Was hilft gegen Kopfschmerzen? Behandeln, statt Schmerzen aussitzen

28. Juli 2020
19 Min.
Eine Frau nimmt eine Schmerztablette gegen Kopfschmerzen

Wenn der Kopf dröhnt, brummt oder pocht, wünschen sich Betroffene häufig schnelle Linderung. Doch so unterschiedlich sich Kopfschmerzen äußern können, so verschieden sind auch die Ansätze, um die Beschwerde zu behandeln.Von schmerzlindernden Medikamenten über alternative Heilmethoden bis zu Hausmitteln – was hilft wie gegen Kopfschmerzen? Und wann sind die Grenzen der Selbstbehandlung erreicht?


Überblick:

Medikamente, die gegen Kopfschmerzen helfen

Bahnen sich Kopfschmerzen an, reicht es häufig aus, genug Wasser zu trinken und sich eine kurze Auszeit an der frischen Luft zu gönnen. Wenn sich allerdings auch mit diesen Kniffen keine Besserung einstellt, können Medikamente gegen Kopfschmerzen die Beschwerden lindern.

Aha!

Bei einer zu häufigen und regelmäßigen Anwendung von Schmerzmitteln kann es zu einem medikamenteninduzierten Kopfschmerz kommen. In der Folge werden die Kopfschmerzen immer häufiger und sprechen oft auch schlechter auf Schmerzmittel an. Schmerzlindernde Medikamente dürfen daher nicht länger als an drei aufeinanderfolgenden Tagen und auf keinen Fall an mehr als zehn Tagen im Monat eingenommen werden.1

 

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Kopfschmerz-Medikamente zur akuten Therapie

Es gibt zig Kopfschmerz-Tabletten, Brauselösungen und Kapseln mit unterschiedlichen Wirkstoffen auf dem Markt. Doch welches Schmerzmittel wirkt wann? Eine kleine Übersicht wichtiger Inhaltsstoffe:



  • Acetylsalicylsäure (ASS):Der Wirkstoff kann bei Kopfschmerzen in verschiedenen Darreichungsformen zum Einsatz kommen – als Tablette, Brausetablette oder Granulat. Bei Erwachsenen ist ASS zudem zur Linderung von Erkältungsbeschwerden geeignet. Allerdings darf Acetylsalicylsäure zum Beispiel nicht angewandt werden, wenn der Patient unter akuten Magen- und Darmgeschwüren leidet. Da ASS die Blutgerinnung sehr stark beeinträchtigt, sollten zudem Frauen während der Regelblutung und Menschen mit einer Störung der Blutgerinnung darauf verzichten. Auch Kinder dürfen Acetylsalicylsäure nicht einnehmen, da es ansonsten zum potenziell lebensbedrohlichen Reye-Syndrom (schwere Gehirn- und Lebererkrankung) kommen kann.
    Wirkungsbild: schmerzlindernd, fiebersenkend, entzündungshemmend



  • Paracetamol: Ebenfalls als rezeptfreie Tablettenform ist Paracetamol erhältlich. Zudem können Betroffene, die Probleme mit dem Schlucken von Kopfschmerztabletten haben, auch auf Saft und Brausetabletten zurückgreifen. Patienten mit Leber- und Nierenerkrankungen sollten die Einnahme vorher mit ihrem Arzt abklären.
    Wirkungsbild: schmerzlindernd, fiebersenkend

  • Ibuprofen und Naproxen: Diese beiden Wirkstoffe werden auch gegen Kopfschmerzen eingesetzt. Darüber hinaus können sie durch ihre entzündungshemmende Wirkung bei entzündungsbedingten Schmerzen von Muskeln, Knochen und Gelenken sowie bei Erkältungskrankheiten helfen. Ibuprofen darf beispielsweise nicht eingenommen werden, wenn schwere Leber- oder Nierenkrankheiten vorliegen oder Betroffene an einer schweren Herzmuskelschwäche leiden.
    Wirkungsbild: schmerzlindernd, entzündungshemmend, fiebersenkend

