Häufige Fragen zum Thema Wangenschmerzen


Welche Ursachen haben Wangenschmerzen?

Hinter Schmerzen in den Wangenknochen können viele unterschiedliche Ursachen stecken. Häufig sind es Neuralgien (Nervenschmerzen), Fehlfunktionen von Kiefergelenk und Kaumuskulatur oder andere Erkrankungen wie Entzündungen, Zahnprobleme oder muskuläre Verspannungen.

Welcher Arzt bei Wangenschmerzen?

Ein idealer Ansprechpartner ist der Allgemeinarzt. Dieser kann erste Untersuchungen vornehmen und Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen. Je nach Ursache sind beispielsweise Zahnärzte, Hals-Nasen-Ohrenärzte oder Neurologen für die weitere Behandlung denkbar.

Wie diagnostiziert der Arzt Schmerzen in den Wangenknochen?

Nach einem ersten Anamnesegespräch (Krankengeschichte), tastet der Mediziner die entsprechende Region ab oder nutzt Röntgenaufnahmen oder ein MRT (Magnetresonanztomografie) zur genaueren Einordnung der Schmerzursache.

Wie werden Wangenschmerzen behandelt?

Je nach zugrundeliegender Ursache kommen verschiedene Therapiemaßnahmen zu Einsatz. Dazu gehören beispielsweise Physiotherapie, elektrische Nervenstimulation, Biss-Schienen oder spezielle Medikamente, die sich auf die Erregbarkeit und Leitfähigkeit der Nervenbahnen auswirken. Operative Eingriffe sind eher selten.

Ursachen für Schmerzen in den Wangenknochen


Ähnlich wie Schmerzen, die im Bereich der Augen, der Nase oder des Kiefers vorkommen, gehören Schmerzen in den Wangenknochen ebenfalls zu den Gesichtsschmerzen. Ebenso existieren bei Wangenschmerzen mehrere mögliche Ursachen. Folgende sind dabei sehr häufig vertreten. 

Neuralgien als Ursache für Wangenschmerzen

Unter dem Begriff der Neuralgie verbergen sich Reizungen oder Entzündungen von Nerven, die zu starken Schmerzen im jeweiligen Versorgungsgebiet führen. Oft geht damit eine Schädigung jener (peripheren) Nerven einher. In der Medizin werden Neuralgien mitunter auch als neuropathische Schmerzen oder Nervenschmerzen bezeichnet.  

Da im Gesicht sehr viele Nervenbahnen verlaufen — insbesondere etwa der Trigeminus- oder Gesichtsnerv — kann es hier zu entsprechenden Beschwerden wie einer Trigenminusneuralgie kommen. Ein großer Teil dieses Nervs verläuft durch die Wangen und sorgt beispielsweise für die Aktivität der Schläfen- und Kaumuskulatur.

Wird der Nerv etwa eingeklemmt (möglicherweise durch Veränderungen benachbarter Blutgefäße) äußert sich das unter anderem mit Schmerzen im Bereich der Wangenknochen.

Herpes-Zoster-Virus und Wangenschmerzen

Hinter dem Begriff Herpes-Zoster (auch: Varizella-Zoster-Virus) verbirgt sich ein Virus, das bei Erstkontakt — meist im Kindesalter — Windpocken (Varizellen) auslöst. Sind diese überstanden, verbleibt das Virus jedoch lebenslang im Körper und kann, etwa bei einem schwachen Immunsystem, erneut in Erscheinung treten. Beispielsweise als Gürtel- oder Gesichtsrose mit Hautausschlag und brennendem Schmerz. Infolge einer Gürtel- oder Gesichtsrose kann sich dann eine sogenannte postherpetische Zosterneuralgie mit Wangenschmerzen ausbilden

Ursache für Wangenschmerzen: Craniomandibuläre Dysfunktion

Unter den Fachbegriff der craniomandibulären Dysfunktion (CMD) fallen Beschwerden, die das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur betreffen. Mitunter sind  

  • hoher Stress und Zähneknirschen (Bruxismus), 
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen oder 
  • falsch platzierte Füllungen und Kronen 

dafür verantwortlich, dass die Kiefermuskulatur stark verspannt. Schnell treten daraufhin Schmerzen im Wangenbereich auf, die teilweise bis in die Schläfe ziehen. Häufig klagen Betroffene zusätzlich über Probleme, den Mund weit zu öffnen. Außerdem können eine generelle Unbeweglichkeit des Kiefergelenks oder knackende und reibende Geräusche beim Kauen und Sprechen vorkommen. 

Schmerzen in den Wangenknochen bei anderen Erkrankungen

Zu den möglichen Ursachen, die für Schmerzen in den Wangenknochen verantwortlich sein können, zählen unter anderem: 

Je nach zugrundeliegender Krankheit treten dabei in der Regel vordergründig andere Symptome (etwa Schmerzen in Kopf, Zähnen oder Rücken) auf — die Wangenschmerzen sind hier eher Begleitsymptome.  

Auch bei schwerwiegenderen Krankheiten sind Schmerzen in den Wangenknochen denkbar. Hierzu gehören zum Beispiel Tumore im Gehirn, Schlaganfälle oder Erkrankungen des zentralen Nervensystems (wie Multiple Sklerose). 

