Zahnschmerzen nachts – ein Alarmsignal des Körpers

Zahnschmerzen erzeugen sehr unangenehme Beschwerden. Besonders nachts verwandeln sie sich oft in eine kaum erträgliche Qual. Der Körper signalisiert auf diese Weise meist ein Problem mit den Zähnen oder im Kieferbereich. Oft ertragen Betroffene die Symptome dennoch tagelang, bevor sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist schnelles Handeln sehr wichtig, um die Ursachen zu finden und größere Schäden an Zahn und Kiefer zu vermeiden. Damit Zahnschmerzen schnell und sicher erkannt werden, sollten Sie sich an den wichtigsten Symptomen orientieren.

Auf einen Blick: Wie sich Zahnschmerzen anfühlen

Viele Betroffene beschreiben Zahnschmerzen als

  • ziehend,
  • pochend,
  • heiß und/oder
  • quälend.

Wenn Sie im Bereich des Kiefers oder Zahnes diese Art von Schmerzgefühl verspüren, sollten Sie zügig einen Zahnarzt aufsuchen.

Nachts sind Zahnschmerzen meist schlimmer

Häufig lässt sich das leichtes Ziehen und Pochen von beginnenden Zahnschmerzen tagsüber noch aushalten. Sobald Betroffene nachts aber eine entspannte Schlafposition einnehmen und nicht mehr von alltäglicher Beschäftigung abgelenkt werden, entwickeln die Zahnschmerzen eine quälende Kraft. An Nachtruhe ist dann nicht mehr zu denken. Dass Zahnschmerzen nachts besonders schlimm sind, hat aber auch andere Gründe:

  • Einerseits regt eine liegende Körperposition die Durchblutung von Kopf und Kiefer an, wodurch sich ein stärkerer Druck im Nervensystem und in den Blutgefäßen bildet.
  • Andererseits kann die Wärme im Bett entzündliche Prozesse fördern.

Und auch die Hormone spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Zahnschmerzen: Nachts sinkt der Spiegel des schmerzhemmenden Hormons Cortisol auf ein Minimum, da dieses erst wieder ab der zweiten Nachthälfte gebildet wird.

Zahnschmerzen durch nächtliches Knirschen

Entzündungen der Zahnwurzel oder Karies erzeugen meist starke Zahnschmerzen und machen sich fast immer durch weitere Symptome bemerkbar. Aber auch starkes Zähneknirschen (Bruxismus) oder Verspannungen können Ursachen für Zahnschmerzen sein. Wenn die Zahnbeschwerden über längere Zeit anhalten und vor allem morgens nach dem Schlafen auftreten, handelt es sich häufig um die Folgen von nächtlichem Zähneknirschen.

Schluss mit Knirschen

Die Schäden durch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) können effektiv mit dem Einsatz einer Knirschschiene verhindert werden. Die leichte Schiene aus Kunststoff wird individuell an das Gebiss angepasst und verhindert den Abrieb der Zähne. Spezialschienen wie die Jig-Schiene können sogar die Kieferverspannungen dauerhaft vermeiden. Sprechen Sie Ihren Zahnarzt auf eine Knirschschiene für die Nacht an.

Wie sich Zahnschmerzen durch Karies und Entzündungen äußern

Treten die Zahnschmerzen allerdings nachts besonders stark auf und sind sie kaum mehr auszuhalten, kann eine Entzündung des Nervs oder eine Schädigung durch Karies die Ursache sein.

Wer unter einem entzündeten Zahnnerv oder Karies leidet, hat meist auch Probleme beim Kauen und Trinken. Das Kauen bei Zahnschmerzen kann zu einer wahren Tortur werden. Jeder Biss schmerzt und beim Kontakt mit kalten Speisen schießt der Schmerz blitzartig durch den Kopf. Zahnschmerzen bei Kälte sind neben Zähneknirschen und einer Zahnfleischentzündung ein starker Indikator für einen beschädigten Zahn. Auch der Zahnarzt testet die Sensibilität des Zahns mithilfe von Kältekontakt.

Ein ebenfalls sehr häufiges Symptom bei Zahnschmerzen ist ein Ziehen im Zahn. Zu Anfang wird das Ziehen gerne übergangen, in der Hoffnung, dass es sich nur um ein vorübergehendes Problem handelt. Da sich Zahnprobleme jedoch in kürzester Zeit zu sehr schmerzhaften Beschwerden entwickeln können, ist es wichtig, dem unangenehmen Ziehen frühzeitig Beachtung zu schenken.

Wenn Unsicherheit über ein mögliches Zahnproblem herrscht, können Sie die betroffene Stelle im Kiefer sanft abtasten. Entsteht ein Druckschmerz am Zahn, kann das ein deutlicher Hinweis auf ein bestehendes Problem mit Karies oder einer Entzündung sein. Meist bemerken Sie Druckschmerz an den Zähnen zudem schnell beim Essen oder durch den Kontakt mit der Zunge.

Auch das Anschwellen der Wange oder des ganzen Mundbereichs deutet auf ein Zahnproblem hin. Die geschwollenen Stellen sind meist heiß und druckempfindlich. Ein Kühlpad oder ein feuchter Waschlappen können den Blutfluss verlangsamen und eine kurzzeitige Linderung der Zahnschmerzen bieten. Bei einer geschwollenen Wange sollte jedoch baldmöglichst ein Zahnarzt aufgesucht werden, da sich die Entzündung bereits stark ausgebreitet hat und dringend behandelt werden muss.

Zusammengefasst deuten diese Beschwerden auf einen kranken Zahn hin:

  • die Schmerzen treten plötzlich auf
  • die Zahnschmerzen werden nachts schlimmer
  • das Ziehen am Zahn ist konstant
  • das Kauen von Speisen ist unangenehm oder sogar schmerzhaft
  • bei Kälte entstehen starke Zahnschmerzen
  • Druck erzeugt Schmerzen
  • die Mund- und Kieferpartie schwillt an

Diagnose durch den Zahnarzt

Der Zahnarzt untersucht den betroffenen Zahn meist durch sanfte Druckausübung und einen Kältetest. Der Kältetest dient als Vitalitätstest und überprüft die Sensibilität eines Zahns. Hierfür trägt der Arzt Kältespray auf ein Stück Watte auf und hält dieses kurz an den betroffenen Zahn. Ist der Zahn entzündet, reagiert der Patient mit ungewöhnlich starkem Schmerz auf den Kältereiz. Aber auch das Ausbleiben einer Reaktion ist ein wichtiger Hinweis auf ein bestehendes Problem. Hier kann es sein, dass der Zahnnerv durch Karies oder entzündliche Prozesse bereits schwer beschädigt wurde oder sogar abgestorben ist.

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