Morgens Kopfschmerzen: Qual statt Erholung

Nach einer erholsamen Nacht und einem tiefen Schlaf startet man voller Energie in den neuen Tag. Leider sorgt nicht jede Nacht für Entspannung: sehr viele Menschen werden morgens von Kopfschmerzen geweckt und fühlen sich zerknirscht und erschöpft. Der Tag wird zur Qual und auch die nächste Nacht will keine Erholung bringen. Höchste Zeit, etwas gegen die Kopfschmerzen nach dem Schlafen zu tun. Lesen Sie hier mehr über die Symptome und Ursachen von Kopfschmerzen, die morgens auftreten und finden Sie heraus, welche Maßnahmen dagegen helfen.

Symptome von morgendlichen Kopfschmerzen

Morgens machen sich Kopfschmerzen meist direkt nach dem Aufwachen bemerkbar. Abgeschlagenheit und eine eingeschränkte Bewegungsfähigkeit sind häufige Folgen der Kopfschmerzen nach dem Schlafen. Dabei können sich die Beschwerden ganz unterschiedlich anfühlen:

  • ziehend
  • hämmernd
  • drückend
  • pochend
  • stechend

Bei vielen Menschen treten die Schmerzen aufgrund von muskulären Nacken- und Rückenverspannungen vor allem im Bereich der Schläfen und der Stirn auf. Wer vom Schmerz geweckt wird, statt von einem warmen Sonnenstrahl, reibt sich häufig das Gesicht und massiert sich die Schläfen, um einigermaßen fit zu werden. Was aber sind die Ursachen dieser unspezifischen Kopfschmerzen, wenn man im Schlaf doch aktiv kaum etwas falsch machen kann?

Kopfschmerzen nach dem Schlafen – woher kommen sie?

Haben Menschen morgens Kopfschmerzen, entstehen diese meist durch schlechten Schlaf oder eine falsche Körperhaltung am Tag, die zu Verspannungen führt. Die häufigsten Ursachen sind zudem:

  • Stress und Sorgen
  • Migräne und Clusterkopfschmerzen
  • Nikotin, Alkohol und Drogen
  • Hormonschwankungen
  • Sauerstoffmangel durch schlecht belüftete Räume
  • Sauerstoffmangel durch Atemaussetzer während des Schlafs (Schlafapnoe)
  • zu viel Zeit vor dem Bildschirm (Fernseher, Smartphone)
  • Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz)
  • Sehschwäche

In seltenen Fällen kann aber auch eine ernsthafte Erkrankung für die Kopfschmerzen verantwortlich sein. Die Angst vor einem Hirntumor ist in den meisten Fällen jedoch unbegründet, da dieser nur sehr selten die Ursache für anhaltende Kopfschmerzen ist. Nur wenn der morgendliche Schmerz hartnäckig auch bei einem gesunden Lebenswandel anhält, ist ein Arztbesuch notwendig.

Häufig übersehene Ursachen für Kopfschmerzen sind Verspannungen im Nacken und Kiefer. Während der Nacht soll sich die Muskulatur lockern und regenerieren. Viel Stress am Tag verursacht aber auch im Schlaf Verspannungen, die sich verhärten. Die Folge ist ein verkrampfter Nacken, der morgens Kopfschmerzen verursacht. Viele Menschen bauen den alltäglichen Stress auch durch heftiges Zähneknirschen in der Nacht ab. Sie pressen den Kiefer aufeinander und knirschen über Stunden hinweg. Das ist nicht nur schädlich für Zähne und Zahnfleisch, sondern verursacht beim Aufwachen auch starke Schmerzen im Kiefer und den Schläfen.

Schmerz im Tag- und Nachtrhythmus

Das Schmerzempfinden verändert sich im Laufe des Tages deutlich. Nach 12 Uhr werden körpereigene Schmerzhemmer wie Cannabinoide, Serotonin und Endorphine ausgeschüttet, weswegen der Körper nachmittags deutlich unempfindlicher gegen Schmerz ist. Nachts werden dagegen mehr Entzündungsstoffe produziert. Der Höhepunkt der Schmerzempfindlichkeit liegt zwischen 0 und 3 Uhr, was bei bereits vorhandenen Verspannungen oder Gelenkbeschwerden zu stärkeren Schmerzen am Morgen führen kann.

Schlafhygiene: Ein erster Schritt gegen Kopfschmerzen am Morgen

Neben Migräne, Clusterkopfschmerz und Schlafapnoe, entstehen die meisten Ursachen für den Kopfschmerz morgens durch eine stressige und oft ungesunde Lebensführung. Daher sollten Sie Ihren Lebensstil in der Arbeit und im Privatleben deutlich gesünder und bewusster führen. Neben Stressabbau, sportlichen Aktivitäten und dem Verzicht auf Alkohol und Drogen, gehört auch eine gute Schlafhygiene dazu. Denn diese sorgt sehr zuverlässig für einen tiefen und gesunden Schlaf, der die Muskeln regenerieren lässt und entspannt.

So achten Sie auf eine gute Schlafhygiene:

  • das Bett nur zum Schlafen nutzen
  • abends keine koffeinhaltigen Getränke trinken
  • vor dem Zubettgehen auf Zigaretten und Alkohol verzichten
  • möglichst 30 Minuten oder sogar eine Stunde vor dem Schlafen nicht mehr auf einen Bildschirm sehen
  • bei nächtlichem Erwachen nicht auf die Uhr schauen
  • das Schlafzimmer gut lüften
  • regelmäßige Schlafzeiten einhalten

Für eine funktionierende Schlafhygiene sollten Sie diese Eckpunkte beachten. Der Körper gewöhnt sich so einen gesunden Rhythmus an und kann sich schneller auf den Schlaf einstellen.

Morgens Kopfschmerzen — was kann helfen?

Wenn der Kopfschmerz morgens nach dem Schlafen auftritt, sind zunächst Direktmaßnahmen erforderlich. Je nachdem, woher die Beschwerden kommen, können ein paar einfache Mittel helfen:

  • Bewegung und Wärme (zum Beispiel in Form von Wärmekissen oder Rotlicht) lockern die Muskulatur am Morgen und lösen Verspannungen
  • an der frischen Luft spazieren gehen und bewusst und tief durchatmen, um zu entspannen
  • Massagen und Physiotherapie für das Lockern der Muskulatur
  • bei Sorgen und Stress mit Freunden und Familie sprechen

Auch die Einnahme eines rezeptfreien Schmerzmittels bringt schnell Linderung. Wenn die Kopfschmerzen jedoch länger anhalten, stärker werden und auch ein gesunder Lebenswandel nicht hilft, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Der Mediziner untersucht Sie auf eventuelle Krankheiten wie Bluthochdruck oder Verletzungen im Bereich von Kopf und Wirbelsäule.

Wenn die Kopfschmerzen morgens mit folgenden Begleiterscheinungen auftreten, sollten Sie unbedingt sofort einen Arzt aufsuchen:

  • Sprachstörung und Verwirrtheit
  • Bewusstseinstrübung
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Fieber und/oder steifer Nacken

Machen Sie sich aber nicht zu viele Sorgen. In den meisten Fällen entstehen Kopfschmerzen morgens durch harmlose Ursachen, während Angst und Sorgen das Schmerzempfinden wiederum verstärken können.

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