Fieber: Symptome, Behandlung, Hausmittel und Co.

3. September 2019
21 Min.
Eine Frau mit Fieber hält ein Fieberthermometer von sich

Fieber – das ist die körpereigene Kampfansage gegen Krankheitserreger. Typisch ist es daher bei Erkrankungen wie der Grippe. Indem unser Körper seine Temperatur erhöht, heizt er den Bakterien, Viren oder Parasiten, die ihn angreifen, ordentlich ein – die Eindringlinge überleben das meist nicht. Doch wann sollte Fieber behandelt werden? Welche Hausmittel können helfen? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Fieber und erhöhter Temperatur? Diese und weitere Antworten rund um Fieber lesen Sie im Folgenden.


Übersicht:


Unterschied: Fieber und erhöhte Temperatur

Auch wenn der Volksmund die Begriffe Fieber und erhöhte Temperatur oft synonym verwendet, handelt es sich um zwei verschiedene Erscheinungsformen:

  • Fieber: Es besteht generell, sobald Ihre Körpertemperatur auf 38,1 Grad Celsius und höher gestiegen ist.2
  • Erhöhte Temperatur: Per Definition sprechen Mediziner von erhöhter Temperatur, wenn das Fieberthermometer mindestens 37,5 Grad Celsius anzeigt.1

Je nach Körpertemperatur differenzieren Ärzte jedoch noch weitere Fieberhöhen:

  • 36,3-37,4 Grad Celsius: normale Temperatur
  • 37,5-38,0 Grad Celsius: subfebrile oder erhöhte Temperatur
  • 38,1-38,5 Grad Celsius: leichtes Fieber
  • 38,6-39,0 Grad Celsius: mäßiges Fieber
  • 39,1-39,9 Grad Celsius: hohes Fieber
  • 40,0-42,0 Grad Celsius: sehr hohes Fieber2

All die angegebenen Zahlen beziehen sich auf Werte, die über eine rektale Messung im Po ermittelt wurden.2 Denn abhängig vom Ort der Messung kann Fieber beispielsweise schon ab 37,8 Grad Celsius (Messung unter der Zunge) bestehen.4

Für was ist Fieber gut?

Durch eine Erhöhung der Körpertemperatur ist Ihr Organismus dazu in der Lage, Krankheitserreger wie Bakterien und Viren besser zu bekämpfen. Die gesteigerte Temperatur sorgt zum Beispiel dafür, dass der Organismus mehr Abwehrzellen aktiviert und es die Erreger von beispielsweise einer Grippe, schwerer haben, zu überleben.

So entsteht Fieber

Bei infektiösen Erkrankungen wie einer Erkältung sind deren Erreger die Ursache dafür, weshalb der Organismus die Körpertemperatur über den normalen Sollwert erhöht. Im Übrigen geschieht dies in einem bestimmten Teil des Zwischenhirns – dem Hypothalamus. Er gibt bei Bedarf den Befehl zur Temperatursteigerung. Dafür wird unter anderem

  • der Stoffwechsel angeregt und
  • die Muskelarbeit verstärkt.

Außerdem ziehen sich die Blutgefäße zusammen. Dadurch geht weniger Wärme über die Haut verloren.

Aha!

Zur Schädigung von Viren, Bakterien und Parasiten kommt es schon bei Körpertemperaturen über 37 Grad Celsius.3

Fieberauslösende Substanzen nennen Experten auch Pyrogene. „Pyro“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Feuer oder Hitze. Einerseits gelangen sie als Bestandteile von beispielsweise Bakterien in den Körper. Andererseits können sie Reaktionen des Körpers selbst sein. So etwa auf die folgenden Faktoren:

Fieber entsteht in diesen Fällen aufgrund eines Gewebetrümmerabbaus. Die fieberverursachenden Abbauprodukte der abgestorbenen Zellen gelangen in die Blutbahn. Der Organismus reagiert auf diese Pyrogene entsprechend mit einer Erhöhung der Körpertemperatur.

So reguliert unser Körper die Temperatur

Optimal funktioniert der Organismus bei einer inneren Temperatur von etwa 37 Grad Celsius.2 Genauer kann dieser Wert nicht bestimmt werden, weil jeder Körper seine persönliche Wohlfühltemperatur hat, die etwas höher oder niedriger liegen kann.

