Fieber – welche Symptome sind typisch?

Erst ein Zittern vor Kälte, dann unkontrolliertes Schwitzen – zwei typische Fieber-Symptome. Indem der Körper bei Fieber die Temperatur auf bis zu 41,5 Grad Celsius erhöht, versucht er, Eindringlinge wie Bakterien, Viren oder Parasiten zu zerstören – also gleich einer körpereigenen Abwehrreaktion. Angekündigt wird Fieber oftmals durch Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und Schüttelfrost. Doch welche Symptome sind noch typisch für Fieber? Und was bedeuten sie?

Typische Fieber-Symptome

Fieber ist eigentlich keine eigenständige Krankheit, sondern selbst ein Symptom. Es kann in unterschiedlich starken Ausprägungen auftreten. Neben dem offensichtlichsten Merkmal – der hohen Körpertemperatur – gibt es weitere charakteristische Fieber-Symptome. Typisch sind unter anderem:

  • Erschöpfung
  • glänzende Augen
  • trockene, blasse oder gerötete Haut
  • starkes Schwitzen
  • schneller Puls
  • ständiges Durstgefühl
  • Schüttelfrost
  • trockene Lippen und Mundschleimhaut
  • flache, schnelle Atmung
  • Herzrasen

Die aufgelisteten Fieber-Symptome treten meist in Kombination auf und gehen mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher. Dazu gehören Beschwerden wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit sowie Gliederschmerzen.

Fieber-Arten und ihre Symptome

Fieber ist nicht gleich Fieber. Je nach Temperatur werden verschiedene Fieber-Arten definiert1:

Temperatur Bezeichnung
37,5-38,0 Grad Celsius erhöhte Temperatur
38,1-38,5 Grad Celsius leichtes Fieber
38,6-39,0 Grad Celsius mäßiges Fieber
39,1-39,9 Grad Celsius hohes Fieber
40,0-42,0 Grad Celsius sehr hohes Fieber

Wer zur Höhe der Temperatur zusätzlich noch den Verlauf der Fiebertemperatur und die dazugehörigen Fieber-Symptome betrachtet, kann wichtige Rückschlüsse zur Ursache ziehen. Folgende Fiebermuster werden zusammengefasst2:

Kontinuierliches (stetiges) Fieber

  • Im Durchschnitt liegt das Fieber bei 39 Grad Celsius.
  • Die Temperatur hält länger als vier Tage an.
  • Im Laufe eines Tages steigt die Fiebertemperatur nur um etwa 1 Grad Celsius.

Typische Erkrankungen: bakterielle Infektionen wie Typhus, Lungenentzündung, Scharlach, Fleckenfieber

Remittierendes (teilweise zurückgehendes) Fieber

  • Die Temperatur schwankt am Tag um 1 bis 2 Grad Celsius.
  • Die Normaltemperatur wird dauerhaft überschritten.
  • Morgens ist die Temperatur geringer als am Abend.

Typische Erkrankungen: Tuberkulose, Entzündungen der Atemwege wie Rachenentzündungen, Kehlkopfentzündungen sowie Entzündungen der Bronchien oder rheumatisches Fieber

Intermittierendes (teilweise unterbrochenes, stark schwankendes) Fieber

  • Starke Temperaturschwankungen von über 2 Grad Celsius.
  • Morgens sinkt die Temperatur meist unter die Fiebergrenze, während sie abends ihre Spitzenwerte erreicht.
  • Schüttelfrost ist ein typisches Symptom für diese Fieber-Art.
  • Meist hält das Fieber über mehrere Wochen an.

Typische Erkrankungen: akute Nierenbeckenentzündung, Maltafieber (akute Brucellose), Herzinnenwandentzündung (Endokarditis), Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis), Blutvergiftung (Sepsis).

Rezidivierendes (wiederkehrendes) Fieber

  • Hierbei tritt die Temperaturerhöhung in starken Schüben auf.
  • Auf hohe Temperaturen folgen Tage bis Wochen vollkommen ohne Fieber.
  • Das Fieber kehrt jedoch immer wieder.

Typische Erkrankungen: Malaria, Gallensteine, Entzündungen der Prostata, Rückfallfieber

Undulierendes (wellenförmig verlaufendes) Fieber

  • Die Temperatur verläuft wellenförmig.
  • Es kommt zu Fieberspitzen von bis zu 40 Grad Celsius.

Typische Erkrankungen: Maltafieber (akute Brucellose) oder die Tumorerkrankung Morbus Hodgkin


  • Doppelgipfliges (in zwei Schüben auftretendes) Fieber
  • Nach einigen Tagen mit mäßigem Fieber (38,0 bis 38,4 Grad Celsius) sinkt die Temperatur wieder, um anschließend einen neuen Höhepunkt zu erreichen.

Typische Erkrankungen: Tropenkrankheiten wie Denguefieber oder Gelbfieber sowie Virusinfektion wie Masern oder Grippe

Die richtige Behandlung von Fieber ist immer von der Ursache abhängig. Um es erfolgreich senken zu können, muss daher die Erkrankung therapiert werden, die das Symptom Fieber ausgelöst hat.

Messung der Körpertemperatur

Neben der Betrachtung von verschiedenen Fieber-Symptomen, Arten und Mustern, spielt bei Fieber der Vorgang der Temperaturmessung noch eine entscheidende Rolle. Denn: Die Körpertemperatur ist nie völlig konstant, da sie von verschiedenen Faktoren wie Tageszeit, dem weiblichen Zyklus, Alter sowie dem Ort der Messung abhängig ist.

  • Tageszeit: Am Morgen ist die Körpertemperatur meist am geringsten, da unser Körper über die Nacht zur Ruhe gekommen ist und während des Schlafens die innere Temperatur runterfährt. Durch körperliche Aktivitäten am Tag steigt sie dann wieder um bis zu 1 Grad an.
  • Eisprung: Bei Frauen beeinflusst zusätzlich noch der Eisprung die Körpertemperatur, denn nach ihrem Eisprung bis zur nächsten Regelblutung haben sie eine 0,5 Grad höhere Temperatur als normalerweise.
  • Alter: Ältere Menschen haben generell eine geringere Körpertemperatur. So verläuft beispielsweise eine Infektion bei ihnen zumeist sogar ganz ohne Fieber als körpereigene Abwehrreaktion.

Die Körpertemperatur ist auch davon abhängig, wo sie gemessen wird. Nachstehende Messmethoden sind möglich:  

  • im Mund (oral)
  • im Po (rektal)
  • im Ohr (aurikulär)
  • in der Achselhöhle (axillar)

Je nach Art des Thermometers kann an diesen Stellen die Körpertemperatur gemessen werden. Die durchschnittliche Körperkerntemperatur beträgt normalerweise rund 37 Grad. Man sollte sich beim Messen jedoch bewusst sein, dass die Temperaturen von Körperstelle zu Körperstelle schwanken. Das liegt daran, dass bestimmte Bereiche des Körpers – wie der Brustkorb oder unser Gehirn – wärmer sind als andere. Kältere Regionen sind zum Beispiel Extremitäten wie Oberschenkel, Arme, Hände und Füße. Da liegt die durchschnittliche Temperatur bei 35 Grad. Daher wird bei einer oralen Messung (aufgrund der Nähe zum warmen Gehirn) bereits ab einer Körpertemperatur von über 37,8 Grad von Fieber gesprochen, während Fieber bei rektaler Messung erst ab 38 Grad gilt.

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1 Herold, Gerd et al.: Innere Medizin. Eine vorlesungsorientierte Darstellung, Köln 212017, S.911f.
2 Ebd.