Kopf- und Gliederschmerzen als Symptom vieler Erkrankungen

Wie manche Arten von Kopfschmerzen auch, sind Gliederschmerzen keine Erkrankung, sondern vielmehr das Symptom mehrerer Erkrankungen. Was die ziehenden oder reißenden Gliederschmerzen in Armen und Beinen kennzeichnet und was sie auslösen kann, erfahren Sie hier.

Die Symptome von Gliederschmerzen

Die Gliederschmerzen werden meist als unangenehmes Gefühl in den Muskeln und Gelenken der Arme und Beine wahrgenommen, wobei die Schmerzen entweder nur bei Bewegung oder auch in Ruhe auftreten können. In vielen Fällen treten Gliederschmerzen sowohl an beiden Armen wie an beiden Beinen auf – oft zusammen mit Fieber. Das spricht dann für eine Infektionserkrankung, meistens einen grippalen Infekt oder eine Erkältung mit den typischen Symptomen Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Mattigkeit.

Erkältung und Gliederschmerzen

Kopf- und Gliederschmerzen sind die typischen Symptome vieler bakterieller oder viraler Infektionen. Gliederschmerzen treten aber nicht nur bei Erkältungen oder grippalen Infekten auf, sondern auch bei anderen Erkrankungen, beispielsweise

  • Mumps,
  • Masern,
  • HIV-Infektionen oder
  • FSME, einer Infektionskrankheit, die durch Zecken übertragen wird.

Bei einer Erkältung mit Gliederschmerzen schmerzen meistens sowohl die Beine als auch die Arme. Sobald die Infektion abklingt, lassen auch die Gliederschmerzen nach.

Prämenstruelles Syndrom: Gliederschmerzen ohne Fieber

 

Frauen, denen das prämenstruelle Syndrom (PMS) in den Tagen vor der Regelblutung Beschwerden bereitet, können ebenfalls an Kopf- und Gliederschmerzen leiden. Vermutlich ist das PMS mit einem Ungleichgewicht im Hormonhaushalt zu erklären. Die genauen Mechanismen sind jedoch noch unbekannt.

Gliederschmerzen ohne Fieber: Wann zum Arzt?

Treten die Gliederschmerzen nicht in allen vier Gliedern auf und werden sie nicht von den typischen Erkältungssymptomen begleitet, können andere – womöglich ernsthafte – Erkrankungen zugrunde liegen. Sind die Gliederschmerzen stark oder verschwinden sie nicht nach einigen Tagen von selbst wieder, sollte man auf jeden Fall die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

Werden Gliederschmerzen von jedem Betroffenen gleich stark wahrgenommen?

Wie stark ein Patient die Gliederschmerzen empfindet, hängt einerseits von seiner individuellen Schmerzwahrnehmung und -toleranz ab, andererseits aber auch von der zugrundeliegenden Erkrankung. So verursachen manche Erkrankungen nur leichte, kaum störende Missempfindungen in den Gliedern, während bei anderen Erkrankungen die Gliederschmerzen kaum auszuhalten sind. Auch die Schmerzqualität von Gliederschmerzen beschreiben Betroffene sehr unterschiedlich. Je nach zugrundeliegender Erkrankung können die Schmerzen zum Beispiel brennend, ziehend, reißend, drückend oder klopfend sein.

Symptom Gliederschmerzen: Akut oder chronisch

Die Gliederschmerzen können entweder plötzlich auftreten (der Arzt spricht von akut) oder sich nach und nach „einschleichen“.

Beispiele für akute Gliederschmerzen sind zum Beispiel eine Verletzung eines

  • Muskels,
  • Gelenks oder
  • Nervens in Folge eines Unfalls.

Beispiele für allmählich eintretende Gliederschmerzen sind die dauerhafte Überlastung von Sehnen (Sehnenscheidenentzündung), Osteoporose (Knochenschwund) oder rheumatische Erkrankungen.

Wenn Gliederschmerzen dauerhaft (also über mehrere Monate) bestehen bleiben, spricht man von chronischen Gliederschmerzen.

Gliederschmerzen in den Beinen

Gliederschmerzen in Beinen und Fußgelenken kommen besonders häufig bei Gicht vor. Treten die Gliederschmerzen ausschließlich in den Beinen und vor allem in den Oberschenkeln auf, könnte eine der folgenden drei Strukturen der Auslöser sein:

  • Ischiasnerv,
  • vorderer Oberschenkelnerv (Nervus femoralis),
  • Plexus lubalis, ein Nervengeflecht, das für die Versorgung der Vorderseite des Oberschenkels zuständig ist.

Die Schädigung einer dieser drei, das Nervensystem betreffenden Strukturen, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, Infektionen, Verletzungen oder auch durch einen Tumor kann zu Schmerzen führen, die der Patient als Gliederschmerzen im Bein wahrnimmt.

Gliederschmerzen in den Armen

Bei länger andauernden Gliederschmerzen nur in den Armen kommen als Verursacher zwei häufigere Erkrankungen in Betracht:

  • eine Verletzung oder Entzündung des Plexus brachialis, ein Nervengeflecht, das für die Versorgung der Schultern und Arme zuständig ist
  • das Karpaltunnelsyndrom, bei dem ein bestimmter Armnerv durch Druck geschädigt wird, wodurch Armschmerzen auftreten

Zusammenfassung: Von der Ursache der Gliederschmerzen hängt also ab, ob Gliederschmerzen an einer oder mehreren Extremitäten auftauchen und ob sie sich auf ein Bein/einen Arm beschränken oder an beiden Armen oder Beinen gleichzeitig auftreten.

Gliederschmerzen als Symptom von Rückenbeschwerden

Auch Rücken- also Wirbelsäulenprobleme können zu Gliederschmerzen führen. Je nachdem in welcher Höhe der Wirbelsäule das Problem liegt, sind die Schmerzen entweder in den Armen oder – häufiger – in den Beinen lokalisiert. Die Schmerzen können sich ein- oder beidseitig bemerkbar machen.

Ursache für solche Gliederschmerzen ist, dass die Nerven, die aus dem Rückenmark austreten, zum Beispiel durch mechanischen Druck der Bandscheiben oder Verspannungen der Rückenmuskulatur gequetscht oder gereizt werden. Dadurch entstehen Empfindungsstörungen, die von leichten Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl bis zu unerträglichen Schmerzen und Lähmungserscheinungen reichen können.

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