  • Diclofenac: Bei Migräne und Kopfschmerzen kann Diclofenac zum Einsatz kommen. Nicht angewendet werden darf der Wirkstoff zum Beispiel bei Herzschwäche oder Blutbildungs- und Blutgerinnungsstörungen.
    Wirkungsbild: entzündungshemmend, fiebersenkend, schmerzlindernd

Welches Mittel gegen Kopfschmerzen bevorzugt wird, hängt von der individuellen Situation des Patienten ab. Nicht alle Medikamente wirken bei jedem Menschen gleich. Während ein Betroffener das Mittel gut verträgt, können beim anderen unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Auch Vorerkrankungen der Patienten müssen berücksichtigt werden. Daher ist der Gang zum Arzt verbunden mit einem Aufklärungsgespräch ratsam.

Interessant für Schwangere:

Wollen Frauen während der Schwangerschaft ihre Kopfschmerzen mit Medikamenten lindern, hängt die Wahl des Schmerzmittels davon ab, in welchem Trimester sie sich befinden. So dürfen Ibuprofen und Diclofenac im ersten sowie zweiten Schwangerschaftsdrittel angewandt werden. Acetylsalicylsäure kann bis zur 28. Schwangerschaftswoche zum Einsatz kommen; es ist jedoch Mittel zweiter Wahl nach Paracetamol, welches über die gesamte Schwangerschaft hinweg als Medikament zugelassen ist.2 Für Naproxen ist die Datenlage zur Risikoabwägung nicht ausreichend. In jedem Fall sollten Frauen jedoch vor der Anwendung mit ihrem Frauenarzt Rücksprache halten.

Migräne, Spannungs- und Clusterkopfschmerz: Medikamente zur vorbeugenden Behandlung

Wie lassen sich Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen vorbeugend behandeln? Die Therapie richtet sich dabei nach der Kopfschmerzart – deshalb ist es gerade bei chronischen Beschwerden wichtig, einen Arzt aufzusuchen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen kann.

Spannungskopfschmerzen

Ist der Spannungskopfschmerz bereits chronisch, das heißt, wenn sich der Kopfschmerz zu einem dauerhaften Problem entwickelt hat und es mehr als 180 Kopfschmerztage pro Jahr gibt, kann eine Langzeitprophylaxe mit Antidepressiva sinnvoll sein.3 Der Arzt verschreibt dem Kopfschmerzpatienten die Antidepressiva in der Regel nicht wegen einer vorhandenen Depression, sondern weil die Medikamente dazu dienen, die körpereigenen Schmerzregulationssysteme in ihrer Funktion zu normalisieren. Bei 60 bis 70 Prozent der behandelten Patienten bessern sich die Beschwerden.4

Das Wirkungsbild der vorbeugenden Behandlung mit Antidepressiva bei chronischem Spannungskopfschmerz wird folgendermaßen beschrieben: Reduktion der Schmerzempfindlichkeit, stimmungsaufhellend und angstlösend.

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Clusterkopfschmerzen

Zuerst einmal muss unterschieden werden, ob ein gelegentlicher (episodischer) oder chronischer Clusterkopfschmerz vorliegt. Die Wahl des Wirkstoffes orientiert sich zudem immer an mehreren Faktoren wie der Verträglichkeit, der Dauer der Anwendbarkeit sowie der Handhabbarkeit. Umfassend beraten kann Sie ein auf Clusterkopfschmerz spezialisierter Arzt.


Eine medikamentöse Vorbeugung kommt bei Migräne nur unter besonderen Voraussetzungen infrage. Zum Beispiel dann,

  • wenn die Lebensqualität des Migränikers sehr stark unter den Anfällen leidet ode
  • der Patient die bisher während eines akuten Falls eingenommenen Medikamente schlecht verträgt.

