Fieber: Symptome, Behandlung, Hausmittel und Co.

3. September 2019
26 Min.

Fieber – das ist die körpereigene Kampfansage gegen Krankheitserreger. Indem unser Körper seine Temperatur erhöht, heizt er den Bakterien, Viren oder Parasiten, die ihn angreifen, ordentlich ein – die Eindringlinge überleben das meist nicht. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Fieber und erhöhter Temperatur? Kann Fieber gefährlich werden? Und wie lässt es sich behandeln? Antworten auf diese und weitere Fragen lesen Sie im Folgenden.

Überblick:

Definition: Was ist Fieber?

Zeigt das Fieberthermometer mindestens 37,5 Grad Celsius an, besteht eine erhöhte Temperatur.1 Von Fieber sprechen Mediziner hingegen ab Werten von 38,1 Grad Celsius und höher.3

Daneben differenzieren Ärzte weitere Fieberhöhen:2

Körpertemperatur in Grad CelsiusBezeichnung
36,3 – 37,4normale Temperatur
37,5 – 38,0erhöhte Temperatur
38,1 – 38,5leichtes Fieber
38,6 – 39,0mäßiges Fieber
39,1 – 39,9hohes Fieber
40,0 – 42,0sehr hohes Fieber

Hinweis:

All die angegebenen Zahlen beziehen sich auf Werte, die über eine rektale Messung im Po ermittelt wurden.2 Denn abhängig vom Ort der Messung kann Fieber beispielsweise schon ab 37,8 Grad Celsius (Messung im Mund) bestehen.3

Grundsätzlich hat Fieber eine sinnvolle Funktion: Durch eine Erhöhung der Körpertemperatur ist der Organismus dazu in der Lage, Krankheitserreger wie Bakterien und Viren besser zu bekämpfen. Die gesteigerte Temperatur sorgt zum Beispiel dafür, dass der Organismus mehr Abwehrzellen aktiviert und es die Erreger – beispielsweise einer Grippe – schwerer haben, zu überleben. Sehr hohes oder langanhaltendes Fieber kann jedoch auch gefährlich werden, insbesondere für ältere Menschen, Babys und kleine Kinder .

So entsteht Fieber

Bei der Veränderung der Körpertemperatur spielt vor allem ein bestimmter Teil des Gehirns eine wichtige Rolle – der Hypothalamus. Seine Aufgabe besteht darin, die aktuelle Körperwärme zu überprüfen und zu regulieren.

Die häufigsten Gründe für eine krankhaft erhöhte Körpertemperatur sind Infektionen mit Krankheitserregern (beispielsweise Grippeviren oder auch die neuartigen Coronaviren). Der Körper reagiert auf die Eindringlinge, indem er Botenstoffe freisetzt, die ins Gehirn zum besagten Hypothalamus gelangen und dort das Signal zu einer Erhöhung der Körpertemperatur geben. Dafür wird unter anderem der Stoffwechsel angeregt und die Muskelarbeit verstärkt. Außerdem ziehen sich die Blutgefäße zusammen, wodurch weniger Wärme über die Haut verloren geht. Das Hochfahren der Körpertemperatur schwächt beziehungsweise beseitigt Viren, Bakterien und Parasiten, die an normale Temperaturen von 36 bis 37 Grad Celsius angepasst sind.4

Fieber kann jedoch auch bei weiteren Erkrankungen auftreten, beispielsweise bei:

  • einer Blinddarmentzündung
  • Tuberkulose
  • rheumatischen Erkrankungen (wie Morbus Bechterew oder rheumatoide Arthritis)
  • Hormonstörungen (zum Beispiel eine Entzündung der Nebenschilddrüse)
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)

Hält die übermäßige Körpererwärmung (über 38,3 Grad Celsius) bei einem Patienten ohne erkennbare Ursache über drei Wochen an, sprechen Mediziner von einem „Fieber unbekannter Ursache“ (FUO).5

Aha!

