Schmerzmittel für Kinder – welche gibt es?

Wenn Kindern Schmerzen haben, ist es nicht immer leicht, den Ort der Beschwerden festzustellen. Denn besonders Kleinkinder tun sich schwer damit, zu sagen, wo es zieht, zwickt oder drückt. Meistens deuten sie auf den Bauch, auch wenn sie beispielsweise eigentlich Halsschmerzen plagen. Eine weitere schwierige Frage: Wann sollen Eltern zu Schmerzmitteln für Kinder greifen? Und welche sind geeignet?

Schmerzmitteln für Kinder? Vorher immer zum Arzt

Eltern sollten ihren Kindern nie Schmerzmittel auf eigene Faust geben. Vorab sollten sie das Kind zum Kinderarzt bringen, der es untersucht und gegebenenfalls Schmerzmittel für Kinder verschreiben kann. Denn der kleine Körper von Kindern reagiert anders als der von Erwachsenen. Schmerzmittel für Erwachsene können daher schaden.

Hinzu kommt, dass die Kinderleber länger braucht, um Medikamente zu verstoffwechseln, daher sollten Schmerzmittel für Kinder so sparsam wie möglich eingesetzt werden. Welches Mittel in welcher Dosierung Ihrem Kind helfen kann, weiß der Fachmann am besten.

Alternativen zu Schmerzmitteln für Kinder ausprobieren:

  • Stauchungen, Prellungen oder Quetschungen mit Kältepack oder Umschlägen aus Quark kühlen
  • gegen Kopfschmerzen das Zimmer abdunkeln oder an die frische Luft gehen
  • bei Bauchschmerzen eine Wärmflasche auflegen, den Bauch sanft mit Kümmelöl massieren
  • gegen wiederkehrenden Schmerzen andere Behandlungsmethoden wie Entspannungsübungen ausprobieren
  • bei Schmerzen können auch Trost und Streicheleinheiten kleine Wunder bewirken

Geeignete Schmerzmittel für Kinder: Paracetamol und Ibuprofen

Mittel der Wahl gegen Schmerzen bei Kindern sind Ibuprofen oder Paracetamol. Beide Wirkstoffe wurden in Studien getestet und sind als Schmerzmittel für Kinder zugelassen. Welche Dosis richtig ist, muss der Kinderarzt entscheiden. Wie viel von einem Medikament ein Kind bekommen kann, hängt von Alter und Körpergewicht ab und muss für jedes Kind individuell berechnet werden.

Auch die Entscheidung über die Darreichungsform liegt beim Arzt. Je nach Alter kann der kleine Patient Schmerzmittel, die Ibuprofen oder Paracetamol enthalten, in Form von

  • Tabletten,
  • Tropfen,
  • Saft oder
  • Zäpfchen erhalten.

Tabletten sind erst für größere Kinder, etwa ab dem Grundschulalter geeignet. Kleinere, die sich mit dem Schlucken schwertun, bekommen Schmerzmittel überwiegend in Form von Saft oder Tropfen. Wenn Babys bereits Mittel gegen Schmerzen benötigen, verschreibt der Arzt eventuell Zäpfchen mit Paracetamol.

Achtung: Vielen Erwachsenen verlassen sich gegen Schmerzen, Fieber und Entzündungen auf den Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS). Kinder sollten ihn jedoch auf keinen Fall bekommen, sonst könnte das Reye-Syndrom, eine seltene Leber- und Hirnerkrankung, entstehen, die unter Umständen lebensbedrohlich ist.

Paracetamol für Kinder

Kinder klagen während einer Erkältung oft über Kopf- und Gliederschmerzen. Kommt auch noch Fieber hinzu, verschreibt der Kinderarzt gegebenenfalls Paracetamol als Zäpfchen, Saft oder Tabletten. Auch Babys können Paracetamol-Zäpfchen erhalten. Die richtige Dosierung für Ihr Kind erfahren Sie vom Arzt oder entnehmen Sie der Packungsbeilage des Schmerzmittels. Beachten Sie, dass die Wirkung des Schmerzmittels je nach Darreichungsform unterschiedlich schnell eintritt. Bei einem Paracetamol-Zäpfchen können Sie in der Regel nach zwei Stunden mit einer Linderung der Schmerzen rechnen. Eine Überdosierung sollten Sie unbedingt vermeiden, da sonst das Risiko einer Schädigung der Leber besteht. In der richtigen Dosierung sind Nebenwirkungen bei Paracetamol aber eher selten.

Ibuprofen für Kinder

Auch der Wirkstoff Ibuprofen ist als Schmerzmittel für Kinder geeignet. Er kann – ähnlich wie Paracetamol – gegen Symptome einer Erkältung oder einer Grippe wie Fieber sowie Kopf- oder Gliederschmerzen helfen. Zusätzlich kann der Stoff bei Entzündungen, zum Beispiel der Nasenschleimhaut, eingesetzt werden. Mögliche Nebenwirkungen von Ibuprofen sind Bauchschmerzen oder Übelkeit.

Tipp für Eltern:

Leidet Ihr Kind öfter unter Kopf- oder Bauchschmerzen, sollten Sie dies jedes Mal ernst nehmen. Geben Sie den Schmerzen aber auch keinen zu großen Stellenwert. Versuchen Sie stattdessen, Ihr Kind zum Beispiel mit Spielen oder Sport abzulenken. Oft sind die Probleme dann bald vergessen.

Wenn die Kinderseele wehtut

Kann der Kinderarzt keine körperlichen Ursachen für immer wiederkehrende Schmerzen bei Ihrem Kind finden? Manchmal können auch psychosomatische Schmerzen durch Sorgen oder Ängste hinter den Beschwerden stecken. Reden Sie mit Ihrem Kind, anderen engen Bezugspersonen, Erziehern oder Lehrern, um die Auslöser zu finden. Falls nötig, können Sie sich auch Unterstützung von einem Kinderpsychologen holen.

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