Was tun bei Gliederschmerzen?

Da Gliederschmerzen keine Erkrankung, sondern vielmehr das Symptom einer Erkrankung sind, hängt die Behandlung der Gliederschmerzen davon ab, welche Erkrankung zugrunde liegt und wie sehr die Schmerzen den Patienten beeinträchtigen. Im Grunde sollten Gliederschmerzen nur dann behandelt werden, wenn ihre Ursache eindeutig bekannt ist, beziehungsweise eine organische Ursache sicher auszuschließen ist. Nur dann lässt sich vermeiden, dass eine ernsthafte Erkrankung unbehandelt bleibt.

Wann sollten Sie wegen Gliederschmerzen zum Arzt?

Wenn Sie nicht wissen, woher Ihre Gliederschmerzen kommen, sollten Sie einen Arzt konsultieren und nicht versuchen, sie selbst zu therapieren. Der Arzt kann die Ursache der Beschwerden klären und damit auch eine individuell angepasste Therapie verordnen. Gerade wenn eine ernste Grunderkrankung vorliegt, wie eine schwere Infektion oder eine Nervenentzündung, wären Versuche der Selbsthilfe bestenfalls wirkungslos oder sie würden die Erkrankung sogar noch verschlimmern.

Einen Arzt sollten Sie auch aufsuchen, wenn:

  • die Gliederschmerzen länger anhalten und eventuell stärker werden,
  • die Schmerzen in nur einer Extremität (Bein oder Arm) zu spüren sind,
  • der Schmerz zusammen mit Taubheitsgefühlen oder Kribbeln in der Extremität auftritt.

Diese Symptome könnten Anzeichen eines geschädigten Knochens, Gelenks oder Nervens sein oder von ernst zu nehmenden Grunderkrankungen wie Rheuma, Arthritis, Tumorerkrankungen oder Durchblutungsstörungen, und müssen von einem Arzt behandelt werden.

Mittel gegen Gliederschmerzen bei Erkältung oder Grippe

Gliederschmerzen sind eine häufige, unangenehme, aber harmlose Begleiterscheinung von Erkältungen. Was kann man gegen Gliederschmerzen bei Erkältungen tun?

Schmerzmittel? Was hilft gegen Gliederschmerzen bei Erkältung?

Sehr wirksam sind rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke. Die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS) und Ibuprofen wirken bei einer Erkältung zugleich schmerzstillend und entzündungshemmend. Paracetamol hingegen hat schmerzlindernde und fiebersenkende Eigenschaften, was sinnvoll ist, wenn Sie Fieber haben. Alle Schmerzmittel gegen Gliederschmerzen – auch rezeptfreie – sollten Sie jedoch ohne ärztliche Verordnung nicht öfter als zehn Tage pro Monat einnehmen. Bessern sich Ihre Beschwerden nach spätestens einer Woche nicht, sollten Sie Ihren Hausarzt konsultieren.

Kalte Wickel als Mittel gegen Gliederschmerzen bei Erkältung

Bei erkältungsbedingten Gliederschmerzen hilft es oft auch, die Schmerzen in den Extremitäten durch kalte Wickel zu lindern, besonders wenn Sie auch Fieber haben. Dazu befeuchten Sie Handtücher mit kaltem Wasser (Wasserhahn-Temperatur), wringen sie aus und wickeln sie um die Waden beziehungsweise Unterarme des liegenden Patienten. Darüber kommt jeweils ein trockenes Handtuch zum Schutz. Die kühlen Wickel führen zu einer besseren Durchblutung, lindern die Schmerzen und senken das Fieber. Die Wickel bleiben etwa 10 bis 15 Minuten an Ort und Stelle, bis sie Körpertemperatur angenommen haben und der Kühleffekt verschwindet.

