Mit Akupressur Kopfschmerzen „wegdrücken“ – geht das?

Akupressur ist ein Verfahren, das aus der chinesischen beziehungsweise japanischen Heilkunde stammt. Ebenso wie Homöopathie und Akupunktur wird die Akupressur zu den natürlichen Mitteln gegen Kopfschmerzen gezählt. Wie genau Akupressur Kopfschmerzen lindern kann, ob Homöopathie und Akupunktur bei Kopfschmerzen helfen – all das erfahren Sie in diesem Artikel.

Fit auf Fingerdruck – Akupressur bei Kopfschmerzen

Instinktiv macht es der Laie bereits richtig: In der Hoffnung auf Schmerzlinderung berührt er Körperstellen, die weh tun, zum Beispiel die Schläfen bei Kopfschmerzen, und massiert diese Bereiche sanft. Wer jedoch nach den Lehren der Akupressur bei Kopfschmerzen arbeitet, geht gezielter an die Sache heran: Von Verfechtern der Heilmethode wird angenommen, dass die Lebensenergie (das Qi) in festgelegten Leitbahnen (Meridianen) im Körper fließt. Es gibt zwölf Hauptmeridiane und zahlreiche Sondermeridiane, auf denen insgesamt circa 400 Akupressurpunkte liegen. Jeder der Hauptmeridiane durchfließt ein Organ oder eine Organgruppe. Ist ein Meridian blockiert, kann das Qi nicht mehr ungehindert fließen. Das verbundene Organ wird dadurch beeinträchtigt, der Mensch kann erkranken. Viele reagieren zum Beispiel mit Kopfschmerzen auf eine Störung des Energieflusses.

Mit Akupressur wird versucht, die energetische Disharmonie in den Meridianen zu beheben. Dazu werden bestimmte Akupressur- beziehungsweise Schmerzpunkte mit der Fingerkuppe von Daumen, Zeige- oder Mittelfinger gedrückt. Auch eine sanfte kreisförmige Massage der Punkte ist möglich. Um zu lernen, wo die Punkte der Akupressur gegen Kopfschmerzen liegen und wie genau sie am besten aktiviert werden, ist ein Kurs hilfreich, der von ausgebildeten Fachkräften durchgeführt wird. Die Kosten für eine professionelle Akupressur-Behandlung werden allerdings nicht von den Krankenkassen übernommen.

Akupunktur: Kopfschmerzen mit Nadelstichen lindern

Akupunktur – auch bei diesem natürlichen Mittel gegen Kopfschmerzen geht es darum, den gestörten Energiefluss zu regulieren und zu normalisieren. Der Akupunkteur sticht feine sterile und unterschiedlich lange Einmalnadeln in vorher genau definierte Punkte des Körpers.

Die Akupunkturpunkte liegen entweder

  • auf besonderen Muskelschmerzpunkten oder
  • an bestimmten Durchtrittsstellen von Nerven-, Gefäß- und Muskelendpunkten in der Haut.

Wissenschaftler, die die Gate-Control-Theorie vertreten, vermuten, dass die Nadelreize den Schmerz indirekt beeinflussen, indem sie die Nervensignal-Überträgerstoffe im Rückenmark hemmen, die normalerweise Schmerzen an das Gehirn weiterleiten. Zudem würden dank der Akupunkturnadeln und der dadurch entstehenden Nervenreize körpereigene, schmerzlindernde Endorphine ausgeschüttet. Allerdings muss erwähnt werden, dass es wissenschaftliche Studien gibt, die zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, was die Wirkung von Akupunktur gegen Kopfschmerzen betrifft.



Übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten?

Bereits seit 2007 werden die Kosten der Akupunktur-Behandlung bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei Kniegelenkarthrose (Gelenkverschleiß) übernommen. Manchmal tragen die Krankenkassen auch die Kosten für andere Therapiebereiche, zum Beispiel bei Kopfschmerzen, oder sie beteiligen sich mit Zuschüssen im Rahmen ihrer Bonusprogramme an einer Akupunkturbehandlung. Ob das in Ihrem Fall zutrifft, besprechen Sie bitte direkt mit Ihrer Krankenkasse – pauschale Aussagen zur Kostenübernahme und der Akupunktur bei Kopfschmerzen können nicht getroffen werden.

Homöopathie bei Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind extrem vielseitig. Es gibt unterschiedliche

  • Lokalisationen (zum Beispiel Stirn, Hinterkopf),
  • Schmerzarten (unter anderem stechend, bohrend oder pulsierend) und
  • Ursachen (wie Schlafmangel oder ein fieberhafter Infekt).

Bei der Anwendung von Homöopathie bei Kopfschmerzen ist die Ursache und die Art des Schmerzes entscheidend. Allem voran steht also die Beobachtung, wann und wie genau sich die Schmerzen äußern.

Eine kleine Auswahl homöopathischer natürlicher Mittel gegen Kopfschmerzen:

  • Cocculus (Kokkelskörner, Früchte einer im südasiatischen Raum wachsenden Schlingpflanze): bei Kopfschmerzen durch Überarbeitung und Schlafmangel
  • Nux vomica (Brechnuss): bei Spannungskopfschmerzen morgens nach dem Aufstehen, nach hohem Nikotin- und Alkoholgenuss
  • Silicea (Kieselsäure): bei Kopfschmerzen, die vom Nacken in den Hinterkopf und bis zu den Augen ziehen
  • Ignatia (Ignatiusbohne): bei Kummer, wanderndem Schmerz, Schläfenschmerz
  • Belladonna (Tollkirsche): bei Kopfschmerzen, die sich verschlechtern, sobald der Kopf kalt wird

Homöopathie – was ist das eigentlich?

Homöopathie ist die Behandlung mit Naturstoffen in kleinsten Dosen nach der Lehre von Samuel Hahnemann. In der alternativmedizinischen Behandlungsmethode wird davon ausgegangen, dass diejenigen Stoffe, die eine Krankheit auslösen, sie auch heilen können, wenn sie in sehr kleinen Mengen verabreicht werden. Was die Wirksamkeit von Homöopathie betrifft, gibt es in der Gesellschaft durchaus geteilte Meinungen: Diejenigen, die begeistert sind von homöopathischen Anwendungen, stehen denjenigen gegenüber, die die Ansicht vertreten, homöopathische Mittel würden nicht mehr helfen als Scheinmedikamente, sogenannte Placebos.

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