Wie hoch die Temperatur im Körperinneren ist, regelt der Hypothalamus. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle Körperwärme zu überprüfen und mit dem persönlichen Sollwert zu vergleichen. Wenn die Körpertemperatur zu niedrig ist, schaltet der Hypothalamus die „Heizung“ ein. Ist die gegenwärtige Körpertemperatur zu hoch, fangen wir an zu schwitzen und geben so die überschüssige Wärme ab.

Messung der Körpertemperatur

Die Temperatur unseres Körpers ist nie völlig konstant, da sie von verschiedenen Faktoren wie der Tageszeit, dem weiblichen Zyklus sowie dem Ort der Messung abhängig ist:

  • Tageszeit: Am Morgen ist die Körpertemperatur meist am geringsten, da unser Körper über die Nacht zur Ruhe gekommen ist und während des Schlafens die innere Temperatur runterfährt. Durch körperliche Aktivitäten am Tag steigt sie dann wieder um bis zu 1 Grad Celsius an.
  • Eisprung: Bei Frauen beeinflusst zusätzlich noch der Eisprung die Körperwärme, denn zwischen dem Eisprung und der nächsten Regelblutung haben sie eine 0,5 Grad Celsius höhere Temperatur als normalerweise.1
  • Ort der Messung: Sie sollten ebenfalls beachten, dass die Temperatur von Körperstelle zu Körperstelle schwankt. Bestimmte Körperregionen – etwa der Brustkorb oder das Gehirn – sind wärmer als andere. Kältere Regionen sind zum Beispiel Extremitäten wie Beine, Arme, Hände und Füße. Die durchschnittliche Temperatur liegt hier bei 35 Grad Celsius.1 Die Konsequenz: Bei einer oralen Messung (im Mund) sprechen Experten – aufgrund der Nähe zum warmen Gehirn – bereits ab 37,8 Grad Celsius von Fieber.4 Erfolgt die Messung rektal (im Po), hat der Patient erst ab 38,1 Grad Celsius Fieber.

Um den Verlauf der veränderten Körpertemperatur über mehrere Tage besser kontrollieren zu können, empfiehlt es sich daher, immer an der gleichen Körperstelle und zur selben Tageszeit Fieber zu messen.

Wie können Sie Fieber ohne ein Thermometer erkennen?

Wenn kein Thermometer zur Hand ist, können Sie Ihren Handrücken zur Hilfe nehmen – er ist besonders temperaturempfindlich. Legen Sie ihn einen Moment lang an Ihren Hals. Und anschließend jeweils für einige Sekunden an Ihre Wange und Stirn. Bei Fieber steigen die erfühlten Temperaturen für gewöhnlich von Hals bis Stirn an.

Zu welchen Symptomen kommt es bei Fieber?

Eine erkältete Frau misst ihre Temperatur

Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern selbst ein Symptom, das unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Neben dem offensichtlichsten Merkmal – der hohen Körpertemperatur – gibt es weitere charakteristische Fieber-Symptome. Typisch sind unter anderem:

  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Anzeige

  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • glänzende Augen
  • trockene, blasse oder gerötete Haut
  • starkes Schwitzen
  • schneller Puls
  • ständiges Durstgefühl
  • Schüttelfrost
  • trockene Lippen und Mundschleimhaut
  • flache, schnelle Atmung
  • Herzrasen
  • Gliederschmerzen

Die aufgelisteten Fieber-Symptome treten meist in Kombination auf und gehen mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher.

Arten von Fieber

Wer neben der Höhe der Temperatur zusätzlich den Verlauf der Fiebertemperatur betrachtet, kann wichtige Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. Folgende Fiebermuster werden zusammengefasst:

Kontinuierliches (stetiges) Fieber

  • Im Durchschnitt liegt das Fieber bei 39 Grad Celsius.
  • Die Temperatur hält länger als vier Tage an.
  • Im Laufe eines Tages steigt die Fiebertemperatur nur um etwa 1 Grad Celsius.1

Typische Krankheiten: bakterielle Infektionen wie Typhus, Lungenentzündung, Scharlach, Fleckenfieber

Remittierendes (teilweise zurückgehendes) Fieber

  • Die Temperatur schwankt am Tag um 1 bis 2 Grad Celsius.
  • Die Normaltemperatur wird dauerhaft überschritten.
  • Morgens ist die Temperatur geringer als am Abend.1

Typische Ursachen: Tuberkulose, Entzündungen der Atemwege wie Rachenentzündungen, Kehlkopfentzündungen sowie Entzündungen der Bronchien

