Aphten: Wenn Bläschen im Mund Schmerzen verursachen

Aphten sind kleine Schäden an der Oberfläche der Mundschleimhaut, die in Form schmerzhafter, weißer Bläschen auftreten. Der Begriff Aphte kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Schwämmchen“. Die Schleimhautveränderungen treten meist sehr plötzlich auf. Was Sie außerdem zu den Bläschen im Mund wissen sollten, erfahren Sie hier.

Im Überblick:

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Typische Symptome – Aphten sind meist sehr schmerzhaft

Das unangenehmste Symptom von Aphten sind oft die Schmerzen, die mit ihnen einhergehen. Häufig besteht bereits vor Sichtbarwerden einer Blase an genau der Stelle im Mund ein prickelndes Spannungsgefühl, begleitet von einer Überempfindlichkeit und Brennen. Im weiteren Verlauf entstehen dann die typischen rundlich-ovalen Bläschen mit dem gelblich-weißen Belag und dem hochroten, entzündeten Rand. Spätestens dann tritt auch bei der geringsten Berührung ein stark stechender und brennender Schmerzreiz auf.

Aber: Obwohl Aphten insgesamt als äußerst schmerzhaft gelten, leidet nicht jeder Patient gleich stark. Wenige spüren fast gar nichts, andere bemerken schon frühzeitig brennende Schmerzen.

Kinder neigen eher zu Aphten

Besonders häufig treten Aphten bei Kindern auf. Dabei können die Bläschen im Mund derart schmerzhaft sein, dass die Patienten vor allem in jungen Jahren die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme zeitweise verweigern. Um ein Austrocknen (Dehydrierung) zu vermeiden, ist es daher vor allem wichtig, das Kind zum Trinken zu animieren. Eltern können das beispielsweise mit lauwarmen statt heißen Getränken versuchen, denn letztere rufen eher Schmerzen hervor. Auf Fruchtsäfte und andere Speisen und Getränke mit (Frucht-)Säure gilt es lieber zu verzichten, denn auch diese lösen bei Aphten oft ein schmerzhaftes Brennen aus.

Aphten diagnostizieren

Gerade bei starken Schmerzen oder Unklarheit über die Ursache der Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Die Diagnose wird von einem Zahnarzt, Hals-Nasen-Ohrenarzt oder aber vom Hausarzt gestellt. Meist genügt ein fachkundiger Blick, um die Erkrankung eindeutig zu erkennen. Insgesamt zeigen sich Aphten insbesondere an folgenden Stellen der Mundhöhle:

  • Innenseite der Wange
  • Gaumen
  • Zunge
  • Zahnfleisch
  • Lippen1

Manchmal werden die Blasen im Mund auch durch andere Erkrankungen (zum Beispiel schweren Darmerkrankungen wie Morbus Crohn) ausgelöst. Besteht ein solcher Verdacht, wird der Arzt weitere Untersuchungen wie Labortests durchführen.

Ursache von Aphten: Was steckt dahinter?

Die Ursache von Aphten ist weitestgehend unbekannt. Häufig gilt Stress als ein möglicher Auslöser der knapp ein Zentimeter großen Bläschen im Mund. Besonders bei schweren Fällen von Aphten kann eine systemische (den ganzen Körper betreffende) Grunderkrankung dahinterstecken, die unbedingt abgeklärt werden muss. So zeigen sich Aphten unter anderem vermehrt im Rahmen folgender Erkrankungen:

  • HIV-Infektion
  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Morbus Behcet (eine rheumatische Erkrankung)
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Stomatitis (Entzündung der Mundschleimhaut)

Sollte sich eine solche Diagnose bestätigen, muss die Erkrankung gezielt behandelt werden. Dann verschwinden für gewöhnlich auch die Aphten.

Grundsätzlich wird vermutet, dass Aphten auch durch Infektionen, Hormonschwankungen (beispielsweise im Rahmen der Menstruation) und bestimmte Nahrungsmittel ausgelöst werden. Auch ein zu saurer Speichel soll das Auftreten der Bläschen im Mund fördern.

Aphten und Immunsystem:

Die Blasen im Mund treten häufig genau dann auf, wenn unser Immunsystem geschwächt ist. Dies kann beispielsweise bei langen Stressphasen, Schlafmangel, einer Erkältung oder einem Nährstoffmangel (zum Beispiel Eisenmangel) der Fall sein.

Des Weiteren stehen oft mechanische Ursachen wie Bissverletzungen, schlecht sitzende Zahnprothesen oder Zahnspangen hinter der Bildung von Aphten. In seltenen Fällen können sogar bestimmte Arzneimittel ausschlaggebend sein. Nicht auszuschließen ist, dass mitunter auch die Kombination verschiedener Faktoren zur Entstehung von Aphten führt.