Dann gibt es mehrere Medikamente, die zur Migräneprophylaxe verschrieben werden können. Allen gemein ist, dass sie eigentlich nicht migränespezifisch sind. Das heißt, sie wurden ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt, bevor man herausgefunden hat, dass sie auch gut gegen Migräne helfen. Beispiele hierfür sind Betablocker, die eigentlich zur Behandlung von Herzerkrankungen dienen, und Mittel gegen Epilepsie.5 Ob sich ein Medikament eignet, muss individuell mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Die richtige Anwendung von Kopfschmerz-Medikamenten

Nachfolgend einige Hinweise für die gelegentliche und kurzfristige Behandlung mit Mitteln gegen Kopfschmerzen:

  • Das Medikament nicht auf leeren Magen einnehmen, da es sonst die Magenschleimhaut angreifen kann.
  • Das Schmerzmittel mit ausreichend Wasser schlucken.
  • Nicht abwarten, bis sich der Schmerz manifestiert hat, sondern die Schmerzmittel direkt nach Eintritt der Kopfschmerzen einnehmen.
  • Dosieren Sie die Schmerzmittel wie ärztlich oder in der Packungsbeilage empfohlen. Eine ausreichend hohe Dosierung hilft besser als zum Beispiel zwei zeitversetzte halbe Mengen. Unterdosierung ist also oft nutzlos, die Überdosierung dagegen schädlich.

Außerdem ist es förderlich, sich Ruhe zu gönnen, um die Kopfschmerz-Medikamente wirken zu lassen.

Alternative Heilmethoden zur Linderung von Kopfschmerzen

Akupressur ist ein Verfahren, das aus der chinesischen beziehungsweise japanischen Heilkunde stammt. Es wird ebenso wie Homöopathie und Akupunktur zu den natürlichen Mitteln gegen Kopfschmerzen gezählt. Wie genau Akupressur Kopfschmerzen lindern kann, ob Homöopathie und Akupunktur bei Kopfschmerzen helfen – all das erfahren Sie nachstehend.

Fit auf Fingerdruck – Akupressur bei Kopfschmerzen

Eine Frau erhält eine Akupressurbehandlung gegen Kopfschmerzen

Instinktiv macht es der Laie bereits richtig: In der Hoffnung auf Schmerzlinderung berührt er Körperstellen, die weh tun, zum Beispiel die Schläfen bei Kopfschmerzen, und massiert diese Bereiche sanft. Wer jedoch nach den Lehren der Akupressur bei Kopfschmerzen arbeitet, geht gezielter an die Sache heran: Von Verfechtern der Heilmethode wird angenommen, dass die Lebensenergie (das Qi) in festgelegten Leitbahnen (Meridianen) im Körper fließt.
Es gibt zwölf Hauptmeridiane und zahlreiche Sondermeridiane, auf denen die Akupressurpunkte liegen.vi Jeder der Hauptmeridiane durchfließt ein Organ oder eine Organgruppe. Ist ein Meridian blockiert, kann das Qi nicht mehr ungehindert fließen. Das verbundene Organ wird dadurch beeinträchtigt, der Mensch kann erkranken und reagiert zum Beispiel mit Kopfschmerzen auf eine Störung des Energieflusses.

Mit Akupressur wird versucht, die energetische Disharmonie in den Meridianen zu beheben.

  • Dazu werden bestimmte Akupressur- beziehungsweise Schmerzpunkte mit der Fingerkuppe von Daumen, Zeige- oder Mittelfinger gedrückt.
  • Auch eine sanfte kreisförmige Massage der Punkte ist möglich.
Um zu lernen, wo die Punkte der Akupressur gegen Kopfschmerzen liegen und wie genau sie am besten aktiviert werden, ist ein Kurs hilfreich, der von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt wird. Die Kosten für eine professionelle Akupressur-Behandlung werden in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen.

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Akupunktur: Kopfschmerzen mit Nadelstichen lindern

Akupunktur – auch bei diesem natürlichen Mittel gegen Kopfschmerzen geht es darum, den gestörten Energiefluss zu regulieren und zu normalisieren. Der Akupunkteur sticht feine sterile und unterschiedlich lange Einmalnadeln in vorher genau definierte Punkte des Körpers.
Die Akupunkturpunkte liegen entweder

  • auf besonderen Muskelschmerzpunkten oder
  • an bestimmten Durchtrittsstellen von Nerven-, Gefäß- und Muskelendpunkten in der Haut.

