Eine Entzündung besser verstehen

Es gibt wohl kaum jemanden, dem der Begriff „Entzündung“ nichts sagt. Wahrscheinlich waren auch die meisten Menschen in ihrem Leben schon einmal von einer Entzündung betroffen. Daher werden Sie vermutlich eine grobe Vorstellung davon haben, um was es sich bei einer Entzündung handelt. Wenn Sie aber einer Entzündung im Körper vorbeugen möchten oder gar den Umgang mit ihr verstehen wollen, sollten Sie sich näher mit Entzündungen auseinandersetzen. Die wichtigsten Informationen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, haben wir im Folgenden für Sie zusammengestellt.

Was genau ist eine Entzündung?

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers, die ihn vor Angriffen von außen und innen schützen soll. Attackiert werden kann der Köper von außen beispielsweise von

  • Bakterien,
  • Viren,
  • Pilzen und
  • Parasiten.

Autoimmunreaktionen, Allergien oder Vergiftungen sind dagegen Beispiele dafür, wie dem Organismus von innen heraus Schaden zugefügt werden kann. Entzündung sind unter anderem auch ein Teil der Immunreaktion des Körpers. Denn der Körper wehrt durch Entzündungen Krankheitserreger ab, repariert verwundetes Gewebe und dämmt Organschäden ein.    

Jede Art von Entzündung im Körper, sei es nun ein entzündeter Lymphknoten oder eine Hautentzündung, ist das Ergebnis einer erhöhten Abwehrbereitschaft des Organismus. Er versucht damit schädigende Einflüsse, zum Beispiel Viren, zu neutralisieren und die körperliche Unversehrtheit, die beispielsweise durch eine oberflächliche Hautverbrennung angegriffen sein kann, wiederherzustellen.

Akute Entzündung versus chronische Entzündung

  • Akute Entzündung: In der Regel nimmt eine Entzündung einen akuten Verlauf. Das heißt, für gewöhnlich dauert sie nicht länger als einige Tage oder Wochen. Akute Entzündungen treten besonders dann auf, wenn sie durch Mikroorganismen wie Bakterien ausgelöst wurden. Beendet wird diese Form der Entzündung meistens durch das Abtöten des Infektionserregers.
  • Chronische Entzündung: Von einer chronischen Entzündung wird dann gesprochen, wenn die Ursache der Entzündung vom Körper nicht beseitigt werden kann oder sich die Immunantwort verselbstständigt (Autoimmunreaktion). Ist dies der Fall, ist der Organismus nicht mehr in der Lage, körpereigene von körperfremden Bestandteilen zu unterscheiden, wodurch es auch zur Herstellung von Antikörpern gegen körpereigene Strukturen kommt; der Organismus arbeitet in diesem Fall gegen sich selbst.    

Behandelt werden Entzündungen oft mit entzündungshemmenden Medikamenten. Diese unterstützen den Körper unter anderem bei der Fieber- und Schmerzbekämpfung. Zudem besitzen sie die Fähigkeit, Entzündungszeichen zu hemmen. Daneben gibt es auch Hausmittel, die sich bewährt haben.

Welche Symptome treten bei einer Entzündung auf?

Wenn ein Arzt herausfinden möchte, ob eine Entzündung im Körper vorhanden ist, prüft er, ob die fünf klassischen Symptome einer Entzündung an der betroffenen Stelle auftreten:

  • Rötung (lateinisch rubor)
  • Schwellung (lateinisch tumor)
  • Schmerz (lateinisch dolor)
  • Überwärmung (lateinisch calor)
  • eingeschränkte Funktion (lateinisch functio laesa)  

Neben diesen „lokalen Entzündungszeichen“ kann es auch zu weiteren Symptomen kommen. Sie sind dabei immer abhängig von der Schwere der Entzündung. Weitere Symptome wären beispielsweise: Fieber, Krankheitsgefühl oder starkes Schwitzen in der Nacht.

Typische Labor-Auffälligkeiten bei Entzündungen

Wenn eine Entzündung im Körper vorhanden ist, sind in der Regel diese Kennzeichen im Labor feststellbar:

  • ein Anstieg des C-reaktiven Proteins (CRP)
  • eine schnellere Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG): Absenkungsgeschwindigkeit der roten Blutkörperchen innerhalb einer Stunde in einem speziellen Rohr
  • eine höhere Leukozytenanzahl im Blut (weiße Blutkörperchen)
  • ein Anstieg der Hormonvorstufe Procalcitonin (PCT)

Um an diese Informationen zu gelangen, werden Blutproben mit einer Spritze entnommen und im Labor ausgewertet. Die Laboruntersuchung wird für gewöhnlich gemacht, um mit einer größeren Wahrscheinlichkeit sagen zu können, dass es sich um eine Entzündung handelt.

Was passiert bei Entzündungen?

Kommt es zu einer Entzündung im Körper, treten bestimmte Kennzeichen am Entzündungsort auf:

  • eine Gefäßerweiterung, besonders an den Kapillaren, den feinsten Verästelungen der Blutgefäße,
  • ein erhöhter Blutdurchfluss,
  • eine verstärkte Permeabilität (Durchlässigkeit) der Gefäßwände, mit Austritt von Blutplasmabestandteilen,
  • eine Adhärenz (Anhänglichkeit) von Leukozyten an Endothelzellen, spezialisierte Zellen, welche die Blutgefäße von innen auskleiden, und
  • ein Eindringen von Leukozyten in das Gewebe.

Zudem zeichnen sich alle Entzündungsreaktionen durch einen erhöhten Einstrom von Leukozyten (weiße Blutkörperchen) in den Ort der Entzündung aus. Diese Blutkörperchen haben unter anderem die Aufgabe, körpereigene und körperfremde Bestandteile zu unterscheiden und Antikörper für das Immunsystem zu bilden. Antikörper sind bestimmte Eiweißmoleküle, die krankheitsverursachende Substanzen wie Bakterien oder Pilze bekämpfen, indem sie sich an diese binden. Leukozyten helfen dem Körper daher dabei, Krankheitserreger und Schadstoffe zu vernichten.

In den meisten Fällen versucht der Körper sich durch eine Entzündung mehr Zeit zu verschaffen, um genügend Antikörper für das Immunsystem produzieren zu können.

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