Andere Mittel gegen Gliederschmerzen bei Erkältung

Meist gut in den Griff bekommen lassen sich erkältungsbedingte Gliederschmerzen auch mit diesen Maßnahmen:

  • Viel trinken: Gesund und besonders wohltuend sind Kräutertees, wie Kamillen-, Lindenblüten-, Weidenrinden- oder Holunder- und Ingwertee. Die Inhaltsstoffe haben zum Teil auch schmerzlindernde Wirkung, aber schon die Wärme fördert das Wohlbefinden bei grippalen Infekten. Die einzelnen Teesorten oder auch fertige Teemischungen können Sie im Teehandel, der Drogerie oder Apotheke kaufen.
  • Bettruhe: Bei einer Erkältung mit bleiernen, schmerzenden Gliedern und Kopfschmerzen werden Sie sicherlich keine Lust verspüren, körperlich aktiv zu sein. Und das ist auch gut so. Bleiben Sie im Bett, schonen Sie sich, schlafen Sie und lassen Sie Ihre Immunabwehr arbeiten.

Wenn all das allerdings nicht anschlägt und die Schmerzen mit hohem Fieber oder häufigen Schweißausbrüchen verbunden sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Was tun gegen Gliederschmerzen anderer Ursache?

Sind die Gliederschmerzen nicht durch eine einfache Erkältung bedingt, sondern stattdessen Begleitsymptom einer Grunderkrankung, sollte ein Arzt eine fundierte Diagnose stellen sowie eine gezielte Therapie einleiten. Ist die Ursache der Gliederschmerzen beispielsweise eine Nervenentzündung, helfen

  • entzündungshemmende Medikamente (Antiphlogistika) oder auch
  • Schmerzmittel (Analgetika), um Muskel- oder Gelenkschmerzen in den Extremitäten zu lindern.

Nur in seltenen Fällen – zum Beispiel bei einem nicht abheilenden Karpaltunnelsyndrom (Nerv im Handbereich ist geschädigt) – kann zur Behandlung von Gliederschmerzen auch eine Operation nötig sein.  

Was tun bei Gliederschmerzen ohne Fieber?

Bei Gliederschmerzen ohne Fieber kann ein heißes Bad helfen. Die Wärme lindert die Beschwerden, fördert die Durchblutung und erhöht die Körpertemperatur. Verstärken können Sie den Effekt, wenn Sie Badezusätze mit schmerzlindernden ätherischen Ölen ins Badewasser geben, zum Beispiel Fichtennadel-, Menthol-, Eukalyptus-, oder Thymianöl. Für das Bad füllen Sie die Wanne mit warmem Wasser (38 Grad Celsius) und baden etwa 15 Minuten lang.

Gliederschmerzen können auch aufgrund von Fehlstellungen oder Überbelastungen der Knochen und Gelenke entstehen. Hier können folgende Tipps helfen:

  • Vermeiden Sie einseitige Überbelastungen in Beruf oder Freizeit (Sport). Lernen Sie schonende Arbeits- und Bewegungstechniken.
  • Müssen Sie lange vor dem Computer sitzen, legen Sie regelmäßig Pausen ein und machen Sie Lockerungsübungen für Arme und Schultern.
  • Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und halten Sie vor allem Ihre Rücken- und Bauchmuskulatur durch entsprechende Übungen fit.
  • Wenn Sie übergewichtig sind, reduzieren Sie Ihr Gewicht, das entlastet die Gelenke.
  • Bei Sehnen- oder Sehenscheidenentzündung ist Entlastung oder Ruhigstellung des betroffenen Körperteils notwendig. Außerdem helfen Kälteanwendungen (Eis im Waschlappen, Kühlpad), die mehrmals täglich wiederholt werden sollten.

Außerdem ist es wichtig, regelmäßig und ausreichend zu trinken, am besten Wasser, ungesüßte Kräutertees oder Fruchtschorlen.

Was tun, wenn die Gliederschmerzen bereits chronisch geworden sind?

Bei chronischen Gliederschmerzen eignen sich gezielte Therapien, zum Beispiel:

  • Eine Massagetherapie kann die Muskulatur stärken und die Körperfunktion verbessern.
  • Bei Akupunktur beziehungsweise Akupressur werden bestimmte Punkte am Körper durch das Einstechen von Akupunktur-Nadeln oder durch Druck mit den Fingern stimuliert.

Beide Techniken können Schmerzen in den Gliedern reduzieren.

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