Migräne natürlich behandeln mit Homöopathie und Co.

Eine natürliche Behandlung wünschen sich viele Kopfschmerzgeplagte, die regelmäßig an Migräne leiden. Schließlich geht es darum, den Übergebrauch von Schmerzmitteln und unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Auch wenn die Wirkung der Homöopathie bei Migräne wissenschaftlich nicht erwiesen ist, machen einige Migräniker positive Erfahrungen damit. Doch welche Mittel kommen dabei zum Einsatz? Und: Gibt es noch andere Möglichkeiten?

Homöopathie bei Migräne: Was für Mittel gibt es und wie wirken sie?

In der Homöopathie gilt der Leitsatz: Ähnliches kann durch Ähnliches geheilt werden (lateinisch: „Similia similibus curentur."). Das bedeutet: Der Stoff, der bei einem gesunden Menschen die Symptome auslöst, die für das jeweilige Krankheitsbild typisch sind, eignet sich als Heilmittel. In der Behandlung kommen verschiedene Substanzen zum Einsatz, die beispielsweise aus Pflanzen, Tiergiften oder Mineralien gewonnen werden. Darunter befinden sich auch Stoffe, die in ihrer Urform giftig sind, beispielsweise Belladonna (Tollkirsche). Da Homöopathika aber in hochpotenzierter Form vorliegen, also sehr stark verdünnt sind, ist eine Vergiftung bei der Einnahme nicht zu befürchten. Allerdings sollten Sie, bevor Sie eigenmächtig die Homöopathie bei Migräne ausprobieren, lieber einen qualifizierten Arzt mit homöopathischer Zusatzausbildung aufsuchen, um die richtige Arznei zu finden.

Folgende Mittel werden bei Migräne angewendet:

  • Petasites hybridus: Die homöopathische Arznei bei Migräne wird aus der Pestwurz gewonnen, deren Inhaltsstoffe krampflösende und schmerzstillende und das vegetative Nervensystem regulierende Effekte haben sollen. Der ungewöhnliche Name der Pflanze entstand, weil man ihr früher nachsagte, die Pest heilen zu können.
  • Cimicifuga racemosa: Der Einsatz der Traubensilberkerze kann vor allem bei Migräne in den Wechseljahren erwogen werden, wenn diese von Schwindel und stechenden Augenschmerzen begleitet wird.
  • Cyclamen europaeum: Die frischen Wurzeln des Alpenveilchens sind bei Migräne mit Sehstörungen (zum Beispiel Doppeltsehen, schlecht sehen) oder Drehschwindel geeignet. Die Beschwerden treten häufig morgens nach dem Aufstehen auf und können mit Augenflimmern einhergehen.
  • Iris versicolor: Tritt die Migräne vor allem an Wochenenden oder im Urlaub auf, also dann, wenn der Körper und Kopf zur Ruhe kommen, ist die Schillernde Schwertlilie in der Homöopathie ein mögliches Mittel. Sie kommt ebenfalls zum Einsatz, wenn weitere Beschwerden wie Übelkeit, Schwindel oder Sehprobleme auftreten.
  • Sanguinaria canadensis: Der Kanadische Blutwurz wird unter anderem zur Linderung von Migräne-Schmerzen auf der rechten Seite angewendet. Sie beginnen typischerweise morgens und verschlechtern sich gegen Abend.

Zu beachten: Die Homöopathie kann bestenfalls die Schwere und Häufigkeit der Migräne mildern, wenn man sie als vorbeugende Maßnahme einsetzt. Bei einer akuten Migräneattacke ist sie hingegen weniger geeignet.

Pestwurz gegen Migräne
Für Skeptiker der Homöopathie gibt es den Wirkstoff der Pestwurz auch als Phytotherapeutikum, also als hochdosierten Pflanzenextrakt in einer Tablette. Die Wirksamkeit konnte in kleineren Studien belegt werden: Sie zeigen, dass sich die Anzahl der Migräneattacken reduziert, wenn täglich 150 Milligramm Spezialextrakt eingenommen werden. Allerdings ist dafür die vorbeugende Einnahme über einen längeren Zeitraum von etwa drei bis sechs Monaten notwendig.

Alternativen zur Homöopathie: Akupressur, Akupunktur und Osteopathie bei Migräne

Neben der Homöopathie bei Migräne sind auch alternative Heilverfahren aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bei Betroffenen beliebt. Beispiele sind Akupressur und Akupunktur. Beide Verfahren gehen davon aus, dass bei Krankheiten der Energiefluss im Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Über bestimmte Akupressurpunkte, die mit Händedruck behandelt werden, oder Akupunkturpunkte, die sich mit Nadeln ansprechen lassen, kann der Therapeut Einfluss auf diese Entwicklung nehmen und das Gleichgewicht wiederherstellen. Die Wirkung der Akupunktur ist vereinzelt wissenschaftlich nachgewiesen und kommt bei der Migräneprophylaxe zur Anwendung. Sie wird von Ärzten oder Heilpraktikern mit Zusatzqualifikation angeboten.

Die Akupressur können Betroffene auch leicht selbst ausprobieren. Bei einem akuten Migräneanfall nehmen Sie dazu die Zeigefinger- oder die Mittelfingerkuppe und suchen verschiedene Akupressurpunkte.

Bei Migräne befinden sich diese zum Beispiel:

  • in der Gesichtsmitte zwischen den Augenbrauen
  • in der Mitte der Schläfenvertiefung
  • im Winkel zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger

Diese Punkte werden mit leichtem Druck und im Uhrzeigersinn für etwa 30 Sekunden massiert. Bei Bedarf kann die Akupressur mehrmals wiederholt werden.

Die Osteopathie gilt als weitere natürliche Maßnahme bei Migräne. Aus Sicht der Osteopathie benötigt jedes Körperteil und jedes Organ zur optimalen Funktion die Freiheit zur Bewegung. Ist diese nicht gegeben, entstehen Gewebespannungen und Funktionsstörungen im Körper. Um vorhandene Störungen wie die Migräne zu beheben, setzt ein Osteopath mit seinen Händen Impulse, die auf das Körpergewebe einwirken und die Beschwerden lindern sollen.

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1 Wiesenauer, Markus, Kirschner-Brouns, Suzann: Das große Homöopathie-Handbuch, München 2007, S. 241.