Die Behandlung von Aphten

Besteht keine Grunderkrankung, heilen Aphten meist nach sieben bis zehn Tagen von selbst wieder aus.2 Es kann aber durchaus sinnvoll sein, die Heilung zu unterstützen und die Schmerzen zu lindern. Folgende Mittel aus der Apotheke kommen dabei zur Behandlung der Aphten infrage:

  • Anwendung desinfizierender Mundspüllösungen mit Kamille oder Jod (fördern die Heilung und beugen Entzündungen vor)
  • Stabilisierung der Mundflora durch die Einnahme von Probiotika (gesundheitsfördernde Bakterienkulturen)
  • örtlich betäubende Cremes (Lokalanästhetika) zur Linderung der Schmerzen auftragen

Doch Vorsicht bei der Verwendung von Lokalanästhetika im Mund: Durch das Taubheitsgefühl können sie die Feinmotorik bei Kaubewegungen behindern und zu Bissverletzungen an Zunge, Wangen und Lippen führen.

Aphten medikamentös zu behandeln ist meist nur dann nötig, wenn die Blasen im Mund in regelmäßigen Abständen immer wiederkehren oder besonders zahlreich auftreten. Ist dies der Fall, muss zunächst die zugrunde liegende Ursache festgestellt werden. Anschließend wählt der Arzt geeignete Mittel zur Behandlung der Aphten aus. Bei starken Beschwerden können Betroffene zudem Schmerzmittel einnehmen. Bei Kindern empfiehlt sich eine Schmerztherapie in Form von Zäpfchen, da sie durch die unangenehmen Blasen im Mund oftmals das Schlucken verweigern.

Aphten mit Haumitteln behandeln

Neben der klassischen, konservativen Therapie können Sie Aphten auch mit der Hilfe von Hausmitteln behandeln. Dabei wird unter anderem folgenden Produkten Wirkung nachgesagt:

  • Propolis: Das Bienenwachs steht in dem Ruf, sich positiv auf Abwehrkräfte, Wundheilung und Schmerzlinderung auszuwirken. Erhältlich ist Propolis als Tinktur beispielsweise in Apotheken.
  • Lakritze: Die enthaltene Süßholzwurzel gilt als traditionelle Heilpflanze und wirkt beim Kauen entzündungshemmend sowie reizlindernd.
  • Salbei: Die ätherischen Öle des Salbeis sind antibakteriell, schmerzstillend und entzündungshemmend. In Form von Tee kann er als Mundspülung verwendet werden.

Zusätzlich ist es besonders wichtig, auf eine gute Mundhygiene zu achten. Keinesfalls sollten Sie beispielsweise auf das regelmäßige Putzen der Zähne verzichten. Desinfizierende Mundspülungen unterstützen zudem nicht nur beim Behandeln der Aphten mit Hausmitteln, sondern auch bei der Reinigung des Mundraums.

Aphten neigen zu wiederholtem Auftreten

Die schmerzhaften Bläschen im Mund kehren häufig wieder und werden dann als chronisch rezidivierende Aphten bezeichnet. Sie gehören zu den häufigsten Erkrankungen der Rachen- und Mundschleimhaut.

Die chronische Form tritt meistens im zweiten oder dritten Lebensjahrzehnt auf, wobei Frauen öfter darunter leiden als Männer. Bei älteren Menschen werden chronische Aphten hingegen deutlich seltener festgestellt. 30 bis 40 Prozent der chronisch rezidivierenden Aphten treten familiär gehäuft auf.3,4 , Die Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung liegt bei rund zehn Prozent.5

Interessant: Aphten gehören zu den wenigen Erscheinungen in der Medizin, bei denen Raucher ein wesentlich geringeres Risiko aufweisen als ihre nichtrauchenden Zeitgenossen.

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1Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V.: Aphten. URL: https://www.dha-allergien.de/kurzinfos/aphthen.pdf (21.09.2018).
2Deutsche zahnärztliche Zeitschrift: Aphten und aphtoide Läsionen. URL: https://www.online-dzz.de/media/pdf/DZZ_05_2013/DZZ_05_2013-praxisletter.pdf (21.09.2018).
3Jackowski J, Strietzel F et al. S2k-Leitlinien (Langversion): Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut. AWMF-Registernummer: 007-101. URL: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-101l_S2k_Aphthen_aphthoide-L%C3%A4sionen_2017-03.pdf (November 2016)
4Shohat-Zabarski R, Kalderon S et al. (1992). Close association of HLA-B51 in persons with recurrent aphthous stomatitis. Oral Surg Oral Med Oral Pathol; 74 (4), S.455-458.
5Abeck D. Häufiger Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin; Klinik, Diagnose, Therapie. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 2011, S.15.