Fieberauslösende Substanzen nennen Experten Pyrogene. „Pyro“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Feuer oder Hitze. Einerseits gelangen sie als Bestandteile von beispielsweise Bakterien in den Körper (exogen). Andererseits können sie vom Körper selbst hergestellt werden (endogen).

Messung der Körpertemperatur

Die Temperatur unseres Körpers ist nie völlig konstant, da sie von verschiedenen Faktoren wie der Tageszeit, dem weiblichen Zyklus sowie dem Ort der Messung abhängig ist:

  • Tageszeit: Am Morgen ist die Körpertemperatur meist am geringsten, da unser Körper über die Nacht zur Ruhe kommt und während des Schlafens die innere Temperatur herunterfährt. Durch körperliche Aktivitäten am Tag steigt sie dann wieder leicht an.
  • Eisprung: Bei Frauen beeinflusst zusätzlich der Eisprung die Körperwärme. Während der ersten Hälfte des weiblichen Zyklus ist die Konzentration von Progesteron, ein im Eierstock gebildetes Hormon, relativ gering. Ab dem Eisprung nimmt die Ausschüttung erheblich zu. Da Progesteron im Temperaturzentrum auf das Gehirn wirkt, entsteht zwischen dem Eisprung und der nächsten Regelblutung eine Temperaturerhöhung von 0,3 bis 0,5 Grad Celsius.1
  • Ort der Messung: Ebenso hängt die Temperatur von der Körperstelle ab, an der gemessen wird. Bestimmte Körperregionen – etwa der Brustkorb oder das Gehirn – sind wärmer als andere. Vor allem die rektale Messung (im Po) hat sich in Studien als genaue Methode erwiesen. Diese Variante ist daher immer der Temperaturerhebung in Mund, Ohren oder Achselhöhlen vorzuziehen.6 Um die Messung möglichst schmerzfrei und angenehm durchzuführen, wärmen Sie das Thermometer vorab in der Hand kurz an und bestreichen Sie die Spitze mit etwas Fettcreme. Das Einführen gelingt in Seitenlage mit leicht angewinkelten Beinen am einfachsten.

Analoge Fiebermessgeräte mit giftigem Quecksilber, das bei Bruch austreten könnte, haben in den meisten Haushalten mittlerweile ausgedient. In der Regel werden heutzutage digitale Thermometer verwendet, die als sehr zuverlässig gelten – vor allem bei rektaler Anwendung. Alternativ existieren Infrarotmessgeräte, mit denen sich die Körpertemperatur im Ohr oder an der Stirn ermitteln lässt.

Wie können Sie Fieber ohne ein Thermometer erkennen?

Wenn kein Thermometer zur Hand ist, nehmen Sie Ihren Handrücken zur Hilfe – er ist besonders temperaturempfindlich. Legen Sie ihn einen Moment lang an Ihren Hals. Und anschließend jeweils für einige Sekunden an Ihre Wange und Stirn. Bei Fieber steigen die erfühlten Temperaturen für gewöhnlich von Hals bis Stirn an.

Symptome und Verlaufsformen von Fieber

Eine erkältete Frau misst ihre Temperatur

Fieber ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom, das unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Je nach Auslöser kommen zudem meist weitere Beschwerden hinzu. Aber auch der Temperaturverlauf liefert oft wichtige Hinweise über die zugrundeliegenden Ursachen.

Begleitende Symptome bei Fieber

Neben dem offensichtlichsten Merkmal – der hohen Körpertemperatur – gibt es weitere Symptome, die fieberhafte Erkrankungen begleiten können, etwa:

  • Erschöpfung
  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit
  • glänzende Augen
  • trockene, blasse oder gerötete Haut
  • starkes Schwitzen
  • schneller Puls
  • ständiges Durstgefühl
  • Schüttelfrost
  • trockene Lippen und Mundschleimhaut
  • flache, schnelle Atmung
  • Herzrasen
  • Gliederschmerzen

Die aufgelisteten Fieber-Symptome treten meist in Kombination auf und gehen mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher.

