überwärmung
  • eingeschränkte Funktion der betroffenen Körperstelle

Entzündungsreaktionen sind ein kompliziertes Zusammenspiel aus Antikörpern, spezialisierten Zellen, Entzündungsvermittlern (wie beispielsweise Histamin oder Prostaglandin) und anderen Helfern.

Was hilft gegen Entzündungen? – Entzündungshemmende Medikamente

Entzündungshemmende Medikamente werden auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) genannt. Es gibt sie zum Beispiel als Tablette, Pille oder Salbe gegen Entzündungen.

Entzündungshemmende Medikamente kommen deshalb häufig zum Einsatz, weil sie nicht nur die Entzündung bekämpfen, sondern auch deren Begleitsymptome wie Fieber und Schmerzen. Für einige Patienten kann es zudem von Bedeutung sein, dass manche entzündungshemmende Medikamente auch die Blutgerinnungsfähigkeit mindern. Besonders betrifft dies Menschen mit einer Herzerkrankung: Durch eine verminderte Blutgerinnung kann das Herz entlastet werden. 

Entzündungshemmende Medikamente: Anwendungsgebiete

Entzündungshemmende Medikamente, beispielsweise Salben gegen Entzündungen, können im Regelfall bei leichten bis mäßigen Schmerzen eingesetzt werden.

Dazu zählen beispielsweise:

  • leichte Sportverletzungen
  • Sehnenentzündung
  • Menstruationsbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Arthritis

Ein Arzt oder Apotheker berät Patienten bei der Wahl der passenden Darreichungsform. Während bei Kopfschmerzen sicherlich Tabletten die beste Wahl sind, ist im Normalfall eine entzündungshemmende Salbe bei Sportverletzungen am Zielführendsten, da sie direkt auf die entzündete Stelle aufgetragen werden kann.

Wie wirken entzündungshemmende Medikamente?

Entzündungshemmende Medikamente helfen dem Körper für gewöhnlich auf drei verschiedene Arten bei der Bekämpfung einer Entzündung:

  • sie hemmen den Schmerz
  • sie senken das Fieber
  • sie reduzieren Entzündungszeichen

Entzündungshemmende Medikamente sind dazu in der Lage, weil sie die Fähigkeit besitzen, bestimmte körpereigene Enzyme zu blockieren; vor allem COX-1 und COX-2 Enzyme. Diese Enzyme fördern die Produktion von Prostaglandinen. Prostaglandine sind spezielle Gewebshormone, die eine wichtige Rolle bei der Schmerzweiterleitung sowie der Entstehung von Entzündungsprozessen und Fieber spielen. Durch die Einnahme eines entzündungshemmenden Medikaments wird nun die übermäßige Produktion von Prostaglandinen verhindert, sodass die von ihnen herbeigeführten Schmerzen und Entzündungszeichen zurückgehen.       

Wirkstoffe in entzündungshemmenden Medikamenten

Bei den Wirkstoffen, die in entzündungshemmenden Medikamenten beziehungsweise in einer Salbe gegen Entzündungen enthalten sind, handelt es sich meist um:

  • bestimmte Salicylsäuren
  • bestimmte Arylessigsäuren
  • bestimmte Indolessigsäuren
  • bestimmte Arylpropionsäuren
  • bestimmte Anthranilsäuren
  • Oxicame
  • Pyrazolidindione
  • COX-2-Hemmer

Entzündungshemmende Medikamente sind Präparate, die sehr schnell im Körper wirken; für gewöhnlich schon nach 30 bis 60 Minuten.1 Die Wirkung hält meistens nur so lange, wie das Arzneimittel eingenommen wird. Daher müssen beispielsweise von einem entzündungshemmenden Medikament mit einer zweistündigen Wirkungsdauer mehrere Tabletten über den Tag verteilt eingenommen werden, damit die Wirkung erhalten bleibt. Vor der Einnahme empfiehlt es sich, die Länge des Einnahmezeitraumes sowie die Höhe der Medikamentendosis mit einem Arzt zu besprechen. Ratsam ist dies auch bei rezeptfrei erhältlichen Produkten.  

Was hilft noch gegen Entzündungen?

Wenn Sie sich fragen: „Was hilft noch gegen Entzündungen?“, sollten Sie wissen, dass Entzündungen für gewöhnlich nach ihrer Ursache behandelt werden. Deshalb gilt es, den Entzündungserreger schnellstmöglich in Erfahrung zu bringen. Mögliche Entzündungsverursacher sind zum Beispiel Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten. Je nachdem, um welchen Entzündungsreiz es sich handelt, können dann Maßnahmen getroffen werden. Wurde eine Entzündung beispielsweise durch ein bestimmtes Bakterium ausgelöst, kann die Einnahme eines Antibiotikums angebracht sein.  

Neben den Entzündungsursachen können darüber hinaus auch die Begleitsymptome wie Fieber oder Schmerzen behandelt werden. Hier können beispielsweise Schmerzmittel oder fiebersenkende Medikamente zur Genesung beitragen aber auch Salben gegen Entzündungen, pflanzliche Präparate oder bestimmte Hausmittel

Mit den folgenden Maßnahmen können Sie Ihren Körper beim Heilungsprozess unterstützen:

  • ruhen Sie sich aus
  • trinken Sie ausreichend (30 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht)2, damit die bekämpften Entzündungsauslöser schnell ausgeschieden werden können
  • kühlen Sie die entzündete Stelle (für maximal 20 Minuten), wenn diese sich nicht im Körperinneren befindet und erreichbar ist
  • essen Sie gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel

Bei manchen Entzündungen besteht - trotz aller Heilungsversuche - die Gefahr, dass sie chronisch werden und nicht mehr vollständig verheilen. Auch das regelmäßige Wiederkehren einer Entzündung ist nicht ausgeschlossen. Für Betroffene bedeutet dies dann, dass sie sehr lange an der Entzündung leiden und auch die Heilung nur langsam voranschreitet. Besonders häufig ist dies bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem zu beobachten.

Das könnte Sie auch interessieren:

Wie entsteht eine Hautentzündung? >>

Schmerzskala: Wie stark sind meine Schmerzen? >>

Hausmittel >>

 

1 Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V. URL: https://www.rheuma-liga.de/hilfe-bei-rheuma/therapie/medikamentenfuehrer/schmerzmedikamente/nsar (15.09.2017).
2 Lauber, Annette/ Schmalstieg, Petra: Pflegerische Interventionen. Stuttgart 2003. S. 168.