Was hilft gegen Kopfschmerzen? Behandeln, statt Schmerzen aussitzen

Da es selbst keine Schmerzrezeptoren besitzt, tut bei Kopfschmerzen nicht das Gehirn selbst weh, sondern vielmehr der schmerzempfindliche Bereich in seiner Umgebung, zum Beispiel die Hirnhäute und -nerven. Zu wissen, wie die Kopfschmerzen entstehen, ist wichtig, um eine passende Behandlungsmöglichkeit einleiten zu können. Aber was hilft gegen Kopfschmerzen? Und wann sind die Grenzen der Selbstbehandlung erreicht?

Medikamente, die gegen Kopfschmerzen helfen

Eine Umfrage der DAK-Gesundheit ergab, dass 51 Prozent der Befragten bei Kopfschmerzen vor allem auf Medikamente zurückgreifen.1 Es gibt Schmerzmittel, die rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind, mit Wirkstoffen wie beispielsweise Acetylsalicylsäure, Paracetamol oder Ibuprofen. Sie können bei Spannungskopfschmerzen und leichter Migräne helfen.

Generell gilt jedoch: Bei einer zu häufigen und regelmäßigen Einnahme von Schmerzmitteln kann es zu einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz kommen. Er führt dazu, dass die bestehenden Kopfschmerzen immer häufiger werden und oft auch schlechter auf Schmerzmittel ansprechen.

Bei starken Migräneanfällen oder Clusterkopfschmerzen sind herkömmliche Schmerzmittel wirkungslos. In diesen Fällen kann Ihnen der Arzt zum Beispiel Triptane verschreiben oder empfehlen. Doch auch die freiverkäuflichen Präparate dieser Medikamentengruppe sollten Sie nur nach Absprache mit dem Arzt und nach der Diagnosestellung „Migräne“ einnehmen – denn freiverkäuflich ist nicht gleichbedeutend mit harmlos. Besprechen Sie mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt.

Hilfe bei Kopfschmerzen – führen Sie ein Kopfschmerztagebuch

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, Zusammenhänge herzustellen und Auslöser für die Kopfschmerzen zu ermitteln. Notieren Sie für Ihren Arzt auch, wie stark Sie die Schmerzen einschätzen (zum Beispiel gering, mäßig, stark, sehr stark, unerträglich). Informationen, wie Sie Schmerzen anhand einer Schmerzskala bestimmen können, finden Sie hier.

Was kann man sonst noch gegen Kopfschmerzen machen?

Aktiv gegen die Ursachen wie Schlaf- und Bewegungsmangel, Stress und muskuläre Anspannung vorzugehen, kann bei Kopfschmerzen helfen. Unsere Tipps:

  • Gönnen Sie sich eine kurze Auszeit, zum Beispiel in Form eines Nickerchens (Powernap) oder bei Bewegung an der frischen Luft.
  • Arbeiten Sie an Ihrer Körper- und vor allem Sitzhaltung, denn: Durch Fehlhaltungen verspannt die Schulter- und Nackenmuskulatur, wodurch Kopfschmerzen begünstigt werden. Probieren Sie es aus: Füße beim Arbeiten am Schreibtisch auf den Boden aufstellen, Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel im rechten Winkel zueinander halten.
  • Füllen Sie Ihre Flüssigkeitsreserven auf. Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag (am besten Wasser oder ungesüßte Tees) sind optimal.
  • Pfefferminzöl: Auf die Stirn und Schläfen aufgetragenes Pfefferminzöl kann bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp die Schmerzen lindern und zudem entspannend sowie erfrischend wirken.
  • Ein weiterer Tipp gegen Kopfschmerzen: Eine Tasse ungesüßter starker Bohnenkaffee gemischt mit dem Saft einer halben Zitrone ist ein Hausmittel, das das Kopfbrummen lindern kann.

Oft fühlt man sich besser, wenn man sich mit anderen austauschen kann und weiß, dass man nicht alleine mit den Beschwerden ist. Vielleicht möchten Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen? Dort erhalten Sie wertvolle Anregungen und erfahren gegenseitige Unterstützung und Verständnis.

Hätten Sie´s gewusst? – Schmerzirrtümer

Um das Thema „Kopfschmerzen“ ranken sich einige Mythen.

Drei Schmerzirrtümer auf einen Blick:

  • „Nur Ruhe hilft“: Das mag bei Migränepatienten stimmen. Sie ziehen sich zurück und suchen Ruhe, da sich die Beschwerden bei Bewegung und unter starken Reizeinflüssen verstärken. Bei Spannungskopfschmerzen hingegen kann ein bisschen Bewegung – am besten an der frischen Luft – förderlich sein.
  • „Eine halbe Kopfschmerztablette reicht vollkommen aus“: Nur richtig dosierte Medikamente helfen. Unterhalb der empfohlenen Dosis kann das Medikament nicht ausreichend wirken. Im Umkehrschluss gilt jedoch auch, dass die Höchstdosis pro Einnahme und Tag nicht überschritten werden darf.
  • „Die Schokolade ist schuld“: Es gibt viele sogenannte Trigger, die potenziell Migräne auslösen können. Lange stand Schokolade im Verdacht, die Attacken zu begünstigen. Heute ist klar: Auch wenn der Heißhunger auf Süßigkeiten auf einen nahenden Migräneanfall hinweisen kann, wird die Migräne nicht von Schokolade verursacht.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Unbedingt einen Arzt aufsuchen sollten Sie, wenn Sie neben den Kopfschmerzen eines der folgenden Symptome bei sich bemerken:

  • heftige Kopfschmerzen, die innerhalb kürzester Zeit ungewöhnlich stark werden
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber und/oder steifer Nacken
  • Sehstörungen oder andere neurologische Ausfallerscheinungen wie Nachziehen eines Beines oder Sprachstörungen
  • immer wiederkehrende Schmerzen

Neben Medikamenten gibt es auch natürliche Behandlungsmethoden, mit denen Kopfschmerzen behandelt werden können. Diese sollten nur angewendet werden, wenn die Schmerzen aus einem nachvollziehbaren Grund und einer zeitnahen Ursache entstanden sind, zum Beispiel bei zu hohem Alkoholgenuss, einseitiger Körperhaltung oder Schlafmangel.

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1 DAK-Gesundheit. URL: https://www.dak.de/dak/gesundheit/aktiv-gegen-den-schmerz-1266994.html (24.07.2017).