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Die Fieberphasen

Oftmals verläuft das Fieber in einer klassischen Fieberkurve mit drei Phasen:

  • Die Phase des Fieberanstiegs ist oft von Schüttelfrost gekennzeichnet. Durch die verstärkte Muskelarbeit und Stoffwechselaktivität steigert der Körper die Wärmebildung.
  • In der Phase der Fieberhöhe fühlt sich die Haut des Patienten dann warm an und ist gerötet. Meist sind Betroffene so sehr geschwächt, dass sie freiwillig Bettruhe einhalten.
  • Beim Fieberabfall, der letzten Phase, schwitzt der Patient oftmals stark (was den Kreislauf belastet), bevor sich die Temperatur wieder normalisiert.

Unterschiedliche Fiebertypen

Auch manche Krankheiten verursachen charakteristische Fieberkurven. Folgende Fiebermuster werden zusammengefasst:

1. Kontinuierliches (stetiges) Fieber

  • Im Durchschnitt liegt das Fieber bei 38 bis 39 Grad Celsius.2
  • Im Laufe eines Tages steigt die Fiebertemperatur nur um etwa 1 Grad Celsius.2
Typische Krankheiten: bakterielle Infektionen wie Typhus, Lungenentzündung, Scharlach, Fleckfieber oder Entzündungen der Haut (Erysipel)2,7

2. Remittierendes Fieber

  • Die Temperatur schwankt am Tag um 1 bis 2 Grad Celsius.7
  • Die Normaltemperatur wird dauerhaft überschritten.2
  • Morgens ist die Temperatur geringer als am Abend.2
Typische Ursachen: Tuberkulose, Nierenbeckenentzündungen, Entzündungen der Atemwege wie Rachenentzündungen, Kehlkopfentzündungen, rheumatisches Fieber2,7

3. Intermittierendes (teilweise unterbrochenes, stark schwankendes) Fieber

  • Starke Temperaturschwankungen von über 2 Grad Celsius.7
  • Morgens sinkt die Temperatur meist unter die Fiebergrenze, während sie abends ihre Spitzenwerte erreicht.7
  • Schüttelfrost ist ein charakteristisches Symptom für diese Fieber-Art. Meist hält das Fieber über mehrere Wochen an.2
Typische Krankheiten: akute Nierenbeckenentzündung, Rippen- oder Brustfellentzündung, Blutvergiftung (Sepsis), Tumorerkrankungen2,7

4. Rezidivierendes (wiederkehrendes) Fieber

  • Hierbei tritt die Temperaturerhöhung in Schüben auf.2
  • Auf hohe Temperaturen folgen Tage bis Wochen vollkommen ohne Fieber.2
  • Das Fieber kehrt jedoch immer wieder.2
Typische Ursachen: Malaria, Borreliose, Ausbuchtungen der Atemwege (Bronchiektasie), Gallensteine, Entzündungen der Prostata2,7

5. Undulierendes Fieber

  • Die Temperatur verläuft wellenförmig: Sie steigt langsam an, ist über einige Tage sehr hoch und nimmt dann über mehrere Tage langsam wieder ab.2
  • Es kommt zu Fieberspitzen von bis zu 40 Grad Celsius.2
Typische Gründe: Maltafieber (akute Brucellose) oder die Tumorerkrankung Morbus Hodgkin2,7

6. Biphasisches (in zwei Schüben auftretendes) Fieber

  • Die Fieberkurve ist zweigipflig; der Umriss erinnert an die zwei Höcker eines Kamels.2
  • Nach einigen Tagen mit mäßigem Fieber (38,0 bis 38,4 Grad Celsius) sinkt die Temperatur wieder, um anschließend einen neuen Höhepunkt zu erreichen.2
Typische Erkrankungen: Virusinfektion wie Masern oder Hepatitis (Entzündung der Leber), schwere Hinrhautentzündung2

Durch die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika können die typischen Fieberverläufe jedoch beeinflusst werden.

Ab wann Fieber senken?

Fieber ist in der Regel unangenehm. Dennoch sollten Sie mäßiges Fieber nicht sofort senken, da die körpereigenen Abwehrreaktionen in diesem Fall besser agieren und Krankheitserreger abgetötet werden können.