Die Ursache ist nicht immer offensichtlich

Vor allem, wenn die Schmerzen in den Wangenknochen auch ohne erkennbaren Grund dauerhaft bestehen oder häufig wiederkehren, können sogenannte idiopathische Gesichtsschmerzen vorliegen (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache). Bei Verdacht sprechen Sie am besten umgehend mit einem Neurologen (Spezialist für Nerven).

Diagnose von Wangenschmerzen


Oberstes Ziel für den Arzt bei der Diagnose von Schmerzen in den Wangenknochen ist es, den genauen Ursachen auf den Grund zu gehen. Ein guter erster Ansprechpartner ist hier der Allgemeinarzt. Dieser stellt anfangs — in einem Anamnesegespräch (Krankengeschichte) — Fragen dazu, wann, wo und in welcher Intensität die Beschwerden auftreten.

Sind sie schubartig und plötzlich oder treten sie eher im Zusammenhang mit bestimmten äußeren Reizen wie Stress, beim Zähneputzen oder Kauen in Erscheinung. Hier ist es wichtig, so genaue Angaben wie möglich zu machen, um dem Arzt eine ausreichende Grundlage zur Diagnosestellung zu geben.  

Neben dem Anamnesegespräch kann der Arzt den schmerzenden Bereich im Gesicht auch abtasten oder mit einem Röntgengerät oder einem MRT (Magnetresonanztomographie) genauer untersuchen. 

Abhängig vom Ergebnis dieser Untersuchungen leitet er dann eine entsprechende Behandlung ein beziehungsweise überweist Sie an einen jeweils zuständigen Spezialisten. Je nach zugrundeliegender Ursache kann es zum Beispiel nötig sein, Zahnärzte und KieferorthopädenHals-Nasen-Ohrenärzte oder Neurologen zu konsultieren.  

Wie können Wangenschmerzen behandelt werden?


Die Art und Weise der Behandlung von Schmerzen in den Wangenknochen richtet sich nach der vorangegangenen Diagnose. Liegen etwa Verspannungen der Muskulatur vor, hilft beispielsweise eine Wärmebehandlung mit Rotlicht oder Physiotherapie, um die Muskeln zu lockern und eine Linderung der Beschwerden herbeizuführen.

Ebenso kann unter Umständen mit einer sogenannten transkutanen elektrischen Nervenstimulation (transkutan = „durch die Haut“) therapiert werden. Dabei bringt der Mediziner selbstklebende Hautelektroden an, durch die eine sehr leichte elektrische Spannung fließt. Diese soll den Schmerzreiz lindern und zur Entspannung der Muskulatur beitragen. Je nach Anwendung kann der Betroffene — nach einer Einweisung — die Therapie auch selbst zu Hause umsetzen.  

Schmerzmittel bei Wangenschmerzen

Sorgen etwa Verspannungen in oberem Rücken, Schultern oder Nacken für Schmerzen im Bereich der Wangen, können auch leichte Schmerzmittel zum Einsatz kommen. Darunter fallen beispielsweise Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol.

Liegt eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) des Kiefergelenks vor, kommen häufig spezielle Biss-Schienen zum Einsatz. Diese ermöglichen etwa 

  • Kieferfehlstellungen zu korrigieren,  
  • die Bisslage der Zähne auszugleichen und 
  • die Zahnoberflächen beim Zähneknirschen (Bruxismus) zu schützen. 

Operative Eingriffe zur Korrektur des Kiefers werden hier erst dann notwendig, wenn alle anderen Therapiemaßnahmen zu keinem Erfolg geführt haben. 

Auf Medikamente greifen Ärzte bei Schmerzen in den Kieferknochen oftmals im Fall von Nervenschmerzen — etwa bei einer Trigeminusneuralgie — zurück. Hier sind gewöhnliche Schmerzmittel in der Regel nicht ausreichend. Gegen die häufig schubweise auftretenden Beschwerden verschreiben Ärzte meist sogenannte Antiepileptika. Diese — auch zur Therapie von Epilepsie eingesetzten — Präparate beugen Schmerzanfällen vor, indem sie Einfluss auf die Erregbarkeit und Leitfähigkeit der Nervenbahnen nehmen.  

In besonders schweren Fällen sind auch Operationen denkbar, bei denen entweder die Nerven entlastet (zum Beispiel aus Einklemmungen befreit) oder die Schmerzbahnen unterbrochen werden. Bei letzterem soll die Reizweiterleitung ans Gehirn verhindert werden, um die Schmerzen zu stillen. 

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Jan Zimmermann Egal ob Video, Foto oder Text – Hauptsache die Kreativität kommt nicht zu kurz. Noch während seines Masterstudiums der Medienwissenschaften und der Arbeit als Multimedia Content Creator in München, entwickelte Jan Zimmermann eine Passion für das Schreiben. Seit 2018 lebt er diese als Medizinredakteur bei kanyo® aus. Jan Zimmermann Medizinredakteur und Medienwissenschaftler kanyo® mehr erfahren