Nach dem Kater: Übelkeit, Schwindel, Durst – die Symptome

Noch bevor man die Augen richtig geöffnet hat, ist bereits klar: Der feuchtfröhliche Abend am Vortag hat Spuren hinterlassen. Der Schädel brummt und zu allgemeinem Unwohlsein gesellt sich auch noch ein flaues Gefühl im Magen – typische Kater-Symptome. Erfahren Sie, welche Symptome Sie bei einem Kater neben Übelkeit noch erwarten können.

Auf den ersten Blick paradox: Alkohol macht durstig

Obwohl der Körper während einer durchzechten Nacht mit Flüssigkeit in Form von Bier, Wein oder Cocktails versorgt worden ist, fühlen sich Betroffene am nächsten Tag häufig so, als wäre ihre Kehle ausgetrocknet: Der Nachdurst (auch Brand) ist eine Auswirkung des übermäßigen Alkoholkonsums.

Der Grund: Alkohol hemmt die Ausschüttung des Hormons Vasopressin, das für die Flüssigkeitsregulierung im Körper zuständig ist. In der Folge kommt es durch die erhöhte Urinausscheidung zu einem Flüssigkeitsdefizit – sowie zum Verlust wichtiger Mineralien und Elektrolyte wie Kalzium, Natrium oder Kalium. Der Körper macht anschließend durch ein starkes Durstgefühl auf sich aufmerksam. Wasser und Gemüsebrühe bieten sich an, um die Flüssigkeitsvorräte im Körper wieder aufzufüllen.

Unser Tipp

Trinken Sie nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser. So sorgen Sie dafür, dass der Körper nicht zu stark entwässert wird und das Blut dünnflüssiger bleibt, was Kopfschmerzen und weiteren Kater-Symptomen vorbeugt.

Kater und Übelkeit

Zu viel Alkohol kann ganz schön auf den Magen schlagen, ein flaues Gefühl in der Magengegend ist dabei noch die harmloseste Auswirkung: Bei ausuferndem Alkoholgenuss ist sogar eine Schwächung der Magenschleimhaut denkbar, die eine akute Magenschleimhautentzündung (Gastritis) auslösen kann.

Eigentlich ist die Magenschleimhaut ziemlich robust – schließlich ist sie jeden Tag mit der aggressiven Magensäure konfrontiert, die hilft, die Nahrung zu zersetzen. Weil sie täglich von der Magensäure angegriffen wird, muss sie sich alle paar Tage erneuern. Alleine dieser ständige Erneuerungsprozess verlangt der Magenschleimhaut einiges ab. Kommen nun auch noch zusätzliche, schädliche Einflüsse wie große Mengen an Alkohol hinzu, steckt sie das nicht mehr so leicht weg.

Hinzu kommt: Getränke mit einem Alkoholanteil von bis zu zehn Prozent, vor allem Bier mit seinen Malzanteilen, fördern die Produktion von Magensäure – zu viel für die Magenschleimhaut. Der Körper reagiert bei einem Kater also mit Übelkeit, um zu signalisieren: „Das reicht nun wirklich.“ Erbrechen ist ein weiteres Symptom bei einem Kater und der Versuch des Körpers, den Alkohol so schnell wie möglich wieder aus dem Körper zu befördern.

Unser Tipp

Verzichten Sie bei katerbedingter Übelkeit und einem gereizten Magen auf säurehaltige Getränke wie Orangensaft oder Kaffee. Entgegen der landläufigen Meinung, das im Kaffee enthaltene Koffein wäre Auslöser für die Magenbeschwerden, ist vielmehr die Art und Dauer der Kaffeeröstung entscheidend. Erst bei einer gewissen Röstdauer reduziert sich die enthaltene Chlorogensäue, die den aufgrund des Katers ohnehin schon angeschlagenen Magens noch zusätzlich reizen kann.

Weitere Kater-Symptome: Müdigkeit und Abgeschlagenheit

Alkohol lässt vor allem das Durchschlafen zum Problem werden. Nachdem der Alkohol den Weg in den Schlaf geebnet hat, treten in der zweiten Nachthälfte vermehrt Wachphasen auf, wodurch der Schlaf unterbrochen wird. Kein Wunder, dass man sich am nächsten Morgen müde und abgeschlagen fühlt.

Unser Tipp

Um die Müdigkeit aus den Knochen zu vertreiben und den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen, hilft ein Spaziergang an der frischen Luft. Bewegung beschleunigt zudem den Abbau von Alkohol.

Durchfall durch Alkohol – die Zusammenhänge

Wässriger Stuhl resultiert aus einer Störung der Flüssigkeitsaufnahme: Alkohol fördert das Auftreten von Durchfall (Diarrhö), da er die Aufnahme von Flüssigkeit und Natrium in den Dünndarm hemmt.

Doch wann spricht man von Durchfall? Dafür sprechen folgende Anzeichen:

  • häufiger Stuhlgang (dreimal täglich oder öfter)
  • verkürzte Darmpassagezeit der Nahrung
  • erhöhte Stuhlmenge
  • gesteigerter Flüssigkeitsgehalt des Stuhls

Trotzdem sollte bei Durchfall auch immer an eine mögliche infektiöse Ursache gedacht werden. Ein Arztbesuch ist anzuraten, wenn die Beschwerden länger als ein bis zwei Tage anhalten, da der Körper bei Durchfall sehr viel Flüssigkeit sowie wichtige Mineralien und Elektrolyte verliert.

Unser Tipp

Damit sich die Verdauung so schnell wie möglich wieder einspielt, empfiehlt es sich, einen geriebenen Apfel zu essen. Der Apfel enthält Pektin (Gruppe der sogenannten löslichen Ballaststoffe), das eine Schutzschicht an der Darmwand erzeugt sowie als Quellstoff fungiert, der das überschüssige Wasser im Darm aufsaugt. Auch mit einer pürierten Banane, Zwieback und Reis sollte sich das Kater-Symptom Durchfall zügig in den Griff bekommen lassen.

Das interessierte andere Leser:

Wie entsteht ein Kater? >>

Katersymptome behandeln >>

Aspirin® Effect: Mehr wissenAnzeige>>