Erkältungskopfschmerzen — Ursachen & Behandlung

19. August 2020
7 Min.
Frau mit grippalem Infekt leidet an Erkältungskopfschmerzen.

Eine Erkältung (auch grippaler Infekt genannt) bringt eine Menge Symptome mit sich. Neben Husten, Schnupfen, Fieber, Glieder- oder Halsschmerzen gehört der Erkältungskopfschmerz in vielen Fällen dazu. Wodurch entstehen die Schmerzen im Kopf, wie lange halten sie in der Regel an und was können Betroffene dagegen tun?


Übersicht:

Warum bekommt man bei einer Erkältung Kopfschmerzen?

Dass bei einer Erkältung hin und wieder Kopfschmerzen auftreten, ist bekannt — was die Beschwerden im Einzelnen auslöst, konnte bislang jedoch noch nicht eindeutig geklärt werden. Wissenschaftler verfolgen daher unterschiedliche Theorien, von denen die folgenden als sehr wahrscheinlich angesehen werden:

  • Während das menschliche Immunsystem mit der Bekämpfung von Krankheitserregern beschäftigt ist, steigt die Ausschüttung von sogenannten Zytokinen an. Dabei handelt es sich um Eiweiße (Proteine), die vor allem bei einer viralen Infektion vermehrt im Blut vorkommen. Sie dienen etwa zur Virenabwehr, indem sie an der Signalübertragung zwischen einzelnen Zellen beteiligt sind. Ebenso erfüllen sie eine unterstützende Funktion beim Zellwachstum. Jene Proteine stehen im Verdacht, unter anderem die erkältungsbedingten Kopfschmerzen auszulösen.
  • Befinden sich Erkältungsviren im Organismus, setzen sie sich mitunter an den Schleimhäuten der Atemwege fest. Aus diesem Grund entstehen etwa in Nase oder Nasennebenhöhlen Entzündungen (beispielsweise Nasennebenhöhlenentzündung), wodurch Schwellungen verursacht werden und eine verstärkte Produktion von Sekret in Gang gesetzt wird. Häufig fließt der entstandene Schleim nicht richtig ab und setzt sich fest. Auf diese Weise baut sich Druck auf, der für viele Mediziner mitverantwortlich für die Kopfschmerzen ist.
  • Wenn aufgrund der Erkrankung eine erhöhte Temperatur (37,5 bis 38 Grad Celsius) oder Fieber (ab 38,1 Grad Celsius) vorliegt, weiten sich die Blutgefäße im Kopf und es entsteht ein Druck, welcher zu den Erkältungskopfschmerzen führen kann.1
  • Beanspruchen Betroffene einer Erkältung ihren geschwächten Körper zu sehr — etwa durch körperliche Arbeit und zu wenig Ruhe — entsteht Stress. Dieser sorgt, aufgrund einer erhöhten Anspannung der Muskulatur, für Verspannungen in Nacken oder Rücken und damit ebenfalls für Kopfschmerzen.

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In Anbetracht der Vielzahl möglicher Ursachen wird ersichtlich, dass die Erkältungskopfschmerzen je nach individuellem Krankheitsverlauf auf verschiedene Weise und an unterschiedlichen Stellen entstehen können. Während beispielsweise eine Entzündung der Stirnhöhlen für Beschwerden im Bereich der Stirn und Schläfen sorgt, kann eine verspannte Muskulatur im Nacken Schmerzen am hinteren Kopf zur Folge haben. Wo genau die Kopfschmerzen bei einer Erkältung auftreten, ist somit von Person zu Person unterschiedlich. Mithilfe von Medikamenten oder Hausmitteln sind sie in der Regel jedoch effektiv zu bekämpfen.

Erkältungskopfschmerzen: Wann zum Arzt?

Einen Allgemeinarzt sollten Sie in jedem Fall aufsuchen, wenn die Schmerzen

  • übermäßig stark sind,
  • auch nach mehreren Tagen (etwa, wenn die Erkältung bereits überstanden ist) nicht abklingen,
  • mit Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen einhergehen,
  • hohes Fieber (über 39 Grad Celsius)1 mit sich bringen und
  • von einem steifen Nacken (beispielsweise bei Hirnhautentzündung) begleitet werden.

All das sind Hinweise darauf, dass die Kopfschmerzen nicht oder nur bedingt von einer Erkältung ausgelöst werden. Die genaue Ursache sollte in diesem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Was hilft gegen den Erkältungskopfschmerz?

Um die lästigen Kopfschmerzen wieder loszuwerden, ist es vor allem sinnvoll, gegen die Erkältung an sich vorzugehen. Gönnen Sie dem Körper viel Ruhe und überlasten Sie sich nicht durch übermäßige körperliche Anstrengung (etwa beim Sport). Besser ist es stattdessen, eine Runde an der frischen Luft spazieren zu gehen oder sich Entspannung bei einer Bestrahlung mit einer Wärme- beziehungsweise Infrarotlampe zu suchen. Oftmals lösen sich auf diese Weise bereits die Schmerzen. Darüber hinaus ist es wichtig, für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (circa 1,4 Liter pro Tag) zu sorgen.2 Trinken Sie dazu entweder Tee (zum Beispiel mit Ingwer) oder Wasser.

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Bevor eine medikamentöse Behandlung in Betracht kommt, kann es nicht schaden, verschiedene Hausmittel zur Linderung der Beschwerden zu nutzen. Insbesondere das Inhalieren beziehungsweise ein Dampfbad mit Kochsalzlösung aus der Apotheke und optionalen Zugaben wie

  • Kamille,
  • Salbei oder
  • Eukalyptus

wirkt bei Erkältung entspannend, befreit blockierte Atemwege und nimmt so den Druck im Kopf. Außerdem befeuchtet der Dampf zusätzlich die Schleimhäute, die bei einer Erkältung in Mitleidenschaft gezogen werden. Alternativ können auch warme Tücher oder Waschlappen auf Gesicht und Stirn gelegt werden. Hier ist die entspannende Wirkung nicht so intensiv, dennoch entsteht ein wohltuender Effekt, der zur Linderung der Kopfschmerzen beiträgt.

Wenn die erkältungsbedingten Kopfschmerzen sehr stark ausfallen und die hier genannten Methoden nicht ausreichen, können verschiedene Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Häufige Vertreter sind dabei Medikamente aus der Klasse der sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR), die über die schmerzstillende Wirkung hinaus sowohl Fieber senken als auch Entzündungen hemmen. Insbesondere vorzufinden sind Präparate mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Diclofenac.

Auch Paracetamol zählt hierzu, wirkt jedoch im Gegensatz zu den anderen Schmerzmedikamenten nicht entzündungshemmend. Die Notwendigkeit und Dosierung einer medikamentösen Behandlung bei Erkältungskopfschmerzen sollte jedoch bestenfalls im Vorfeld mit dem Allgemeinarzt abgesprochen werden.

Jan Zimmermann
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Medizinredakteur und Medienwissenschaftler
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