Für Risikopatienten kann mäßiges Fieber jedoch unter Umständen gefährlich werden. Gefährdet sind zum Beispiel Menschen mit einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder anderen chronischen Erkrankungen. Es besteht die Gefahr, dass es zu Kreislaufproblemen kommt.

Behandlung: Was tun bei Fieber?

Ein Mann senkt sein Fieber mit Hilfe von Tabletten

Fieber müssen Sie nicht immer sofort behandeln. Im Gegenteil: Wird es zu rasch reduziert, kann sich das sogar negativ auf den Krankheitsverlauf auswirken. Denn Fieber unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte und ist daher sehr nützlich. Bei starkem Unwohlsein oder Kreislaufbeschwerden ist es jedoch sinnvoll, Maßnahmen zur Fiebersenkung zu ergreifen. Dazu gehören:

Wie Fieber senken? Wirkstoffe im Überblick

Zu den gängigsten Medikamenten beziehungsweise Wirkstoffen gegen Fieber, die sich vor allem bei Erwachsenen bewährt haben, zählen unter anderem diese:

  • Ibuprofen: Patienten setzen es grundsätzlich bei Schmerzen oder Entzündungen ein. Zusätzlich nimmt der Wirkstoff Einfluss auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn. Daher ist Ibuprofen ebenfalls ein geeignetes Mittel gegen Fieber.8 Mögliche Darreichungsformen sind Tabletten, Säfte oder Zäpfchen.
  • Paracetamol: Es handelt sich um ein schmerzlinderndes und fiebersenkendes Medikament. Die Wirkweise ist noch nicht genau bekannt, jedoch hat Paracetamol keine entzündungshemmenden Effekte.9 Anwenden lässt sich Paracetamol als Tablette, Zäpfchen, Saft oder Direktgranulat.10
  • Acetylsalicylsäure (ASS): Der Wirkstoff hemmt die Bildung von bestimmten körpereigenen Botenstoffen. So werden Schmerzen gelindert und Entzündungserscheinungen reduziert. Durch den Einfluss auf das Temperaturregulationszentrum im Gehirn senkt es zudem Fieber. Zum Einsatz kommen kann ASS als Tablette, Granulat oder Brausetablette. Es ist jedoch erst für Kinder ab 12 Jahren und einem Körpergewicht von 40 Kilogramm geeignet.8

Wie gut Medikamente gegen Fieber helfen, hängt vom Individuum und der Dosis ab. Auch die Verträglichkeit unterscheidet sich. Beispielsweise greift Paracetamol die Magen-Darm-Schleimhaut weniger an, als andere Schmerzmittel, ist für Menschen mit einer Leberschädigung jedoch nicht zu empfehlen.8

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Sprechen Sie daher die Wahl des Medikaments gegen Fieber am besten mit Ihrem Arzt oder Apotheker ab und halten Sie sich an die vorgegebenen Dosierungsempfehlungen. Das ist vor allem für ältere Menschen wichtig, die häufig noch eine Vielzahl weiterer Arzneimittel einnehmen. Um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden, sollte der Arzt über alle Medikamente Bescheid wissen.

Heilpflanzen als Mittel gegen Fieber

Wer lieber auf natürliche Heilmittel zurückgreifen möchte, findet in der Welt der Pflanzen geeignete Helfer, um Fieber zu senken. Im Folgenden sehen Sie eine kleine Auswahl:

Gut zu wissen

Auch in der Homöopathie wird auf Heilpflanzen zurückgegriffen. Typische Mittel gegen Fieber sind die Pflanzen Eisenhut (Aconitum) und schwarze Tollkirsche (Belladonna).

Welche Hausmittel bei Fieber?

Mutter macht fiebrigem Kind Wadenwickel.

