Häufige Ursachen von Gliederschmerzen

Gliederschmerzen lassen sich einteilen in akute und in chronische Gliederschmerzen, außerdem in Schmerzen, die nur Arme / Beine oder alle Glieder betreffen. Als Ursachen für Gliederschmerzen kommen neben Grippe viele verschiedene Erkrankungen in Betracht. Verschaffen Sie sich einen Überblick.

Gliederschmerzen bei Grippe und anderen Infektionen

Wenn Arme und Beine gleichzeitig wehtun, und die Gliederschmerzen mit Fieber einhergehen, ist die Ursache meist eine starke Erkältung oder Grippe. Auch andere Infektionskrankheiten, beispielsweise Masern, Mumps oder die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommen als Ursache für Gliederschmerzen infrage.


Osteoporose als Ursache von Gliederschmerzen

Die Osteoporose ist eine Knochenerkrankung, die durch den Abbau von Knochensubstanz und eine verschlechterte Knochenstruktur charakterisiert ist. Dadurch werden nicht nur die Knochen sehr brüchig, es treten auch Gliederschmerzen auf. Eine Osteoporose entwickelt sich vor allem bei Frauen nach der Menopause. Zusätzliche Risikofaktoren sind familiäre Veranlagung, Bewegungsmangel sowie falsche Ernährung.

Degenerative und entzündliche Erkrankungen der Gelenke

Besonders häufig leiden Patienten einer entzündlichen und durch Verschleiß bedingten (degenerativen) Erkrankung unter Gliederschmerzen. Vielen fällt hierzu der Begriff „Rheuma“ ein. Rheuma ist jedoch nicht gleich Rheuma – hinter dem Begriff verbergen sich circa 300 unterschiedliche Erkrankungen mit diversen Ursachen und Ausprägungen. Diese Rheuma-Erkrankungen können Ursachen von Gliederschmerzen sein:

  • Arthrose: Diese vor allem bei älteren Patienten sehr häufige Gelenkerkrankung ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Zerstörung der Knorpelschicht der Gelenke, wobei auch angrenzende Strukturen wie Knochen, Muskeln und Bänder geschädigt werden können. All das verursacht Gliederschmerzen an den betroffenen Extremitäten. Als Risikofaktoren gelten höheres Alter, genetische Veranlagung oder Über- und Fehlbelastung der Gelenke, zum Beispiel nach Verletzungen und Unfällen, durch Übergewicht ober bei angeborenen Fehlstellungen.
  • Rheumatoide Arthritis: Unter dem Begriff Arthritis versteht man Entzündungen eines oder mehrerer Gelenke, die Folge einer Autoimmunerkrankung sind, bei denen das Immunsystem nicht mehr zwischen körpereigenen und -fremden Zellen unterscheiden kann. Die Arthritis verläuft meist schubweise und kann chronische Gliederschmerzen verursachen, was die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränkt. Auch von der Arthritis sind ältere Frauen am häufigsten betroffen. Weitere Risikofaktoren sind genetische Veranlagung und Rauchen.
  • Spondylarthropathien: Hierbei handelt es sich um Entzündungen der Wirbelsäule. Bei der chronisch verlaufenden entzündlich-rheumatischen Erkrankung Morbus Bechterew zum Beispiel verknöchern die Fortsätze der Wirbelkörper, was zu gravierenden Verkrümmungen und Schmerzen in der Wirbelsäule führt und auch mit Gliederschmerzen einhergehen kann.
  • Tendomyopathien: Dabei handelt es sich um eine häufige rheumatische Erkrankung, die mit Schmerzen der Muskulatur und des Bindegewebes verbunden ist. Typisch sind kleine Verhärtungen der Muskulatur mit Gliederschmerzen.

Die Gliederschmerzen durch diese rheumatischen Erkrankungen werden schleichend über Wochen und Monate stärker. Nehmen Sie chronische Gliederschmerzen immer ernst und konsultieren Sie so bald als möglich einen Arzt. Dieser kann durch Untersuchungen herausfinden, was Ihnen fehlt und die Gliederschmerzen durch eine geeignete Behandlung lindern.

Akuter Kreuzschmerz, zum Beispiel Ischias

Auch Wirbelsäulenprobleme können die Ursache von Gliederschmerzen sein, und zwar in den Armen, wenn die Halswirbelsäule betroffen ist, oder in den Beinen, wenn das Problem in der unteren Wirbelsäule liegt; dabei können die Schmerzen ein- oder beidseitig auftreten. Häufig liegt eine Irritation, eine krankhafte Reizung durch Muskelverspannung oder andere mechanische Ursachen des Ischiasnerven zugrunde. Die Schmerzen können dann vom Gesäß bis ins Bein ausstrahlen, das der Ischiasnerv versorgt.

Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung

Vor allem nach einseitigen Belastungen oder bei orthopädischen Fehlstellungen treten Entzündungen

  • der Sehnen und/oder
  • der Hüllen um die Sehnen, den sogenannten Sehnenscheiden, auf.

Diese können sehr starke Schmerzen in den Gliedern hervorrufen und bei andauernder Belastung auch chronisch werden. Häufig betroffen sind vor allem die Sehnen des Unterarms, des äußeren Oberschenkels, des Knies (Kniebeugesehnen) oder des Unterschenkels (Achillessehne).

Tumorerkrankungen als mögliche Ursache von Gliederschmerzen

Schmerzende Glieder können – wenn auch selten – ein Symptom von Krebserkrankungen sein. Entweder verdrängt der Tumor umliegendes Gewebe, was die Schmerzen verursacht oder er drückt auf Nerven. 

Nervenschmerzen (Neuralgien)

Unter Neuralgien versteht man Schmerzen, die durch Schädigungen von peripheren Nerven entstehen, also von Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Sind viele Nerven betroffen, spricht man von einer Polyneuropathie, die generalisierte, also den ganzen Körper betreffende Gliederschmerzen auslösen kann. Nervenschädigungen können verursacht werden durch:

  • eine Stoffwechselerkrankung (wie Diabetes mellitus, starker Alkoholmissbrauch, schwere Schädigung der Nierenfunktion),
  • Entzündungen (zum Beispiel Herpes-Zoster-Infektion),
  • mechanische Beschädigung des Nerven (wie beim Bandscheibenvorfall)

Typisch für Neuralgien sind heftige, bei Herpes-Zoster-Neuralgien besonders heftige, ziehend-reißende Gliederschmerzen in Armen und Beinen. Wie sich Gliederschmerzen noch bemerkbar machen, lesen Sie hier.

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen, sogenannte Ischämien in den Extremitäten, können mit starken Gliederschmerzen verbunden sein. Dabei verursachen entweder Embolien (in Arterien) oder Thrombosen (in Venen) den Verschluss der Blutgefäße. Die dadurch verminderte oder ganz zum Erliegen kommende Durchblutung führt zu plötzlich auftretenden, sehr intensiven Schmerzen im betroffenen Arm oder Bein, die über Minuten, Stunden oder Tage immer stärker und quälender werden. Normalerweise schwillt das betroffene Körperteil an, verfärbt sich bläulich und reagiert empfindlich auf Druck. Suchen Sie beim Verdacht auf eine Durchblutungsstörung sofort ärztliche Hilfe auf.

Muskelverletzungen als Ursachen für Gliederschmerzen

Auch Muskelverletzungen durch Überbeanspruchung, Sport- oder andere Verletzungen können akute Gliederschmerzen verursachen. Typische Ursachen sind Muskelfaserrisse, Verspannungen der Muskeln oder Entzündungen der Sehnen (in Schulter, Unterarm oder Achillessehne).

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