Schmerzgel oder Schmerztablette? Die Darreichung von Schmerzmitteln

In der Apotheke füllen die verschreibungsfreien Schmerzmittel ganze Regale. Es gibt aber nicht nur zahlreiche verschiedene Wirkstoffe, sondern auch Unterschiede darin, wie man sie anwendet. Sie erhalten neben der Schmerztablette auch Schmerzgele, schmerzlindernde Salben, Tropfen oder Schmerzöle. Wann sollten Sie welche Form der Darreichung wählen?

Übersicht: Gängige Darreichungsarten von Schmerzmitteln

  Einsatz: Verabreichungsform nicht geeignet:
Tablette bei diversen Schmerzen (wie Kopf, Glieder und Rücken) oral (über den Mund) Kinder, Schwangere, Stillende
Lutschtablette Halsschmerzen, Schluckbeschwerden zum Lutschen Kinder (außer spezielle Präparate), Schwangere, Stillende
Kautablette Kopfschmerzen, Rücken-, Muskel- und Gelenkschmerzen zum Kauen Kinder, Schwangere, Stillende
Pflaster bei starken Schmerzen, zum Beispiel nach einem Unfall oder durch eine Krebserkrankung über die Haut Kleinkinder, Schwangere, Stillende
Spritze bei starken Schmerzen, zum Beispiel nach einem Unfall oder durch eine Krebserkrankung, wird vom Arzt verabreicht in Venen, Muskeln oder ins Unterhautfettgewebe Kleinkinder, Schwangere, Stillende
Saft bei Schmerzen (zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung) oral Schwangere, Stillende, je nach Wirkstoff auch nicht für Kinder geeignet
Tropfen bei Schmerzen (zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung) oral Schwangere, Stillende, je nach Wirkstoff auch nicht für Kinder geeignet
Zäpfchen bei Schmerzen (zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung) rektal (wird in den After eingeführt) Schwangere, Stillende
Schmerzsalbe, -gel, -öl bei Sportverletzungen (Verstauchung, Prellung und andere) über die Haut Kleinkinder, Schwangere, Stillende
Granulat wie Tablette, für unterwegs oral Kleinkinder, Schwangere, Stillende

Achtung: Für Schwangere und Stillende sind Schmerzmittel in der Regel nicht geeignet. Es gibt allerdings Ausnahmen. Der Frauenarzt kann mit Ihnen Nutzen und Risiken eines Schmerzmittels abwägen und Ihnen ein geeignetes empfehlen.

Der Klassiker: Die Schmerztablette

Die Tablette gilt als Klassiker unter den Schmerzmitteln. In den wohl meisten deutschen Haushalten finden sich die kleinen runden Helfer mit verschiedenen Wirkstoffen und in unterschiedlicher Dosierung. Sie können bei akuten Kopfschmerzen, aber auch bei Rücken- oder Gelenkbeschwerden Linderung verschaffen. Je nachdem, in welcher chemischen Form der Wirkstoff in der Tablette vorliegt, kann er schnell oder eher langsam (retardiert) ins Blut abgegeben werden und demnach gegen akute Beschwerden oder bei anhaltenden Schmerzen helfen.

Viele Tabletten sind mit einem Film überzogen, der das Schlucken erleichtern soll. Die Einnahmeempfehlung kann sich von Produkt zu Produkt unterscheiden, daher lesen Sie am besten vorab die Packungsbeilage. Meist wird empfohlen, die Mittel mit etwas Wasser unzerkaut hinunterzuspülen. Außerdem sollten Sie das Schmerzmittel nicht auf nüchternen Magen einnehmen, da sonst Nebenwirkungen wie Magenschmerzen drohen.

Schnelle Hilfe bei Schmerzen – für unterwegs

Wenn Schmerzen unerwartet zuschlagen, ist schnelle Hilfe nötig. Sind Sie gerade unterwegs und haben kein Wasser zur Hand, sind Schmerzmittel in Form von Granulat eine praktische Option. Das Granulat ist meist in einem Beutel verpackt und wird direkt in den Mund gegeben. Dort löst es sich auf.

Wann helfen Schmerzmittel als Tropfen?