Intermittierendes (teilweise unterbrochenes, stark schwankendes) Fieber

  • Starke Temperaturschwankungen von über 2 Grad Celsius.
  • Morgens sinkt die Temperatur meist unter die Fiebergrenze, während sie abends ihre Spitzenwerte erreicht.
  • Schüttelfrost ist ein charakteristisches Symptom für diese Fieber-Art. Meist hält das Fieber über mehrere Wochen an.1

Typische Krankheiten: akute Nierenbeckenentzündung, Maltafieber (akute Brucellose), Herzinnenwandentzündung (Endokarditis), Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis), Blutvergiftung (Sepsis)

Rezidivierendes (wiederkehrendes) Fieber

  • Hierbei tritt die Temperaturerhöhung in starken Schüben auf.
  • Auf hohe Temperaturen folgen Tage bis Wochen vollkommen ohne Fieber.
  • Das Fieber kehrt jedoch immer wieder.1

Typische Ursachen: Malaria, Gallensteine, Entzündungen der Prostata

Undulierendes (wellenförmig verlaufendes) Fieber

  • Die Temperatur verläuft wellenförmig.
  • Es kommt zu Fieberspitzen von bis zu 40 Grad Celsius.1

Typische Gründe: Maltafieber (akute Brucellose) oder die Tumorerkrankung Morbus Hodgkin

Doppelgipfliges (in zwei Schüben auftretendes) Fieber

  • Nach einigen Tagen mit mäßigem Fieber (38,0 bis 38,4 Grad Celsius) sinkt die Temperatur wieder, um anschließend einen neuen Höhepunkt zu erreichen.1

Typische Erkrankungen: Tropenkrankheiten wie Denguefieber oder Gelbfieber sowie Virusinfektion wie Masern oder Grippe.

Wie lange Sie Fieber haben, hängt daher immer von der auslösenden Ursache ab, die es unter Umständen zu behandeln gilt.

Ab wann sollte man Fieber senken?

Fieber ist in der Regel unangenehm. Dennoch sollten Sie mäßiges Fieber nicht senken, da die körpereigenen Abwehrreaktionen in diesem Fall besser agieren. Meist geht die erhöhte Körpertemperatur mit der Behandlung der grundlegenden Krankheit auch von selbst wieder zurück. Ein Grund, weshalb es sich immer lohnt, mit Fieber zum Arzt zu gehen.

Mäßiges Fieber kann jedoch beispielsweise für Risikopatienten gefährlich werden. Zur problematischen Gruppe zählen zum Beispiel Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Kleinkinder. Ähnlich wie bei hohem Fieber, besteht hier die Gefahr, dass es zu Kreislaufproblemen oder Fieberkrämpfen (Krampfanfall, der nur bei Fieber auftritt; meist sind Kinder und Babys betroffen) kommt.

Behandlung: Was tun bei Fieber?

Ein Mann senkt sein Fieber mit Hilfe von Tabletten

Natürlich gilt es zum einen, die Ursache des Fiebers zu behandeln. Das kann beispielsweise eine Erkältung sein. Zum anderen existieren beispielsweise diese Möglichkeiten, um Fieber zu senken:

Wie Fieber senken? Wirkstoffe im Überblick

Zu den gängigsten Medikamenten beziehungsweise Wirkstoffen gegen Fieber, die sich vor allem bei Erwachsenen bewährt haben, zählen unter anderem diese:

  • Ibuprofen: Patienten setzen es grundsätzlich bei Schmerzen oder Entzündungen ein. Zusätzlich nimmt es Einfluss auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn. Daher ist es ebenfalls ein geeignetes Mittel gegen Fieber. Mögliche Darreichungsformen sind Tabletten, Säfte oder Zäpfchen.
  • Paracetamol: Es handelt sich um ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament. Der Wirkstoff reichert sich in hoher Konzentration im zentralen Nervensystem an. So hemmt es unter anderem Fieber verursachende Enzyme und Hormone. Anwenden lässt sich Paracetamol als Tablette, Zäpfchen oder Injektion.
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Der Wirkstoff hemmt die Bildung von bestimmten körpereigenen Botenstoffen. So werden Schmerzen gelindert und Entzündungserscheinungen reduziert. Durch den Einfluss auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn senkt es zudem Fieber. Zum Einsatz kommen kann ASS als Tablette, Granulat, Brausetablette oder Zäpfchen.

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Wie gut Medikamente gegen Fieber helfen, ist individuell verschieden sowie von der Dosis abhängig. Auch die Verträglichkeit unterscheidet sich.