Zu den bewährten Hausmitteln gegen Fieber gehören beispielsweise diese:

Omas Tipp bei Fieber: Wadenwickel

Für Wadenwickel benötigen Sie lediglich Wasser und Tücher. Sie sollten jedoch nur angewandt werden, wenn der Fieberpatient keine kalten Füße oder Beine hat. Und so funktioniert es:

  1. Messen Sie Ihre Körpertemperatur, denn davon hängt die Höhe der Wassertemperatur ab. Sorgen Sie zudem dafür, dass die Raumtemperatur nicht zu kalt ist.
  2. Füllen Sie anschließend in einen Behälter Wasser, das 5 bis 10 Grad Celsius niedriger ist, als Ihre Körpertemperatur. Ist die Wassertemperatur zu kalt, ziehen sich die Hautgefäße zusammen, wodurch weniger Wärme abtransportiert werden kann.14
  3. Tränken Sie mehrere Tücher (ganz egal ob Baumwoll-, Hand- oder Geschirrtücher) in dem Wasser und wringen Sie sie anschließend aus.
  4. Legen Sie die feuchten Tücher nun um Ihre Füße sowie Waden und wickeln Sie ein weiteres trockenes Handtuch darüber.
  5. Lassen Sie die Wickel so lange auf Ihren Waden, bis diese sich erwärmt haben – insgesamt können Sie den Vorgang drei bis fünf Mal innerhalb einer Stunde wiederholen.14

Wichtig!

Bei Kleinkindern kann es durch ein zu schnelles Temperaturabsinken leicht zu einer Kreislaufbelastung kommen. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder währenddessen nicht allein lassen und die Körpertemperatur häufig während der Wickel kontrollieren. Sobald die Kinder zu frieren beginnen oder sich unwohl fühlen, sollten Sie die Maßnahme zur Fiebersenkung abbrechen.14

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Essig als Hausmittel gegen Fieber

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Essig anzuwenden. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl:

  • Kühle Waschung: Waschen Sie einen Körperteil nach dem anderen mit normal-temperiertem (nicht zu kaltem) Wasser, dem Sie etwas Essig beigeben können. Wichtig dabei ist, dass Sie das Körperteil anschließend sofort wieder abdecken, ohne es abzutrocknen. Durch die Verdunstungskälte kann der Körper seine Temperatur schneller senken.15 Die in Essig enthaltene Säure fördert die Durchblutung und beschleunigt die Hitzeabgabe.
  • Essigstrümpfe: Vermengen Sie drei Esslöffel Essig (am besten Weinessig) mit einem halben Liter lauwarmem Wasser. Legen Sie ein Paar Baumwollstrümpfe, die Ihnen bis zu den Knien reichen, in die Mischung. Wringen Sie die Socken so lange aus, bis sie nicht mehr nass, aber noch feucht sind. Über die nassen Socken ziehen Sie sich nun ein trockenes Paar oder Sie wickeln ein trockenes Handtuch darum. Legen Sie sich danach entspannt hin und lassen Sie die Strümpfe so lange an, bis sich diese erwärmt haben.16

Wenn die Körpertemperatur nach etwa 10 bis 15 Minuten noch nicht gefallen ist, können die Maßnahmen nach etwa einer Stunde erneut wiederholt werden (aber nicht öfter).17 Auch hier sollte beachtet werden, dass sie Methoden nur angewendet werden dürfen, wenn der Patient nicht friert und keine kalten Füße hat.

Fieber-Hausmittel: Schwitzkur

Ansteigendes Fieber, das sich oft mit Schüttelfrost ankündigt, lässt sich mit einer Schwitzkur behandeln. So funktioniert sie:

  1. Heißen Tee trinken: Vor allem Lindenblüten- und Holunderblütentees wirken schweißtreibend und regen den Stoffwechsel an.
  2. Ab ins Bett: Nachdem Sie den heißen Tee getrunken haben, legen Sie sich in mehrere Decken eingepackt und mit einer Wärmflasche ins Bett und trinken nochmal einige Tassen.

Die vermehrte Schweißabsonderung durch die Schwitzkur beschleunigt mitunter das Abfiebern.

Achtung!

Gehen Sie mit Fieber nicht in die Sauna, um vermehrt zu schwitzen. Der Grund: Bei einem Saunabesuch ist Ihr Körper den sehr hohen Temperaturen für lange Zeit ausgeliefert. Das kann den Organismus überfordern. Eine mögliche Folge ist ein Kreislaufzusammenbruch.



