Anzeichen einer Migräne erkennen

Migräne ist meist mit pulsierenden Kopfschmerzen verbunden, die oft nur auf einer Seite des Kopfes auftreten. Sowohl Auslöser als auch Symptome variieren von Patient zu Patient. Beispielsweise können körperliche Aktivität, Licht und Lärm die Kopfschmerzattacken begünstigen oder verstärken.

Migräne Anzeichen

Woran können Sie erkennen, dass Sie unter Migräne leiden? Sieben Anzeichen, die auf Migräne hindeuten:

  1. Kopfschmerzen: Diese sind bei der Migräne meist einseitig, pulsierend-pochend.
  2. Aura: 10 bis 15 Prozent der Migränepatienten haben zu Beginn einer Attacke eine sogenannte Aura.1 Das ist häufig gekennzeichnet durch visuelle Symptome wie flackernde Lichtpunkte oder Lichtblitze im Blickfeld, die vor der Haupt-Kopfschmerzphase auftreten und zwischen fünf und 60 Minuten anhalten können.2
  3. Schlafprobleme: Schlafen Sie abends schlecht ein oder wachen Sie wie gerädert auf? Schlafprobleme und Migräne sind miteinander verbunden, und zwar wechselseitig. Migräne führt zu Schlafschwierigkeiten und Schlafmangel fördert Migräne.
  4. Gähnen: Auch häufiges Gähnen kann ein Vorzeichen eines Migräneanfalls sein. Es ist intensiver als das übliche „Müdigkeitsgähnen“ und kann alle paar Minuten auftreten.
  5. Taubheitsgefühl und Kribbeln: Einige Migräne-Patienten haben eine sogenannte sensorische Aura. Das heißt, sie empfinden zeitweise und typischerweise nur auf einer Hälfte des Körpers ein Taubheitsgefühl oder auch ein „Ameisenlaufen“ von den Fingerspitzen ausgehend, den Arm hinauf bis ins Gesicht.
  6. Übelkeit und Erbrechen: Etwa 80 Prozent der Migräne-Patienten empfinden während einer Attacke Übelkeit und etwa 40 bis 50 Prozent muss sich sogar übergeben.3
  7. Licht, Lärm, Gerüche oder körperliche Aktivität: All das können Auslöser eines Migräneanfalls sein oder die Schmerzen verschlimmern. Ein weiteres Anzeichen, das auf eine Migräne hindeutet, ist es daher, wenn Betroffene das Bedürfnis haben, sich während einer Migräneattacke in einen dunklen, ruhigen Raum zurückzuziehen und sich hinzulegen.

Es gibt viele Migränearten mit zum Teil unterschiedlichen Symptomen. Könnten Sie tatsächlich an Migräne leiden oder ist eine andere Kopfschmerzart für Ihre Beschwerden verantwortlich? Haben Sie schon unseren Migräne-Test gemacht? Er bietet eine Orientierungshilfe. Doch: Der Test ersetzt nicht das Gespräch mit dem Arzt!

Migräneauslöser

Die Auslöser für eine Migräneattacke können recht vielfältig sein und sind bei jedem Patienten unterschiedlich:

  • hormonelle Veränderungen bei Frauen (Regelblutung, Schwangerschaft)
  • Nahrungsmittel (Käse, Salziges)
  • Nahrungsmittelzusätze und Geschmacksverstärker, wie Aspartam-Süßstoff und Glutamat
  • Getränke (Alkohol, vor allem Wein, und Getränke mit hohem Koffeingehalt)
  • Stress (Zuhause oder im Beruf)
  • helles Licht, laute Geräusche und Gerüche (Parfüm, Lösungsmittel und Zigarettenrauch)
  • Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus (Schlafmangel oder zu viel Schlaf)
  • körperliche Anstrengung (Sport)
  • Umweltveränderungen (Wetter- oder Luftdruckänderungen)

Aber auch Arzneimittel, zum Beispiel zur hormonellen Empfängnisverhütung oder Gefäßerweiterung, können eine Migräneattacke begünstigen.

Was Ihre individuellen Migräneauslöser sind, können Sie am besten herausfinden, wenn Sie ein Kopfschmerztagebuch führen.

Migräne Diagnose

Migräne ist eine häufige Kopfschmerzart, aber Migräne ist mehr als Kopfschmerzen. Die verbreitete Ansicht, leichte Kopfschmerzen seien Kopfschmerzen und schwere seien Migräne, stimmt so nicht. Bei Migräne kommen zu den Kopfschmerzen (die nicht einmal unbedingt vorhanden sein müssen) häufig noch andere Symptome hinzu, zum Beispiel Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer Migräne zu leiden, wenden Sie sich am besten an Ihren Hausarzt oder einen Neurologen. Er wird anhand Ihrer medizinischen Vorgeschichte und Symptome sowie einer physischen und neurologischen Untersuchung eine Migräne Diagnose stellen. Welche Informationen benötigt der Arzt von Ihnen?

  • Sie sollten die Art des Schmerzes möglichst genau beschreiben (zum Beispiel pulsierend-pochend oder dumpf-drückend).
  • Schildern Sie die Begleiterscheinungen zu Ihren Kopfschmerzen.
  • Wann treten die Kopfschmerzen auf? Gibt es Migräne Auslöser?
  • Beschreiben Sie den zeitlichen Verlauf Ihrer Kopfschmerzen (Wie oft treten sie auf? Wie lange dauern sie?)

Gegebenenfalls wird der Arzt weitere Tests durchführen, zum Beispiel:

  • Bluttests: Sie werden durchgeführt, um Probleme mit den Blutgefäßen, dem Rückenmark und Gehirn oder Infektionen auszuschließen.
  • bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomografie (CT): Der Arzt kann damit sicherstellen, dass keine anderen Erkrankungen wie Tumore, Schlaganfälle, Gehirnblutungen und andere krankhafte Veränderungen von Gehirn und Nervensystem für die Beschwerden verantwortlich sind.

Um Migräne Anzeichen zu erkennen, zu diagnostizieren und später auch für das Migräne-Management, das heißt zum Beispiel zur Identifikation und Vermeidung von Migräne-Auslösern, ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs sinnvoll.

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1 Neurologen und Psychiater im Netz. URL: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/migraene/was-ist-migraene/ (20.11.2017).
2 Totzeck, A. & Diener, H.C. (2016): Migräne. In: Gaul, C. & Diener H.C. (Hrsg.): Kopfschmerzen. Stuttgart: Georg Thieme Verlag. S. 59.
3 Neurologen und Psychiater im Netz. URL: https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/migraene/krankheitsbild/ (20.11.2017).