Betroffene, die öfter Magen-Darm-Beschwerden haben, sollten beispielsweise auf fiebersenkende Medikamente mit Paracetamol zurückgreifen, da Übelkeit, Magenschmerzen und Durchfall häufige Nebenwirkungen von Ibuprofen sowie ASS sind. Sprechen Sie am besten die Wahl des Medikaments gegen Fieber mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab.

Heilpflanzen als Mittel gegen Fieber

Wer lieber auf natürliche Heilmittel zurückgreifen möchte, findet in der Welt der Pflanzen geeignete Helfer, um Fieber zu senken. Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl:

  • Holunder enthält vor allem viel Vitamin C – das ist für das Immunsystem wichtig, steigert die Abwehrkräfte und trägt so zur Unterstützung gegen Fieber bei. Zur Einnahme eignet sich Holunder beispielsweise als Saft, Mus oder Mark.
  • Himbeersaft ist ein Hausmittel gegen Fieber, das aufgrund seiner Süße bei vielen Kindern beliebt ist. Himbeeren enthalten neben Vitamin A, B und C Gerbstoffe sowie eine Menge Mineralien. Durch diese Kombination wirken Himbeeren schweißtreibend, entzündungshemmend und fiebersenkend.
  • Lindenblüten-Tee zählt als Geheimtipp bei fiebrigen Erkältungskrankheiten. Lindenblüten enthalten Salicylsäure, die die Entstehung entzündungsfördernder Gewebshormone hemmt. Dadurch greift die Säure bei Entzündungen, die Fieber verursachen können, aktiv in das Gewebe ein und kann so erhöhte Temperaturen senken.

Gut zu wissen

Auch in der Homöopathie wird auf Heilpflanzen zurückgegriffen. Typische Mittel gegen Fieber sind die Pflanzen Eisenhut (Aconitum) und schwarze Tollkirsche (Belladonna).

Welche Hausmittel bei Fieber?

Ein Junge lindert sein Fieber mit Wadenwickel

Zu den bewährten Hausmitteln gegen Fieber gehören beispielsweise diese:

Omas Tipp bei Fieber: Wadenwickel

Für Wadenwickel benötigen Sie lediglich Wasser und Tücher. Und so funktioniert es:

  1. Messen Sie Ihre Körpertemperatur, denn davon hängt die Höhe der Wassertemperatur ab. Sorgen Sie zudem dafür, dass Ihre Umgebung nicht zu kalt ist.
  2. Füllen Sie anschließend in einen Behälter Wasser, das maximal fünf Grad niedriger ist als Ihre Körpertemperatur. Ist die Wassertemperatur zu niedrig, ziehen sich die Hautgefäße zusammen, wodurch weniger Wärme abtransportiert werden kann.
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  4. Tränken Sie mehrere Tücher (ganz egal ob Baumwoll-, Hand- oder Geschirrtücher) in dem Wasser und wringen Sie sie anschließend aus.
  5. Legen Sie die feuchten Tücher nun um Ihre Füße sowie Waden und wickeln Sie ein weiteres trockenes Handtuch darüber.
  6. Lassen Sie die Wickel so lange auf Ihren Waden, bis diese sich erwärmt haben – insgesamt können Sie den Vorgang drei bis fünf Mal innerhalb einer Stunde wiederholen.2

Wissenswert

Das kühle Wasser der Wadenwickel an den Unterschenkeln verursacht einen Wärmeverlust im Körper und senkt das Fieber um maximal ein Grad Celsius.2 Der Kältereiz regt außerdem das Nervensystem an, der Blutdruck steigt, die Atmung verbessert sich und der Stoffwechsel wird aktiviert.

Essig als Hausmittel gegen Fieber

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Essig anzuwenden. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl:

  • Essigbad: Mischen Sie etwa einen halben Liter Essig in lauwarmes Badewasser. Nehmen Sie ein absteigendes Vollbad in dem Essig-Wasser-Mix. Das bedeutet, dass Sie 15 Minuten im warmen Wasser liegen und anschließend kälteres in die Wanne hinzugeben. Verweilen Sie weitere 15 Minuten in dem kühleren Wasser und reiben Sie Ihren Körper dabei mit einer Bürste ab. Das trägt dazu bei, die Hautgefäße zu erweitern, damit das Fieber schneller sinkt.5
  • Essigstrümpfe: Vermengen Sie drei Esslöffel Essig (am besten Weinessig) mit einem halben Liter lauwarmem Wasser. Legen Sie ein Paar Baumwollstrümpfe, die Ihnen bis zu den Knien reichen, in die Mischung. Wringen Sie die Socken so lange aus, bis sie nicht mehr nass, aber noch feucht sind. Über die nassen Socken ziehen Sie sich nun ein trockenes Paar oder Sie wickeln ein trockenes Handtuch darum. Legen Sie sich danach entspannt hin und lassen Sie die Strümpfe so lange an, bis sich diese erwärmt haben.6