Wissenschaftler, die die Gate-Control-Theorie (spezielle Auffassung von Schmerzentstehung/-wahrnehmung) vertreten, vermuten, dass die Nadelreize den Schmerz indirekt beeinflussen, indem sie die Weiterleitung von Schmerzimpulsen hemmen. Zudem würden dank der Akupunkturnadeln und der dadurch entstehenden Nervenreize körpereigene, schmerzlindernde Endorphine ausgeschüttet. Allerdings muss erwähnt werden, dass die Studienlage, was die Wirkung von Akupunktur betrifft, derzeit in vielen Bereichen noch uneindeutig ist.7

Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten?

Bereits seit 2007 werden die Kosten der Akupunktur-Behandlung bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei Kniegelenkarthrose (Gelenkverschleiß) übernommen. Manchmal tragen die Krankenkassen auch die Kosten für andere Therapiebereiche, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, oder sie beteiligen sich mit Zuschüssen im Rahmen ihrer Bonusprogramme an einer Akupunkturbehandlung. Ob das in Ihrem Fall zutrifft, besprechen Sie bitte direkt mit Ihrer Krankenkasse – pauschale Aussagen zur Kostenübernahme und der Akupunktur bei Kopfschmerzen können nicht getroffen werden.

Homöopathie bei Kopfschmerzen

Bei der Anwendung von homöopathischen Mitteln sind die Ursache und die Art des Schmerzes entscheidend. Allem voran steht also die Beobachtung, wann und wie genau sich die Beschwerden äußern.

Eine kleine Auswahl homöopathischer natürlicher Mittel gegen Kopfschmerzen:


  • Cocculus (Kokkelskörner, Früchte einer im südasiatischen Raum wachsenden Schlingpflanze): bei Kopfschmerzen in Verbindung mit Übelkeit und Brechreiz
  • Silicea (Kieselsäure): bei Kopfschmerzen, die vom Nacken in den Hinterkopf und bis zu den Augen ziehen
  • Ignatia (Ignatiusbohne): bei bohrendem Kopfschmerz
  • Belladonna (Tollkirsche): bei Kopfschmerzen, die sich verschlechtern, sobald der Kopf nach vorne gebeugt wird8,9,10,11

Homöopathie – was ist das eigentlich?

Homöopathie ist die Behandlung mit Naturstoffen in kleinsten Dosen nach der Lehre von Samuel Hahnemann. In der alternativmedizinischen Behandlungsmethode wird davon ausgegangen, dass diejenigen Stoffe, die eine Krankheit auslösen, sie auch heilen können, wenn sie in sehr kleinen Mengen verabreicht werden. Was die Wirksamkeit von Homöopathie betrifft, gibt es bislang keinen wissenschaftlichen Beleg.

Pfefferminzöl hilft gegen Kopfschmerzen

Selbsthilfe-Tipps: Was Sie gegen Kopfschmerzen tun können

Aktiv gegen die Ursachen wie Schlaf- und Bewegungsmangel, Stress und muskuläre Anspannung vorzugehen, kann bei Kopfschmerzen helfen. Unsere Tipps:

  • Gönnen Sie sich eine kurze Auszeit, zum Beispiel in Form eines Nickerchens (Powernap) oder bei Bewegung an der frischen Luft.
  • Arbeiten Sie an Ihrer Körper- und vor allem Sitzhaltung, denn: Durch Fehlhaltungen verspannt die Schulter- und Nackenmuskulatur, wodurch Kopfschmerzen begünstigt werden. Probieren Sie es aus: Füße beim Arbeiten am Schreibtisch auf den Boden aufstellen, Ober- und Unterarme sowie Ober- und Unterschenkel im rechten Winkel zueinander halten.
  • Füllen Sie Ihre Flüssigkeitsreserven auf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit pro Tag (am besten Wasser oder ungesüßte Tees).12
  • Mit auf Stirn und Schläfen aufgetragenem Pfefferminzöl ist es möglich, Kopfschmerzen vom Spannungstyp zu lindern. Zudem wirkt es entspannend sowie erfrischend.
  • Eine Tasse ungesüßter starker Bohnenkaffee gemischt mit dem Saft einer halben Zitrone ist ein Hausmittel, welches das Kopfbrummen mindern kann.

