Ursachen und Auslöser einer Migräne

Bislang ist noch nicht vollständig verstanden, was die Auslöser und Ursachen einer Migräne betrifft, da sich die Migräne von Patient zu Patient auch unterscheidet. Wichtig ist, bei der Diskussion über Migräne die Ursachen, also wie eine Migräne entsteht, klar von möglichen Auslösefaktoren (Trigger) zu trennen. Das Erkennen der persönlichen Trigger hilft beim Versuch, sie gezielt zu vermeiden.

Wie entsteht Migräne – die Ursachen

Die genauen Ursachen einer Migräne sind noch unbekannt, es gibt verschiedene Hypothesen: Experten vermuten, dass eine Kombination aus genetischen Anlagen und Umweltfaktoren bei der Entstehung von Migräne eine Rolle spielt. Es könnte aber auch eine Überaktivität im Hirnstamm auf einen der Hirnnerven, den Trigeminusnerv, wirken. Diese Übererregung würde dazu führen, dass der Trigeminusnerv sogenannte Neuropeptide (chemische Verbindungen, die als Botenstoffe von Nervenzellen freigesetzt werden) ausschüttet, die zu den Hirnhäuten wandern und dort Schmerz auslösen. Schlüssige Beweise für diese Hypothese hat man allerdings noch nicht.

Die Migränetrigger

Auch wenn man noch nicht weiß, was eine Migräne verursacht, so kennt man doch eine Reihe von Migräneauslösern oder Migränetriggern, die zu einem Anfall führen können. Migränetrigger sind für jeden Migränepatienten spezifisch und es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Patient auf mehrere verschiedene Migränetrigger anspricht. Ein paar Beispiele:

Migräne durch Wetterumschwung

In einer Umfrage gaben 82 Prozent der Migränepatienten an, auf Umschläge des Wetters mit Migräne zu reagieren.1 Dabei scheint vor allem der starke Anstieg oder Abfall des Luftdrucks für die Migräne verantwortlich zu sein. Berüchtigte Migränetrigger sind zum Beispiel die Fön-Wetterlagen im Alpenvorland.

Migräne durch Stress

Andauernder mentaler Stress kann Migräneanfälle auslösen, wobei der Stress sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Hause entstehen kann. Migräne durch Stress – nicht ungewöhnlich: Bei einer Befragung von 200 Migränikern gaben 77 Prozent an, dass sie bei sich persönlich physischen oder psychischen Stress als Triggerfaktor erkannt hätten.2

Hormonelle Veränderungen bei Frauen

Bei vielen Frauen scheinen Schwankungen im Östrogen-Haushalt Kopfschmerzen oder auch Migräneattacken auszulösen, vor allem unmittelbar vor oder während der Periode, wenn die Östrogenkonzentration plötzlich stark absinkt. Bei anderen erhöht sich das Risiko für Migräneanfälle während der Schwangerschaft oder in der Menopause. Auch Hormonpräparate, wie die Antibabypille oder Hormonersatzpräparate können Migräne verschlimmern – bei anderen Frauen werden Migräneattacken unter diesen Medikamenten allerdings seltener (siehe dazu auch den Text zu hormoneller Migräne).

Migräne durch Lebensmittel

Verschiedene Lebensmittel können Migräneattacken auslösen. Dazu gehören vor allem salzige und lange gereifte Nahrungsmittel, wie reifer Käse oder Salami, aber auch stark verarbeitete Nahrungsmittel (zum Beispiel versehen mit Farb-, Konservierungsstoffen und Aromen). Als Migränetrigger gelten auch alkoholische Getränke, besonders Wein, und stark koffeinhaltige Getränke. Außerdem sind kritisch: Süßstoffe wie Aspartam oder Geschmacksverstärker wie Glutamat.

Auch Fasten oder ein stärkerer Abfall des Blutzuckerspiegels, zum Beispiel durch Auslassen einer Mahlzeit oder körperliche Anstrengung, kann Migräneattacken auslösen.

Medikamente als Migränetrigger

Auch einige Arzneimittel können Migräneanfälle auslösen. Dazu gehören vor allem orale Verhütungsmittel und Hormonersatzpräparate, aber auch gefäßerweiternde Medikamente, wie Nitroglycerin, können Migränetrigger sein.

Migränetrigger: Weitere Schlüsselreize

Neben dem Wetter, Stress, hormonellen Veränderungen und Lebensmitteln gibt es weitere Migränefaktoren, die eine Migräne auslösen können:

  • Licht-, Geräusch- und Geruchsreize: helles Licht (blendende Sonne, Lichtblitze), laute Geräusche und starke Gerüche (Parfüm, Lösungsmittel, Passivrauchen)
  • Änderungen im Wach-Schlaf-Rhythmus (Schlafmangel, übermäßiger Schlaf, Jetlag)
  • Medikamente (zum Beispiel orale Verhütungsmittel und Hormonersatzpräparate, gefäßerweiternde Medikamente wie Nitroglycerin)

Auch eine starke körperliche Belastung, zum Beispiel im Sport oder beim Geschlechtsverkehr, ist ein typischer Migränetrigger.

Hilfreiche Tipps

Die beste Methode, um mit Migräneauslösern umzugehen, ist es eine Liste der persönlichen Migränetrigger zu erstellen. Dazu sollten Sie ein Migränetagebuch führen, in dem Sie detaillierte Informationen über jeden Migräneanfall aufzeichnen. Wenn Sie das sorgfältig machen, werden Sie bald herausfinden, welche Situationen und Faktoren bei Ihnen zu einer Migräneattacke führen können. Dann können Sie diese Situationen entweder ganz vermeiden oder Sie können bereits sehr früh mit Gegenmaßnahmen beginnen.

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1 National Headache Foundation. URL: http://www.headaches.org/headache-fact-sheets/ (11.08.2017).
2 Headache, the journal of head and face pain. URL: http://www.headachejournal.org/SpringboardWebApp/userfiles/headache/file/Migraine%20Triggers_German.pdf (21.09.2017).