Spannend

Die in Essig enthaltene Säure beschleunigt die Hitzeabgabe. Im Übrigen kommt als Hausmittel bei Fieber häufig Frucht- oder Weinessig zum Einsatz.

Fieber-Hausmittel: Schwitzkur

Ansteigendes Fieber, das sich oft mit Schüttelfrost ankündigt, lässt sich mit einer Schwitzkur als Hausmittel behandeln. So funktioniert sie:

  1. Heißen Tee trinken: Vor allem Lindenblüten-, Holunder-, Flieder-, Kamillen- oder Ingwertee wirken schweißtreibend und regen den Stoffwechsel an.
  2. Ab ins Bett: Nachdem Sie den heißen Tee getrunken haben, legen Sie sich in mehrere Decken eingepackt ins Bett und trinken nochmal einige Tassen.

Die vermehrte Schweißabsonderung durch die Schwitzkur beschleunigt mitunter das Abfiebern.

Achtung!

Gehen Sie mit Fieber bloß nicht in die Sauna, um vermehrt zu Schwitzen. Der Grund: Bei einem Saunabesuch ist Ihr Körper den sehr hohen Temperaturen für lange Zeit ausgeliefert. Das kann den Organismus überfordern. Eine mögliche Folge ist ein Kreislaufzusammenbruch.

Viel Trinken – ein bewährtes Hausmittel bei Fieber

Viel Trinken ist wichtig, weil Sie im Fall von Fieber vermehrt Schweiß absondern und damit mehr Flüssigkeit verlieren. Sollten Sie gleichzeitig einen Infekt mit Husten und Schnupfen haben, kommt es zu einem noch höheren Flüssigkeitsverlust. Die damit einhergehende Schleimbildung hat Schuld daran.

Trinkmenge: Faustregel bei Fieber

Die empfohlene tägliche Trinkmenge für Erwachsene liegt bei 1,5 Liter.7 Kalkulieren Sie einen halben Liter mehr Flüssigkeit – am besten Wasser oder Tee – für jedes Grad über 37 Grad Celsius ein.8

Tipps, um Fieber vorzubeugen

Völlig schützen können Sie sich vor Fieber kaum. Wer jedoch folgende Tipps einhält, hat gute Chancen, dass er zumindest nicht so schnell darunter leidet.

  • Ausgewogene und vitaminreiche Ernährung: Viel Eiweiß und Vitamine kräftigen den Organismus und das Immunsystem. Bei einer starken Abwehrkraft fällt es dem Organismus meist leichter, gegen Krankheitserreger vorzugehen, ohne die Temperatur hochzudrehen.
  • Entspannung, ausreichend Schlaf, viel Bewegung und frische Luft: Erholungsphasen sind wichtig für die Regeneration des Körpers. Damit lässt sich Fieber sowie ein Großteil von Erkrankungen manchmal vermeiden. Durch ausreichend Bewegung werden Herz und Gehirn besser durchblutet, das macht uns fitter und gesünder.
  • Auf Hygiene achten: Häufiges Händewaschen und regelmäßiges Wechseln von Handtüchern und Bettwäsche verringern die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit den Krankheitsverursachern in ihrer Umgebung in Kontakt kommen.

Einige weitere Vorkehrungen verhindern manchmal indirekt, dass bestimmte Viren, Bakterien und Co. ihre schädliche Wirkung entfalten. Dazu zählen etwa:

  • Impfungen vor Infektionen wie Gelbfieber
  • Moskitonetze
  • Insektensprays
  • lange Kleidung

Die zuletzt genannten drei Maßnahmen schützen zum Beispiel vor Insektenstichen, die möglicherweise zu einer Krankheitsübertragung führen. Da vor allem viele Tropenkrankheiten für starkes Fieber verantwortlich sind, ist es ratsam, sich vor Reisen ins Ausland über Impfungen und generelle Optionen zur Vermeidung von Fieberkrankheiten zu informieren.

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Regina Lopes Bombinho Brandt
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