Besonders Kleinkinder tun sich mit dem Schlucken von Tabletten schwer. Deshalb sind viele Schmerzmittel für Kinder in Form von Tropfen oder Saft erhältlich. Die Einnahme fällt hier leichter: Tropfen können entweder in einem Getränk aufgelöst oder auf einem Löffel verabreicht werden. Auch hier gibt es aber Unterschiede bei einzelnen Produkten – lesen Sie daher immer die Packungsbeilage. Ein weiterer Vorteil der flüssigen Schmerzmittel ist, dass der Wirkstoff bereits gelöst vorliegt und somit schneller wirken kann. Das Kind muss daher nicht lange auf das Einsetzen einer Besserung warten. Neben Tropfen sind übrigens auch Zäpfchen für Kinder geeignet.

Wichtig für Eltern:

Bevor Sie Ihrem Sprössling Schmerzmittel – egal ob als Tropfen oder Zäpfchen – verabreichen, sollten Sie jedoch immer Rücksprache mit Ihrem Kinderarzt halten. Denn die Dosierung muss nach Alter und Gewicht des Kindes berechnet werden. Nur so ist sicher, dass der Kinderkörper keine zu hohe Dosis Schmerztropfen erhält.

Schmerzmittel zur lokalen Anwendung: Schmerzgel & Co.

Verletzungen beim Sport wie Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen verursachen Schmerzen und sollten so schnell wie möglich behandelt werden. Denn je schneller Sie Maßnahmen treffen, desto eher lassen sich unerwünschte Folgen in Grenzen halten. Mittel der Wahl bei Sportverletzungen sind Schmerzgels und -cremes mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac, die direkt auf die lädierte Stelle aufgetragen werden können. Die schmerzlindernden Gels und Schmerzsalben können genau dort helfen, wo es wehtut, nämlich an schmerzenden Muskeln, Sehnen oder Gelenken. Der Wirkstoff wird dabei kaum ins Blut aufgenommen, sondern reichert sich vor allem im entzündeten Gewebe an. Außerdem kühlt das Gel und kann dafür sorgen, dass Schwellung und Blutergüsse kleiner ausfallen.

Ein Vorteil der schmerzlindernden Salben oder Gels ist, dass sie im Gegensatz zu Tabletten nicht den Verdauungstrakt passieren und daher keine Nebenwirkungen in Magen und Darm verursachen.

Schmerzöle mit natürlichen Inhaltsstoffen

Neben Schmerzsalben und -gelen gibt es im Handel auch Schmerzöle. Diese basieren meist auf pflanzlichen Inhaltsstoffen wie Lavendel und dem Blauen Eisenhut. Die pflanzlichen Öle sollen Muskelverspannungen, zum Beispiel im Nacken oder Rücken, lösen sowie Nervenschmerzen lindern. Die Schmerzöle können mehrmals am Tag auf betroffene Stellen einmassiert werden und sind auch für Kinder ab sechs Jahren, Schwangere und Stillende geeignet.

Kombinationspräparate

Neben den lokal anwendbaren Präparaten wie Schmerzgele, -salben und Schmerzöle, helfen einige Schmerzmittel auch gegen die Beschwerden einer Erkältung wie Halsschmerzen, Fieber oder Gliederschmerzen. Im Sortiment der leichten Schmerzmittel erhalten Sie neben Kombinationspräparaten gegen Erkältungssymptome auch Komplexe gegen Kopfschmerzen.

Einige Produkte enthalten neben einem Schmerzwirkstoff zum Beispiel:

  • Vitamin C (unterstützt das Immunsystem bei grippalen Infekten)
  • Pseudoephedrin (ein Wirkstoff, der dazu beiträgt, dass bei Schnupfen die Schleimhäute abschwellen)
  • Koffein (der schmerzstillende Wirkstoff kann schneller ins Blut gelangen und damit auch rascher wirken)

Manche Mittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen, wie zum Beispiel als Tablette, Brausetablette oder Granulat zum Auflösen in Wasser.

Die Hauptwirkung der Kombipräparate kommt allerdings durch einen Wirkstoff wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen zustande, der Schmerzen und Entzündungen lindern und Fieber senken kann. Außerdem gibt es Schmerzmittel, die unterschiedliche schmerzlindernde Wirkstoffe kombinieren, um eine bessere Wirkung zu erzielen.

Das interessierte andere Leser:

Zu den Schmerzmitteln >>

Wann welches Schmerzmittel? Der Vergleich >>

Aspirin®-Produkte im ÜberblickAnzeige>>