Wer an chronischen oder sehr häufig auftretenden Beschwerden leidet, fühlt sich oft besser, wenn er sich mit anderen Betroffenen austauschen kann und weiß, dass er nicht allein mit den Beschwerden ist. Vielleicht möchten Sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen? Dort erhalten Sie wertvolle Anregungen und erfahren gegenseitige Unterstützung und Verständnis.

Zusätzlicher Tipp:

Ein Kopfschmerztagebuch kann helfen, Zusammenhänge herzustellen und Auslöser für die Kopfschmerzen zu ermitteln. Notieren Sie für Ihren Arzt auch, wie stark Sie die Schmerzen einschätzen (zum Beispiel gering, mäßig, stark, sehr stark, unerträglich).

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Hätten Sie´s gewusst? – Schmerzirrtümer zum Thema Behandlung

Um das Thema „Kopfschmerzen“ ranken sich einige Mythen – drei Schmerzirrtümer stellen wir Ihnen nachfolgend vor:

  • „Nur Ruhe hilft“: Das mag bei Migränepatienten stimmen. Sie ziehen sich zurück und suchen Ruhe, da sich die Beschwerden bei Bewegung und unter starken Reizeinflüssen verstärken. Bei Spannungskopfschmerzen hingegen kann ein bisschen Bewegung – am besten an der frischen Luft – förderlich sein.
  • „Eine halbe Kopfschmerztablette reicht vollkommen aus“: Das stimmt so nicht, denn unterhalb der empfohlenen Dosis kann das Medikament nicht ausreichend wirken. Im Umkehrschluss gilt jedoch auch, dass die Höchstdosis pro Einnahme und Tag nicht überschritten werden darf.
  • „Die Schokolade ist schuld“: Es gibt viele sogenannte Trigger, die potenziell Migräne auslösen können. Lange stand Schokolade im Verdacht, die Attacken zu begünstigen. Heute ist klar: Auch wenn der Heißhunger auf Süßigkeiten auf einen nahenden Migräneanfall hinweisen kann, wird die Migräne nicht von Schokolade verursacht.

Gut zu wissen:

Bei starken Migräneanfällen oder Clusterkopfschmerzen sind herkömmliche Schmerzmittel meist wirkungslos. In diesen Fällen kann Ihnen der Arzt zum Beispiel Triptane verschreiben oder empfehlen.13

Doch auch die freiverkäuflichen Präparate dieser Medikamentengruppe sollten Sie nur nach Absprache mit dem Arzt und nach der Diagnosestellung „Migräne“ einnehmen – denn freiverkäuflich ist nicht gleichbedeutend mit harmlos. Besprechen Sie mögliche Wechsel- und Nebenwirkungen mit Ihrem Arzt.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

In der Regel sind Kopfschmerzen harmlos, wenn auch lästig, und verschwinden meist von selbst wieder beziehungsweise lassen sich mit den oben genannten Behandlungsmethoden gut in den Griff bekommen. Ein Arztbesuch ist daher in der Regel nicht nötig. Ausnahme ist, wenn Sie neben den Kopfschmerzen eines der folgenden Symptome bei sich bemerken:

  • heftige Kopfschmerzen, die innerhalb kürzester Zeit ungewöhnlich stark werden
  • Schwindel
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Fieber und/oder steifer Nacken
  • Sehstörungen oder andere neurologische Ausfallerscheinungen wie Nachziehen eines Beines oder Sprachstörungen
  • immer wiederkehrende Schmerzen

Zögern Sie bei den genannten Beschwerden nicht, einen Arzt aufzusuchen. Er kann eine eindeutige Diagnose stellen und Ihnen die passende Behandlung verordnen.

Julia Lindert
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Tanja Albert
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