Viel trinken – ein bewährtes Hausmittel bei Fieber

Eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig, weil Sie im Fall von Fieber vermehrt Schweiß absondern. Falls Sie zusätzlich Schnupfen haben, wird dadurch auch der Schleim im Nasenraum flüssiger und kann leichter abfließen.

Trinkmenge: Faustregel bei Fieber

Die empfohlene tägliche Trinkmenge für Erwachsene liegt bei 1,5 Litern.18 Kalkulieren Sie einen halben Liter mehr Flüssigkeit – am besten Wasser oder Tee – für jedes Grad über 37 Grad Celsius ein.

Tipps, um Fieber vorzubeugen

Völlig schützen können Sie sich vor Fieber kaum. Wenn Sie jedoch folgende Tipps einhalten, haben Sie gute Chancen, gar nicht erst krank zu werden:

  • Ausgewogene und vitaminreiche Ernährung: Obst und Gemüse tragen zu einem gesunden Immunsystem bei. Bei einer starken Abwehrkraft fällt es dem Organismus meist leichter, gegen Krankheitserreger vorzugehen, ohne die Temperatur hochzudrehen.
  • Entspannung, ausreichend Schlaf, viel Bewegung und frische Luft: Erholungsphasen sind wichtig für die Regeneration des Körpers. Damit lässt sich Fieber sowie ein Großteil von Erkrankungen manchmal vermeiden. Durch ausreichend Bewegung werden Herz und Gehirn besser durchblutet, das macht uns fitter und gesünder.
  • Schutz vor Insektenstichen: Oft sind Tropenkrankheiten für starkes Fieber verantwortlich. Daher ist es ratsam, sich vor Reisen ins Ausland über Impfungen und generelle Optionen zur Vermeidung von Fieberkrankheiten zu informieren. Zudem können Sie das Risiko, von Moskitos gestochen zu werden, durch spezielle Netze, Insektensprays und lange Kleidung reduzieren.
  • Auf Hygiene achten: Häufiges Händewaschen und regelmäßiges Wechseln von Handtüchern und Bettwäsche verringern die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit den Krankheitsverursachern in Ihrer Umgebung in Kontakt kommen.

Tipp für Eltern:

Kleinere Kinder verstehen oft noch nicht, wieso sie häufig Hände waschen sollten. Als Erklärungshilfe können Eltern von „Krankheitstierchen“ oder kleinen „Dreckmonstern“ reden, die durch Seife und Wasser vertrieben werden können. Mithilfe kleiner Sprüche wie „Hände reiben, Hände reiben und die Bakterien so vertreiben“ macht das Händewaschen den Kleinen oftmals sogar Spaß.

Fieber bei Babys und Kindern – das sollten Sie beachten

Baby weint, weil es Fieber hat.

Das kindliche Immunsystem steckt insbesondere in den ersten Lebensjahren noch in der Trainingsphase – das Abwehrsystem muss sich erst daran gewöhnen, sich selbstständig und erfolgreich mit den Erregern auseinanderzusetzen. Begleiterscheinungen wie Fieber sind daher bei Babys und Kindern nichts Ungewöhnliches. Das Immunsystem arbeitet im Krankheitsfall auf Hochtouren und bildet sich mit jedem Infekt weiter aus.

Fieber bei Säuglingen unter drei Monaten

Eltern sollten bei Neugeborenen in den ersten drei Lebensmonaten keinesfalls abwarten und bei Temperaturen über 38 Grad Celsius den Rat eines Kinderarztes einholen.2 Meist stecken typische Kinderkrankheiten wie Drei-Tage-Fieber oder eine Mittelohrentzündung dahinter. In seltenen Fällen sind jedoch schwere Infektionen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung die Ursache. Sie sind für Neugeborene besonders schwierig zu bekämpfen, da ihr Immunsystem noch nicht hinlänglich ausgereift ist.

Fieber bei Babys über drei Monaten und Kleinkindern

Bei Säuglingen, die älter als drei Monate sind, oder Kleinkindern, gilt: Gehen Sie zum Kinderarzt, wenn das Fieber über 39 Grad Celsius steigt beziehungsweise einer oder mehrere der folgenden Faktoren auftritt:20

  • Das Fieber hält länger als 24 Stunden an.
  • Maßnahmen wie fiebersenkende Zäpfchen oder Wadenwickel zeigen keine Wirkung.
  • Ihr Kind leidet unter Schüttelfrost oder einem Fieberkrampf.
  • Es zeigen sich deutliche Krankheitsanzeichen wie Schwäche, Durchfall oder Erbrechen.
  • Die Haut des Kindes weist einen Ausschlag auf oder eine ungewöhnliche Farbe.
  • Der kleine Fieberpatient trinkt nicht ausreichend.
  • Sie fühlen sich in irgendeiner Weise unsicher.

In den meisten Fällen wird der Kinderarzt die Ursache des Fiebers schnell feststellen können. Zumeist stecken Erkältungs- oder Magen-Darm-Viren hinter der erhöhten Temperatur. Manchmal kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung wie eine Lungenentzündung oder eine echte Grippe der Grund für das Fieber bei Babys und Kindern sein. In den ersten drei Lebensjahren äußern sich zudem auch Harnwegsinfektionen meist unspezifisch, unter anderem mit hohem Fieber.

Fieberbehandlung bei Babys und Kleinkindern

Medikamente sollten bei Babys und Kleinkindern grundsätzlich nur in Absprache mit dem Arzt zur Anwendung kommen. Vor allen Dingen bei der Dosierung ist Genauigkeit unbedingt nötig. Der Arzt kann beispielsweise fiebersenkende Mittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol verschreiben. Es haben sich besonders Zäpfchen als Darreichungsform bewährt. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder indes tabu, er kann das sogenannte Reye-Syndrom auslösen, das in Leber und Gehirn schwere Schäden verursacht.

Zudem kann das Fieber oft gut mit Hausmitteln wie Wadenwickeln gesenkt werden. Bitte beachten Sie vor dem Anlegen der feuchten Tücher jedoch folgende Punkte:

  • Wickel nicht während eines Fieberanstiegs legen.
  • Kein eiskaltes Wasser verwenden. Die Temperatur der nassen Tücher sollte handwarm sein.21
  • Bei kleinen Kindern sollten die kühlen Wickel nicht länger als 10 Minuten angewandt werden.21
  • In den ersten Lebensmonaten sollten Wadenwickel nicht angewendet werden. Ab wann Wadenwickel geeignet sind, fragen Sie am besten Ihren Kinderarzt.

Quarkwickel haben sich ebenso als Fiebersenker bewährt. Streichen Sie dazu fingerdick kühlen Magerquark zwischen Baumwolltücher und wickeln sie diese um die Unterschenkel. Wickel-Fertigsets gibt es auch in der Apotheke zu kaufen. Alternativ zu Wadenwickeln oder wenn das Kind diese als sehr unangenehm empfindet, können Sie auch Handpulswickel anlegen. Ihnen wird in erster Linie eine kreislaufstärkende Wirkung nachgesagt. Achten Sie außerdem darauf, dass Ihr Kind bei Fieber ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt.

Wenn Sie sich unsicher sind, ab welcher Temperatur bei Kindern fiebersenkende Maßnahmen sinnvoll sind, zögern Sie nicht, bei Ihrem Kinderarzt nachzufragen.

Was ist das Drei-Tage-Fieber?

Das Drei-Tage-Fieber, fachsprachlich Exanthema subitum genannt, kommt bei Babys sehr häufig vor. Die Infektionserkrankung wird durch einen menschlichen Herpesvirus ausgelöst und ist mit hohem Fieber verbunden, das sich über drei bis vier Tage hinzieht.22 Sobald das Fieber beim Baby abklingt, zeigt sich ein Hautausschlag, der nach einigen Tagen verschwindet. Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich, die Erkrankung heilt von allein aus.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Miriam Och
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